Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

3,5 Laktationen sind ein Muss

Dauerleistungskühe kalben früh, erzielen die höchste Milchleistung in der 4.-6. Laktation und stammen von Bullen mit hohen Nutzungsdauer-Zuchtwerten. Die Kehrseite ist eine erhöhte Zwischenkalbezeit in den höheren Laktationen. So das Ergebnis einer niedersächsischen Studie, das Dr. Jakob Groenewold (LWK Niedersachsen) vergangene Woche beim 8. Milcherzeugertag in Rodenkirchen präsentierte.

In der Untersuchung wurden die Daten von fast 5.000 Kühen aus mehr als 2.500 Betrieben überprüft, die in ihrem Leben mehr als 80.000 kg Milch leisteten. Die Auswertung der Daten zeigt, dass „Dauerleister“

  • meist in größeren Betrieben mit überdurchschnittlicher Herdenleistung stehen,
  • im Vergleich zum Herdenmittel eine sehr hohe Milchleistung erzielen,
  • beim Erstkalbealter im Schnitt sieben Monate jünger als der VIT-Durchschnitt (29,8 Monate) liegen,
  • die höchste Milchleistung in der vierten bis sechsten Laktation erzielen,
  • bei der Zwischenkalbezeit in späteren Laktationen aber deutlich über dem VIT-Mittel liegen,
  • im Exterieur relativ hoch bewertet werden
  • und von Vätern mit überdurchschnittlichen relativen Zuchtwerten bei Nutzungsdauer, Eutergesundheit und Fruchtbarkeit stammen.

Außerdem stellte Groenewold in seinem Vortrag klar, dass sich die Nutzungsdauer und die absolute Lebensleistung eher nicht für eine Bewertung der Wirtschaftlichkeit einer Milchkuh eignen. Viel entscheidender sei die Leistung je Zeiteinheit, genauer gesagt, die Lebenseffektivität. Die Leistung muss bei 15 kg Milch je Lebenstag liegen, um alle Vollkosten zu decken (Übersicht 1). In Niedersachsen liegen die Werte jedoch (noch) unter der empfohlenen Menge. Für eine solche Milchleistung müsste eine Durchschnittskuh in Niedersachsen nach spätestens 28,6 Monaten das erste Mal kalben und 3,5 Laktationen durchlaufen.