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25 Jahre Milchquote: Rechnungshof zieht verheerende Bilanz

Vor 25 Jahren wurde die Milchquote eingeführt. Ein viertel Jahrhundert später lässt der europäische Rechnungshof kein gutes Haar daran, weder an der Idee, noch an der Umsetzung.

Die Einführung der Milchquote im Jahr 1984 hat bewirkt, dass die Bauern weniger verdienen – während die Verbraucher mehr für Milchprodukte zahlen müssen: Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des Europäischen Rechnungshofs. Nominell sei der Milch-Erzeugerpreis von 1984 bis 2006 annähernd gleichgeblieben. Real, das heißt unter Einrechnung der Inflation, ist der Milchauszahlungspreis hingegen deutlich gesunken.

Die Bemühungen der EU um eine Stabilisierung des Milchmarktes sind gescheitert, zu diesem wenig schmeichelhaften Schluss kommt der Rechnungshof der EU in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Zwar habe das Quotensystem die Überschussproduktion eingeschränkt, gemessen an der Nachfrage sei aber immer noch zu viel Milch erzeugt worden,. Zugleich warnten die Rechnungsprüfer jedoch, die geplante Abschaffung der Milchquoten berge die Gefahr "einer neuen Überproduktion". Die Liberalisierung könnte dazu führen, dass Bauern in Gebirgslagen und an anderen ungünstigen Standorten vom Markt verdrängt würden. Zwischen 1995 und 2007 habe sich die Zahl der Milchbetriebe in der EU bereits halbiert, mehr als 500.000 Bauern hätten in dieser Zeit trotz der Mengenbeschränkung die Produktion aufgegeben. Die EU-Kommission müsse deswegen die Milchbauern in ökologisch sensiblen Regionen unterstützen, so die Empfehlung der EU-Controler.

Zu den Klagen der Bauern über den Verfall der Milchpreise stellt der Rechnungshof fest, im untersuchten Zeitraum bis 2007 sei das Durchschnittseinkommen der Milchbauern leicht gestiegen. Dies sei allerdings darauf zurückzuführen, dass sie ihre Produktion ausgeweitet und immer mehr Subventionen erhalten hätten.

Unter dem Strich sieht der Rechnungshof sieht die Bemühungen, Europas Milchmarkt zu stabilisieren, somit als gescheitert. Die Milchquoten hätten die Überschussproduktion etwas eingeschränkt, es sei aber immer noch viel zu viel Milch erzeugt worden.

Den kompletten Bericht des Rechnungshofes zum download finden Sie hier