Partner von

Niedersachsen erlaubt Tötung von Problemwölfen

Weidehaltung in Niedersachsen
Zäune bieten keinen ausreichenden Schutz vor Wölfen: Niedersachsen erlaubt die Entnahme von Problemwölfen und -rudeln. Foto: Dylka

In Niedersachsen sollen auffällige Wölfe zukünftig 'entnommen' werden dürfen. In einem gemeinsamen Eckpunktepapier haben sich Bundesumweltministerin Hendricks, der niedersächsische Ministerpräident Weil und Niedersachsens Umweltminister Wenzel darauf geeinigt, auffällige Einzeltiere und Wolfsrudel im Einzelfall töten zu dürfen.

Wörtlich heißt es in dem Eckpunktepapier „Weidetierhaltern in Wolfsgebieten helfen – Jagdrecht ist keine Lösung“, Wölfe, die „sich Menschen gegenüber auffällig verhalten, sind zu beobachten und gegebenenfalls zu töten“. Damit soll der Konflikt zwischen Artenschutz für den Wolf und dem Schutz für Weidetiere in Niedersachsen entschärft werden. Zudem wird damit dem Schutz des Menschen im Kontakt mit dem Wolf Vorrang eingeräumt. In letzter Konsequenz könne das sogar die Entnahme eines ganzen Rudels bedeuten, wenn die gemeinschaftlich jagenden Individuen gelernt hätten, sämtliche der empfohlenen und zumutbaren Schutzmaßnahmen zu überwinden, so Bund und Land.

Den Schutz der Weidetiere und Weidehaltung begründen Bund und Niedersachsen mit dem wertvollen Beitrag zur Landschaftspflege und dem Naturschutz. Deswegen müsse die Weidehaltung auch dort zukünftig sichergestellt werden, wo durch die Zuwanderung des Wolfes vermehrt Konflikte auftreten. Der Forderung, Wölfe in das Jagdrecht aufzunehmen oder Wölfe "nach Belieben" jagen zu können, erteilten beide Seiten eine Absage. Das Schutzniveau des Wolfes würde durch eine Aufnahme in das Jagdrecht nicht verändert, heißt es in dem Papier.

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Backhaus begrüßte die Aussagen im Eckpunktepapier und forderte eine bundesweit einheitliche Regelung für den Umgang mit Problemwölfen um Schaden von Mensch und Nutztieren abzuwenden. Das sei für die Sicherstellung der Weidehaltung in Zukunft notwendig, aber aufgrund des Artenschutzes der Tiere sehr schwierig.

Wolfsangriffe auf Rinder häufen sich, besonders in Niedersachsen. Im Landkreis Cuxhaven wurden seit Anfang September mindestens vier Rinder von Wölfen gerissen. In Holßel wurde ein etwa 385 kg schweres Rind tot aufgefunden, in Wanna ein ähnlich schweres Rind. Beide Tiere hätten schwere wolfstypische Fraßspuren aufgewiesen, teilte Wolfsberater Hermann Kück mit. In beiden Fällen wurden DNA-Proben entnommen, um andere Angreifer auszuschließen.

Quellen: AgE, Nord24, HAZ, WeserKurier

Bearbeitet: Oehler

Schlagworte

Wolf, Niedersachsen, Entnahme, Wolfangriffe, Eckpunktepapier, Problemwölfe, Schutzmaßnahme, Weidehaltung

Kommentare

Kommentarfunktion de-/aktivieren

Kommentar hinzufügen...
Kommentieren

5. Elite Konferenz Herdenmanagement

Elite Konferenz Fünf Referenten vermitteln am 11. Januar in Ottobeuren und am 12. Januar 2018 in Melle anwendbares Wissen zur Optimierung von Fruchtbarkeit, Milchleistung, Gesundheit von Kühen und Kälbern sowie Arbeitsorganisation.

Alle Details und Anmeldung...

Ist die restriktive Kälberfütterung überholt?

Kälberfütterung

Niederländische Forscher sagen: Ja! Im Vergleich zur restriktiven Fütterung kann eine intensive Fütterung bis zum Absetzen der Kälber den Stoffwechsel so programmieren kann,... Weiterlesen: Ist die restriktive Kälberfütterung überholt? …