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Milchmarkt

Aussichten für die zweite Hälfte 2017 bedingt optimistisch

Arla
Die Inlandsvermarktung ist ein wichtiger Absatzkanal, aber eben nur ein Teil der Absatzseite. Foto: Arla

Der deutsche Milchmarkt präsentiert sich recht ausgeglichen. Mögliche Produktionssteigerungen dürfte der Markt jedoch nur begrenzt aufnehmen können. Mit steigender Milchmenge steigt somit das Risiko erneuter Auszahlungspreisrückgänge.

Zu Jahresbeginn lagen die Preise für Milchprodukte in Deutschland auf allen Vermarktungsebenen deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Lage am Milchmarkt stellte sich dabei in den ersten Monaten 2017 zudem insgesamt stabiler als sonst zu dieser Jahreszeit üblich dar. Hintergrund dafür ist das gedrosselte Milchaufkommen, die saisonal steigenden Anlieferungsmengen konnten bislang denn auch problemlos verarbeitet werden. In der Summe der ersten drei Monate dieses Jahres fiel die Molkereianlieferung in Deutschland um 3,7 % niedriger aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Dadurch zeigte sich der Markt im ersten Jahresdrittel 2017 insgesamt ausgeglichen. Allerdings tendierten die Produktpreise jedoch sehr uneinheitlich. Insbesondere Butter (Fettseite) zeigte sich bei umfangreichem Bedarf preislich sehr stabil. Dagegen sind bei Milchpulver (u.a. wegen umfangreicher Mengen an Bestandsware) immer wieder Preiskorrekturen zu beobachten.

Weiterhin starke Verwertungsdifferenzen

Das begrenzte Rohstoffaufkommen spricht aktuell gegen eine kurzfristige Preisabsenkung. Durch das nationale Programm zur Mengenreduktion und den Bestandsabbau bei den Milchkühen dürften sich die Milchmengen zunächst weiterhin unter dem Vorjahresniveau bewegen. Preislich werden sich die Märkte aber wohl nach wie vor zweigeteilt zeigen. Die Erwartungen bei Fett (vor allem bei Butter) sind für 2017 weiterhin sehr fest. Auf der Eiweißseite besteht hingegen durch die schwache Nachfrage und die hohen Bestände wenig Hoffnung auf einen Anstieg der Preise. So zeichnen sich auch weiterhin deutliche Verwertungsdifferenzen zwischen Milchfett und Milcheiweiß ab. Derzeit gleichen zwar (noch) die hohen Fettpreise die niedrigen Erlösmöglichkeiten beim Magermilchpulver aus, was die Gesamtverwertung der Milch und damit die Erzeugerpreise stabilisiert. Derart starke Divergenzen können jedoch nicht dauerhaft von Bestand sein und werden über kurz oder lang Anpassungen preislicher Art nach sich ziehen.

Hoffnung auf höhere Milchpreise - zurecht?

Bei den Milcherzeugerpreisen in Deutschland dürften die längerfristigen Abschlüsse zwischen Molkereien und Handel für Käse und Milchfrischprodukte sowie Butter den Verlauf im ersten Halbjahr 2017 stabilisieren.

Bleibt abzuwarten, wie es ab dem Frühsommer weitergeht. Denn die Inlandsvermarktung ist zwar ein wichtiger, aber eben nur ein Teil der Absatzseite. Für stabile oder weiter ansteigende Milchpreise müssten sich auch die Erlösmöglichkeiten der Molkereien im innereuropäischen Industriegeschäft und beim Export in Drittländer entsprechend entwickeln.

Alles in allem dürfte das Jahr 2017 für die Erzeuger in Deutschland voraussichtlich wieder erfreulicher verlaufen. Im Jahresmittel dürften sich die Erzeugerpreise für konventionelle Kuhmilch 2017 aus derzeitiger Sicht voraussichtlich in einer Spanne zwischen 31 und 33 Ct/kg bewegen.

Quelle: AMI / Andreas Gorn

Bearbeitet: Veauthier

 

Schlagworte

2017, Milchmarkt, Vorjahresniveau, Erzeugerpreise, Vermarktungsebenen, Auszahlungspreisrückgänge, Hoffnung, preislich, Erlösmöglichkeiten, Verwertungsdifferenzen

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