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Tierwohl in der Milchviehhaltung mit System

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Praktiker, Tierärzte, Wissenschaftler, Kommunikations und Datenexperten tauschten sich Dienstag in Berlin aus. Das Q Check Team will Milcherzeuger u.a. beim Erbringen der Tierschutzeigenkontrollen unterstützen. Auch Sie können dabei mitwirken.

Das Q Check-Team aus Praktikern, Tierärzten, Wissenschaftlern und Kommunikations- sowie Datenverarbeitungsexperten begrüßte am 21. November 2017 rund 100 Interessierte zum fachlichen Austausch. Gemeinsam stellten sie sich den Forderungen aus Politik und Gesellschaft nach mehr Transparenz in der Nutztierhaltung und einer stärkeren Fokussierung auf das Tierwohl. Das Q Check-Team forderte die gesamte Branche auf, sich einzubringen (siehe unten).

Q Check Datenanalyse für mehr Kuhwohl

Ziel des Projektes ist es, mit Hilfe dieser aufbereiteten Indikatoren die gesetzlich geforderten betrieblichen Tierwohl-Eigenkontrollen (§ 11 Abs. 8, TierSchG) und das Herdenmanagement zu unterstützen. Und das gänzlich ohne Mehraufwand für die Betriebe. Dafür sollen ausgewählten Daten aus

  • der monatlichen Milchkontrolle,
  • der Milchgüteprüfung,
  • der Datenbank HI-Tier
  • und des Auditierungssystems QM-Milch.
verwendet werden.

 „Die Milcherzeuger bekommen mehrmals im Jahr einen Bericht über den Tierwohl-Status ihrer Herde  - ohne zusätzlichen Aufwand und zusätzliche Kosten“, so die Projektkoordinatorin Dr. Sabrina Hachenberg vom Deutschen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen e. V. (DLQ). Dieses Ziel soll Ende 2019 erreicht sein.

Anonymes überbetriebliches Benchmarking möglich

Bei der Auswahl der Indikatoren für die Betriebsberichte stehe nun der fachliche Austausch mit allen Experten aus dem Milchviehbereich im Vordergrund. Sie sollen über ein mehrstufiges Verfahren zusammen gestellt werden. Beteiligt sind dabei Praktiker, 200 Experten aus Wissenschaft und Veterinärmedizin sowie Stakeholder aller relevanten Gruppen der Branche.

Die Daten aus den individuellen Betriebsberichten bilden in anonymisierter Form ein überbetriebliches Benchmarking-System. Milcherzeuger sollen so die Möglichkeit bekommen, sich mit ähnlich strukturierten Betrieben zu vergleichen.

Aufbauend auf die Ergebnisse des Benchmarking soll die Einrichtung eines nationalen Monitorings erfolgen.

Ersetzt das Projekt Q Check ein staatliches Tierwohl-Monitoring?

Nach Auffassung von Prof. Dr. Harald Grethe von der Humbold Universität Berlin ist ein besseres Tierwohl-Monitoring essenziell. Sowohl für die Betriebe selbst, als auch für ganz besonders für den Dialog mit der Gesellschaft.

„Deshalb hat der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik ein staatliches Tierwohl-Monitoring gefordert“, erläutert er als Vorsitzender des Beirates. Nur damit könne man Fortschritte beim Tierwohl demonstrieren und sich ggf. faktenbasiert gegen Vorwürfe behaupten.

Man müsse den Mut haben, auch die unangenehmen Dinge aufzudecken. "Es sei gut, wenn die Wirtschaft die Dinge selbst in die Hand nehme, solange der Staat nicht hinreichend tätig werde“, lobte Grethe das Q Check-Projekt.

Sie möchten sich an der Auswahl der Indikatoren beteiligen? Hier geht es zur Online-Umfrage.

Mehr zum Q Check hier: www.q-check.org

Quelle: DLQ, topagrar

Bearbeitet: Berkemeier

Schlagworte

Check, Tierwohl, Kommunikations, Eigenkontrollen, Austausch, Benchmarking, Indikatoren, blank, Monitoring, org

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