Brennpunkt Arbeitsbelastung

Welche Aufgaben geben Sie ab?

Zeit einsparen und effizienter werden – wir haben drei Milcherzeuger gefragt, welchen Bereich sie ausgelagert haben und ob sich die Lösung für den Betrieb bewährt.

Reproduktion, Büroarbeit oder Außenwirtschaft… die Möglichkeiten für ausgelagerte Aufgabenbereiche sind vielfältig. Wann es Sinn machen kann, diese Aufgaben von jemand anderem erfüllen zu lassen, wie hoch die Kosten dafür liegen und welche Vorteile die dadurch haben, berichten drei Milcherzeuger. 

1. Repro-Management 

Bent Jensen-Nissen

375 Kühe, Schleswig-Holstein

Unsere Herdenmanagerin hatte sich sehr intensiv in das Thema Fruchtbarkeit eingearbeitet; mein Steckenpferd war das nie. Als sie ging, war ein sehr hohes Niveau vorhanden. Um dieses zu halten und dazu das leidige Thema Ausfallzeiten (Wochenende, Urlaub, Krankheit) zu umgehen, haben wir uns dazu entschieden, das gesamte Repro-Management von Brunstbeobachtung bis TU an einen Dienstleister abzugeben.
Den Preis dafür haben wir individuell ausgehandelt – letztlich beläuft er sich auf 45% des Bruttogehalts der Herdenmanagerin (diesen Anteil der Arbeitszeit hatte sie in etwa auf die Fruchtbarkeit verwendet) plus die Kosten für die TUs, die bislang der Tierarzt übernommen hatte. Alle Maßnahmen werden im Herdenmanagement-Programm hinterlegt, sodass wir bei Bedarf jederzeit eine Auswertung fahren können. Dazu besprechen wir die Zahlen jedes Vierteljahr.
Grundsatzentscheidungen bleiben beim Betriebsleitenden.“
Bent Jensen-Nissen
Mir bringt es eine große Entlastung, dass wir täglich das gleiche hohe Niveau im Repro-Management mit standardisierten Verfahren aufrechterhalten können – der Dienstleister ist für Personal und Ausbildung verantwortlich. Wenn es einen Nachteil gibt, dann eine etwas schlechtere Flexibilität: Der Dienstleister kommt einmal am Tag, früher haben wir zweimal besamt.
Die Fruchtbarkeit komplett auszulagern, ist möglich. Wichtig ist jedoch der Austausch mit dem...


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