Milchmarkt

Rückblick und Ausblick auf den Milchmarkt

Die Coronakrise beeinflusste den Milchmarkt in 2020 stark, das Niveau von Ende 2019 ist nicht wieder erreicht. Die Aussichten auf das Jahr 2021: Durchwachsen!  

Jahresrückblick 2020 in Kürze

  • Für die deutschen Milcherzeuger blieb die für das Jahr 2020 erhoffte weitere Erholung der Erzeugerpreise, die im Herbst 2019 einsetzte, aus. Wesentlich dazu beigetragen haben die marktseitigen Verwerfungen in Folge der Coronakrise. Auch wenn diese rückblickend betrachtet weniger stark als anfänglich befürchtet ausfielen.
  • Die Wirtschaftlichkeit der Milchkuhbetriebe leidet seit dem zweiten Quartal 2020 unter merklichen Rückgängen beim Milchgeld. Mit den Tiefpunkten im Mai, wo viele Milcherzeuger Milchpreise von 28 bis 29 Cent pro kg erhielten (entspricht etwa -15% zu März 2020; vor Beginn der Corona-Krise).
  • Die Molkereien schafften neue Absatzwege bzw. stellten die Produktion stärker auf die gewachsene Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel ein, die Milchanlieferungsmenge hielt sich stabil. So konnte ab Juni auf der Erlösseite zwar eine leichte Erholung einsetzen, das Niveau vom Jahresanfang wurden jedoch nicht wieder erreicht. 
  • Die Milcherzeugerpreise, die vor Beginn der Corona-Krise im Auftrieb waren, werden im Jahresdurchschnitt das Vorjahresniveau 2019 (33,7 Cent) nicht erreichen. Der Jahresdurchschnittspreis beträgt nach den Berechnungen des Milchindustrie-Verband MIV voraussichtlich 32,5 Cent pro kg Standardmilch inkl. Nachzahlung.
  • Die Jahresanlieferung an Milch in 2020 hält sich weitestgehend stabil zum Vorjahr. In den ersten elf Monaten des Jahres haben die Molkereien in Deutschland laut Schnellberichterstattung der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) insgesamt 28,95 Mio. t Rohmilch erfasst. Das waren +0,4 % mehr als in der Vorjahresperiode. Auch im Dezember erwies sich der saisonale Anstieg der Milchanlieferungen nur verhalten.
  • Detaillierte Rückblicke bei uns unter „Wie wird Corona die Milcherzeugerpreise beeinflussen?“ (April 2020) und „Corona: Milchmarkt weniger hart getroffen als befürchtet?“ (Juni 2020) sowie „Corona-Lockdown erhöht Milchkonsum im ersten Halbjahr 2020“ (Juli 2020) und „Wie entwickeln sich die Milchpreise?“ (September 2020) und „Milchmarkt im November 2020 und Ausblick 2021“ (November 2020).

Ausblicke: Schwächere Milcherzeugerpreise im 1. Quartal 2021!? Nicht unbedingt.

Milcherzeuger in Deutschland müssen Anfang 2021 mit Abschlägen beim Milchgeld rechnen, sagen die einen Marktanalysten. Das muss nicht so sein, sagen die anderen …  (Bildquelle: Berkemeier)

Anfang 2021 sind am Milchmarkt die alten Herausforderungen teils auch wieder die neuen, fasst es die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) knapp zusammen: Die Folgen der Corona-Pandemie sowie der Austritt des Vereinigten Königreiches aus dem EU-Binnenmarkt sind die starken Einflussfaktoren. Dagegen steht ein in Deutschland zwar nahezu stabiles Milchangebot, in den meisten EU-Ländern sowie international steigt dieses...


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