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Ein Viertel wird auch bei guten Milchpreisen noch Verluste schreiben!

melken im Melkstand
Abzüglich aller Nebenerlöse hätte für eine Vollkostendeckung der Milchpreis im Schnitt bei 37,68 Cent je kg Milch (inkl. Umsatzsteuer und evtl. Zuschläge) liegen müssen. Foto: Veauthier

Ein durchschnittlicher Milchauszahlungspreis von brutto 32,03 Cent je kg Milch hat im Wirtschaftsjahr 2016/2017 nicht ausgereicht, um die Vollkosten zu decken. Das ergibt die Auswertung der Abschlüsse von 122 niedersächsischen Milchkuhbetrieben! Es fehlten 3,15 Ct/kg Milch.

Abzüglich aller Nebenerlöse hätte für eine Vollkostendeckung (Berücksichtigung der kalkulatorischen Ansätze) der Brutto-Milchpreis im Schnitt bei 37,68 Cent je kg liegen müssen (netto hätten 34,04 Ct/kg Milch inkl. aller Zuschläge ausgereicht). Die gut gemanagten Unternehmen (+ 25 %) hätten im Wirtschaftsjahr 33 Cent je kg (brutto) einnehmen müssen um alle Kosten zu decken, das untere Viertel hätte hingegen 42,74 Cent benötigt (9,74 Cent brutto mehr!).

Eine hohe Milchleistung ist unabdingbar

Die abgelieferte Milchmenge der Betriebe lag im Durchschnitt bei 8.926 kg Milch. Das obere Viertel der Auswertung konnte mit 9.725 kg Milch knapp 800 kg mehr Milch je Kuh abliefern. Bei einem gleichzeitig um 0,90 Ct/kg Milch besseren Auszahlungspreis konnten so 343 € mehr je Kuh und Jahr verbucht werden. Werden die Verkaufserlöse aus den Nebenprodukten (u.a. Verkauf Kalb und Schlachtkuh) sowie die Bestandsergänzungen hinzugezählt, so errechnen sich bei den guten Betrieben Mehreinnahmen von 692 € je Milchkuh im Vergleich zum unteren Viertel.

Kosten: 73 % sind kurzfristig beeinflussbar

Insgesamt summieren sich die Kosten auf 39,37 Ct je kg. Das obere Viertel (+ 25 %) spart gegenüber dem unteren Viertel 255 € je Kuh bzw. 9,76 Ct je kg Milch an Kosten ein.

73 % der Kosten machen die Direktkosten aus (28,85 Ct je kg Milch bzw. 2.575 € je Kuh). Hier sitzen die Stellschrauben, an denen relativ schnell gedreht werden kann. Die größte Kostenposition stellte das Futter mit 17,24 Ct/kg Milch. 55 % dieser Kosten entstanden durch das Zukaufsfutter.

Ein Viertel wird auch bei guten Milchpreisen Verluste schreiben!

75% bzw. 92 Betriebe dieser Auswertung haben ein positives Betriebszweigergebnis (ohne Berücksichtigung der kalkulatorischen Kosten) erreicht. Damit erfolgte bei einem Viertel der betrachteten Milchkuhbetriebe nicht einmal eine Kostendeckung. Nur 29 Betriebe von insgesamt 122 Betrieben (24%) dieser Auswertung erzielten ein positives kalkulatorisches Betriebszweigergebnis.

Vollkostenauswertung
+ 25% Durchschnitt - 25 %
Milchmenge abgeliefert kg/Kuh 9.725 8.926 8.156
Leistungen ges. ct/kg 36,74 36,22 35,33
Kosten gesamt ct/kg 34,46 39,37 44,22
- dav. Direktkosten ct/kg 25,18 28,85 32,17
- dav. Arbeitserledigung ct/kg 6,66 7,55 8,67
- dav. Gebäude ct/kg 1,92 2,13 2,38
- dav. allg. Kosten ct/kg 0,69 0,82 0,98
Betriebszweigergebnis ct/kg 6,13 1,95 -2,61
kalk. Betriebszweigergebnis ct/kg 2,28 -3,15 -8,89
n = 122 Betriebe, Wirtschaftsjahr 2016/17

Bleibt festzuhalten: Ohne Kostenoptimierung in allen Bereichen geht es nicht oder anders ausgedrückt: Ein positives kalkulatorisches Betriebszweigergebnis lässt sich erreichen, sofern konsequent alle Kostenpositionen optimiert werden! Das belegt das obere Viertel (+ 25 %) der Milchkuhbetriebe. Die Unternehmen produzieren auf einem hohen Niveau, erzielen hohe Milchleistungen je Milchkuh und stechen mit einer hohen Produktivität hervor! Gebäude, Maschinen und Arbeitskräfte werden insgesamt besser ausgelastet und verursachen geringere Kosten je Einheit!

Quelle: LWK Niedersachsen

Bearbeitet: Veauthier

 

Schlagworte

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