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Mineralien im Sommer höher dosieren

Im Sommer oder in Hitzeperioden sollten Mineralstoffe höher als gewöhnlich dosiert werden, denn die Kühe schwitzen dann einen nicht unerheblichen Teil der aufgenommen Mineralstoffe wieder aus. Wie bei Hochleistungssportlern kann schon ein geringer Mangel der Milchkuh schaden. Seien Sie nicht kleinlich und erhöhen Sie gegebenenfalls den Vitamin- und Mineralstoffgehalt um 20 % in der Ration.

Kolostrum fordert bis 50 g Kalzium am Tag: Zum Zeitpunkt des Abkalbens werden große Mengen an Kalzium in das Kolostrum abgegeben, die den Kalzium-Gehalt des Blutes bei Weitem übersteigen. Während das wachsende Kalb in der Gebärmutter nur etwa 2 bis 10 g/Tag benötigt, verliert die Kuh nun mit dem Kolostrum 30 bis 50 g/Tag. Diesen Mengen steht im Blutplasma nur etwa 3 g Kalzium gegenüber. Aus dem Knochen können max. 6 bis 10 g schnell verfügbar gemacht werden. Weiteres Kalzium (80 bis 160 g) kann erst in einigen Tagen mobilisiert werden. Das ist die kritische Phase, in der Milchfieber entsteht. Der Kalzium-Gehalt im Blutplasma ist stark erniedrigt (< 2,1 mmol/l), die Kuh zeigt Schwäche ihrer Muskeln und fehlerhafte Koordination ihrer Gliedmaßen.

Nach Einschätzungen der DLG kostet ein Milchfieberfall je nach Schwere, Behandlungshäufigkeit und Größe der Herde zwischen 20 und 150 Euro/Kuh. Hinzu kommen Ausfälle durch länger andauernde Leistungsdepressionen und eine höhere Anfälligkeit gegenüber anderen Erkrankungen, wie Gebärmutterentzündungen und Fruchtbarkeitsstörungen.

Bei etwa 5 bis 10 % der abkalbenden älteren Kühe tritt klinisches Milchfieber auf und bei etwa 30 % aller abgekalbten Milchkühe subklinisches Milchfieber. Das Tückische an subklinischem Milchfieber ist, dass man dem Tier seine missliche Stoffwechsellage nicht unbedingt ansieht. Aber dem Zitzenschließmuskel sowie der Gebärmutter fehlt Kalzium zum Kontrahieren. Die Folge sind Euterentzündungen und Nachgeburtsverhaltungen.

Magnesium

Magnesium ist für Trockensteher sehr wichtig. Es hat eine große Bedeutung für die Erregbarkeit der Nervenzellen. Deshalb kommt es bei Magnesiummangel zur Überregbarkeit von Nerven, zu Krämpfen und damit auch zum Krankheitsbild der Weidetetanie. Kühe mit Milchfieber haben teilweise auch geringe Magnesium-Konzentrationen im Blut. Es ist daher besonders im geburtsnahen Zeitraum auf eine ausreichende Magnesiumversorgung zu achten.

Bei Grobfutterrationen mit niedrigen Kaliumgehalten (kleiner oder gleich 15 g/kg TM) kann ein Magnesiumgehalt von 2 g/kg TM ausreichen, um Milchfieber vorzubeugen. Bei höheren Kaliumgehalten im Futter sollte der Magnesiumgehalt in der Ration auf 4 g/kg TM angehoben werden. Da die Kuh Magnesium nicht speichern kann, muss es täglich gefüttert werden.

Selen

Selen hat großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Kühen. Ein Mangel dieses Spurenelementes bedingt direkt frühe Embryosterblichkeit, Aborte, Nachgeburtsverhaltungen, verzögert die Rückbildung der Gebärmutterschleimhaut und führt zu geringerer Kolostrumqualität.

Kupfer, Zink, Mangan und Kobalt

Auch ein Mangel an diesen Spurenelementen führt zu vermehrten Nachgeburtsverhaltungen, verursacht direkt Stillbrünstigkeit und ist für ein frühes Absterben des Embryos verantwortlich. Ein Mangel an Kobalt und Mangan ist hierbei noch verantwortlich für eine höhere Kälbersterblichkeit, ein geringeres Geburtsgewicht.

Aber aufgepasst: Obwohl es sich positiv auswirken kann, den Mineralstoffgehalt in der (Trockensteher)Ration im Sommer zu erhöhen, ist es wichtig, sollte nicht langfristig über den Bedarf hinaus gefüttert werden. Mineralstoffe sind nicht nur teuer, eine Überversorgung kann in einigen Fällen sogar der Gesundheit des Tieres schaden.