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6 Tipps: So halten Sie Ihre Kühe am Fressen

Futtertisch
Der Fressplatz kann auch bei knapp bemessenem Tier-Fressplatz-Verhältnis so organisiert werden, dass alle Kühe ausreichend Futter vorliegen haben. Foto: Berkemeier

Am Mittwoch waren wir zusammen mit Professor Nigel Cook aus Wisconsin beim Elite-Intensiv-Seminar zum Thema Stall-Check unterwegs. Der Tierarzt und Wissenschaftler erklärt u.a. wie alle Kühe auch in voll belegten Ställen immer genug Futter vor der Nase haben.

 Das optimale Tier-Fressplatzverhältnis ist 1:1. Dieses gewährleistet allen Tieren zum selben Zeitpunkt die Möglichkeit zur Futteraufnahme. Eine häufige Aufstallung in Milchviehställen ist jedoch ein dreireihiges Liegeboxensystem mit einem einseitigen Futtertisch. Das System spart Platz, dafür sinkt das Tier-Fressplatz-Verhältnis und der Wettbewerb um Futter steigt. Der Fressplatz kann hier trotzdem so organisiert werden, dass alle Kühe ausreichend und auch ausreichend frisches Futter zu fressen bekommen. Das ist auch ohne den Einbau von zusätzlichen Fressplätzen oder einer Verkleinerung der Herde möglich!

Wie es funktioniert, erklärt Tierarzt und Wissenschaftler Nigel Cook (Professor für Medizin der Lebensmittel- und Tierproduktion an der Universität Wisconsin-Madison, USA) anhand dieser Tipps:
  1. Frisches Futter muss zu jedem Zeitpunkt verfügbar sein.
  2. Legen Sie frisches Futter vor, wenn alle Arbeitskräfte auf dem Betrieb sind (meist morgens). Ideal: zweimal täglich frische Futtervorlage, am besten zu einer anderen Zeit als zur Melkzeit, denn:  
  3. Zum Melken sind die Kühe ohnehin bereits auf den Beinen. Es reicht also, wenn Sie das Futter zur Melkzeit einmal nachschieben. Kühe verbringen etwa 45 Minuten mit dem Fressen am Fressgitter. Schieben Sie deswegen anschließend, wenn möglich, alle 45 Minuten nach. Schieben Sie außerdem zur Nacht noch einmal nach, bevor Sie nachhause gehen. Ideal ist ein Roboter, der auch nachts noch das Futter nachschiebt. Damit bekommen die Kühe aus der „zweiten Reihe“ auch noch Zugang zu frischem Futter, wenn die ranghöheren Kühe gefressen haben und den Fressplatz wieder verlassen haben.
  4. Eine hohe Kante zwischen Futtertisch und Standfläche der Kuh ist sehr wichtig. Kühe mit hoher Milchleistung benötigen große Mengen an Futter auf dem Futtertisch. Ist die Kante zum Futtertisch zu niedrig, wühlen die Kühe das Futter „nach hinten“ auf die Stehfläche am Fressplatz. Deswegen sollte die Trennkante zwischen Futtertisch und Fressplatz mindesten 60 cm hoch sein und sich auf einer bequemen Höhe für die Kuh befinden.
  5. Achten Sie darauf, dass der Fressplatz eben ist und die Kühe nicht mit den Vorderbeinen auf einer erhöhten Stufe stehen. Steht die Kuh schräg, dann bedeutet das mehr Stress für die Hinterbeine.
  6. Fressfanggitter oder flexible Fressplatzteiler einsetzen? Bei flexiblen Teilern rechnen sich die Effekte gegen die Investitionskosten kaum. Fressfanggitter hingegen sind für alle Kühe (hochtragend, frischlaktierend, trocken) immer eine gute Idee.

Cook
Nigel Cook
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Bearbeitet: Oehler

Schlagworte

Futtertisch, Nigel Cook, Nachschieben, füttern, vorlegen, Fressfanggitter

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