Risikomanagement

Strategie senkt Risiko

Es gibt Situationen, die einen Betrieb aus der Bahn werfen. Doch viele Risiken lassen sich im Vorfeld erkennen und reduzieren. So bereiten Sie sich auf einen Notfall vor! 

Existenzbedrohend. Ein Wort, eine Situation, der sich niemand gegenübersehen möchte. Doch was passiert, wenn der Betriebsleiter plötzlich schwer krank wird? Was geschieht, wenn nach drei Dürrejahren und hohen Futterkosten jetzt auch noch der Milchpreis absackt? Und während es auf dem einen Betrieb kein Problem ist, wenn der Melkroboter ausfällt, weil der Techniker zuverlässig parat steht, käme dies auf einem anderen Betrieb einer Katastrophe gleich. 
Umso wichtiger, sich als Betriebsleiter gut zu überlegen, welchen Risiken der Milchkuhbetrieb gegenübersteht und sich für die (eigenen) wirklich existenzbedrohenden Situationen einen Notfallplan zurechtzulegen. Lösungen müssen betriebsindividuell sein – ein Allheilrezept zur Risikominimierung gibt es nicht.

Risiken richtig beurteilen

Doch wie lassen sich die eigenen „Knackpunkte“ aufspüren? Ein gutes Hilfsmittel, um die individuellen Risiken für den eigenen Milchkuhbetrieb zu ermitteln, stellt die Landwirtschaftliche Rentenbank mit dem „Risikomanager” online bereit.
  • Zunächst werden die verschiedenen Risiken benannt, die Sie für Ihren Betrieb sehen (z. B. Ausfall von wichtigen Maschinen, Unfall des Betriebsleiters, hohe Fremdkapitalbelastung, Brand oder Senkung von Direktzahlungen).
  • Im zweiten Schritt ist anzugeben, wie wahrscheinlich es ist, dass diese Risiken eintreten (1 = sehr unwahrscheinlich bis 10 = sehr wahrscheinlich, siehe Übersicht 1).
Risiken, die entweder einen hohen Schaden anrichten oder sehr wahrscheinlich eintreten, sollten Sie steuern, d. h., vorsorgen (z. B. durch eine Unfallversicherung für wichtige Personen) oder durch entsprechende Entscheidungen (z. B. aus einem riskanten Betriebszweig aussteigen).

Wer regelmäßig seine persönlichen Risiken analysiert und sich entsprechend absichert, ist besser gerüstet. Wichtig dabei: Immer das Gesamtpaket betrachten!  (Bildquelle: Rentenbank)

Risiken einschätzen: Schwieriger, aber nicht unmöglich

Risiken für einen Milchkuhbetrieb lassen sich in interne und externe Risiken einteilen. Interne Risiken sind beispielsweise
  • Produktionsrisiken (z.B. Krankheiten im Bestand, Managementfehler)
  • Personalrisiken (z.B. Ausfall von wichtigen Arbeitskräften oder der Betriebsleiterin, sinkende Motivation der Mitarbeiter)
  • Finanzrisiken (z.B. Liquidität, Zinsänderungsrisiko bei hoher Fremdkapitalbelastung)
  • Inventar- und Gebäuderisiken (z.B. Feuer in einem Gebäude, Probleme mit wichtigen Maschinen, Verderb von eingelagerten Futtermitteln)
  • Sonstige Risiken (Umweltrisiken, mögliche Rechtsstreitigkeiten z.B. zur Produktsicherheit, Haftpflichtschäden)
Unter externen Risiken versteht man
  • Marktrisiken (z.B. Preisänderungen auf Absatz- und Beschaffungsmärkten)
  • Politikrisiken
  • ...


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