Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

6,5 Ct fehlen zur Kostendeckung

Nicht einmal den 25 % besten Milcherzeugern in Schleswig-Holstein gelang es im vergangenen Jahr ein positives Ergebnis zu erzielen. Selbst den Profis fehlten am Ende -0,21Ct/kg ECM, so Johannes Thomsen bei der Vorstellung der Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaft Rinderspezialberatung in Rendsburg.

Auffällig ist die enorme Differenz beim kalkulatorischen Betriebszweigergebnis: Enorme 13,72 Ct/kg ECM liegen zwischen den 25% erfolgreichen und den 25% weniger erfolgreichen Betrieben. Die weniger erfolgreichen Betriebe (-25%) erwirtschafteten somit einen "Verlust" in Höhe von 13,93 Ct/kg.

Qualitatives Grundfutter ist entscheidend!

Die Unterschiede beim Gewinn ergeben sich vor allem aus den Produktionskosten. Auf der Erlösseit  differieren die beiden Gruppen (+25 % bzw. -25%) nur nur unwesentlich mit 1,22 Ct/kg. Dagegen betragen Differenzen bei den Produktionskosten 12,5 Ct (Übersicht 1), und hier besonders bei den Futterkosten. Während die erfolgreichen Betriebe Futterkosten von 18,11 Ct hatten, gaben die weniger erfolgreichen 23,61 Ct/kg ECM aus. Dabei waren nicht die Kraftfutterkosten ausschlaggebend, die größten Abweichungen errechneten sich vielmehr bei den Grundfutterkosten (4,9 Ct/kg).

"Die Großen" sind besser dran!

Deutliche Unterschiede waren auch bei den Arbeitserledigungskosten zu beobachten. Diese unterschieden sich um 3,52 Ct/kg ECM, davon sind allein 2,66 Ct dem Personalaufwand zuzurechnen. Hier lassen sich Degressionseffekte durch hohe Milchleistungen und größere Bestandsgrößen erkennen. So hatten die 25 % besten Betriebe im Schnitt 108 Kühe und eine Milchleistung von 8.802 kg, während die 25% weniger erfolgreichen 73,2 Kühe mit 7.545 kg gemolken haben.

Auch wenn der durchschnittliche Gewinn mit 4,01 Ct/kg Milch noch im positiven Bereich lag, ihre Faktorkosten (Arbeit, Boden, Kapital) konnten die Milcherzeuger nicht entlohnen (Übersicht 2). "Schuld" daran waren die im Auswertungsjahr massiv abgesunkenen Milchpreise, die im Vergleich zum Vorjahr um satte 10,5 Cent nachgegeben haben. Gleichzeitig sind die Produktionskosten  um 0,99 Ct/kg ECM auf 39,54 Ct/kg ECM angestiegen. Zur Deckung der Vollkosten wäre ein Netto-Milchpreis von 30,4 Ct erforderlich gewesen (Einnahmen abzüglich 5,17 Ct/kg ECM an Nebenerlösen, abzüglich 3,37 Ct Mwst. und 0,6 Ct Fettgehaltskorrektur). Von diesem können die Bauern im Norden aber leider nur träumen.

Stagnierende Milchleistung

In diese Auswertungen eingeflossen sind die Ergebnisse von insgesamt 1.193 Betrieben der Arbeitsgemeinschaft der Rinderspezialberatungsringe Schleswig-Holstein. Die Ergebnisse in Stichworten:

  • Milchkühe: 91,5 (+ 4,9 Kühe)
  • Milchleistung: 8.256 kg/ECM/Kuh (- 9 kg/Kuh)
  • Milchquote: 697.000 kg (+ 18.000 kg)
  • Grundfutterleistung: 3.414 kg (+113 kg)
  • Kraftfutteraufwand: 22,5 dt/Kuh (272 g/kg Milch)
  • Direktkosten: 20,51 Ct/kg
  • Produktionskosten: 39,54 Ct/kg ECM (+ 0,99 Ct/kg)
  • Gewinnbeitrag: 4,01 Ct/ kg ECM (- 12,41 Ct)
  • Kalk. BZE: -6,53 Ct/ kg ECM (- 11,53 Ct)
  • Milcherlös: 27,83 Ct/kg (-10,5 Ct)
  • Anteilige Agrarprämien: 4,15 Ct/kg ECM

Die vollständigen Ergebnisse finden Sie hier !