Milchmarkt

Milchpreise im April verbessern sich leicht

Während die Milcherzeugerpreise im Süden die 36 Cent erreichen, erhalten die norddeutschen Milcherzeuger im April rund 33 Cent Milchgeld. Details plus Ausblick.

Die Absatzlage auf dem Milchmarkt hat sich zu Beginn des zweiten Quartals des Jahres 2021 erneut verbessern können, berichtet der VMB Verband der Milcherzeuger Bayern e. V. Nicht bei allen Milchprodukten wurden Preiserhöhungen erreicht, aber national wie international seien bei Milchfett und Milcheiweiß sowie Molke Erlösverbesserungen umgesetzt worden.
Gleichzeitig blieb das Milchaufkommen weiter unter oder knapp am Niveau des Vorjahres und damit unter den saisonalen Erwartungen.
Entsprechend konnten Molkereien leicht bessere Verwertungen erzielen. Viele Molkereien in Deutschland haben so ihre Milchauszahlungspreise für im April 2021 gelieferte Kuhmilch angehoben – allerdings oftmals nur „in einem kleineren Rahmen“, so der VMB. 
Hinweis: Alle angegebenen Milchpreise sind Grundpreise bei 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, ohne Mehrwertsteuer und ohne Zu- und Abschläge.

Süden: In Bayern im Schnitt fast 36 Cent pro kg Milch

In Bayern lag der Milchauszahlungspreis im April 2021 bei fast 36 Cent, wertet der VMB aus. Das entspricht einem Anstieg von +0,6 Cent pro Kilogramm Milch gegenüber März.
In Süddeutschland insgesamt blieben jedoch auch einige Milcherzeugerpreise unverändert zum Vormonat (meist auf hohem Niveau). Unter anderem bei der Milchverwertung Ostallgäu (36,0 Cent) und den Milchwerken Berchtesgadener Land (36,90 Cent).
Ihre Auszahlungspreise angehoben haben unter anderem Omira (Lactalis), um +0,5 Cent auf 33,46 Cent pro kg und Zott, um +1,5 Cent auf 33,76 Cent.

Norden: Milcherzeugerpreise zwischen 30,0 und 35,5 Cent

Auch in der Nordhälfte Deutschlands haben die meisten Milchverarbeiter mehr Milchgeld ausgezahlt. Viele haben den Milchauszahlungspreis gegenüber dem Vormonat sogar um 1 Cent erhöht. Dennoch: Die große Spanne im Auszahlungsniveau zwischen den Molkereien bleibt bestehen.

Die Privatmolkerei Paul Mertens GmbH ist eine der Molkereien, die im April im Norden mit 33,25 Cent im oberen Mittelfeld auszahlte. (Bildquelle: Berkemeier)

  • Den höchsten Milchpreis zahlt derzeit mit 35,5 Cent pro kg Milch Ammerland. Angehoben wurde der Milchpreis hier zudem (+1,0 Cent ggü. März). FrieslandCampina (Köln) zahlte 34,12 Cent (+0,7 ggü. März).
  • Die niedrigsten Grundpreise zahlten im April von den „Großen“ weiterhin die Hochwald Milch eG (30,0 Cent, unverändert ggü. März), Arla Foods amba mit 30,85 Cent (März 28,48 Cent) sowie das DMK Deutsches Milchkontor mit 31,20 Cent (März 30,2 Cent).
Im oberen Mittelfeld liegen die Grundpreise meist um 33 bis 34 Cent. Etwa bei der Breitenburger Milchzentrale eG (34 Cent), der Paul Mertens GmbH (33,25 Cent) oder Rücker Aurich (33,0 Cent).
Die Milchverarbeiter im östlichen Bundesgebiet zahlen ebenfalls etwas mehr. Mit 31,25 Cent bei der Sachsenmilch Müller (+0,5 Cent ggü. März) und 32,5 Cent bei Rücker Wismar (+1,0 Cent).

Milchpreis-Trend im zweiten und dritten Quartal 2021

Für Mai 2021 erwarten Milchmarktexperten tendenziell weitere Milchpreiserhöhungen. Darauf deutet auch die Entwicklung des ife Rohstoffwert Milch hin, der als Frühindikators für Milchpreisentwicklungen gilt. Dieser erhöhte sich im April auf 36,2 Cent – siehe Rohstoffwert Milch April bei 36,2 Cent.
Tendenziell kann auch für Mai 2021 erwartet werden, dass eine leichte Milchpreiserhöhung stattfindet.“
VMB Verband der Milcherzeuger Bayern e. V.
Allerdings sei fraglich, ob dabei die Preisaufschläge in einer ähnlichen Größenordnung wie im April erfolgen können, mahnt der VMB Verband der Milcherzeuger Bayern e. V. an. Er weist diesbezüglich auf die nach wie vor nicht abgeschlossenen Preisgespräche zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel (LEH) für die wichtigen Milchstandardprodukte, wie Frischmilch und Käse.
Normalerweise werden die Verhandlungen Ende April abgeschlossen und gelten ab Mai! Es heißt, dass die Einkäufer des LEH die Verhandlungen in diesem Jahr herauszögern. Der Einfluss der LEH-Kontrakte auf das Gesamtmilchpreisgefüge im zweiten und dritten Quartal 2021 kann so derzeit nicht eingeschätzt werden. 
Entsprechend der Preisentwicklungen im Großhandel für Milchprodukte (national wie international) müssten die Kontraktpreise allerdings steigen und noch viel mehr die Milchauszahlungspreise an die Landwirte.
Schließlich liegen die Preise gegenwärtig deutlich über dem Niveau von Oktober und November 2020, als zuletzt die LEH-Halbjahreskontrakte vereinbart wurden. Siehe Milchmarkt im November 2020 und Ausblick 2021.
Ungünstig beeinflusst jedoch die kühl nasse Witterung das saisonale Konsumverhalten für Milchprodukte. Die Absätze im LEH bleiben deshalb laut dem VMB nur auf einer normalen Entwicklungshöhe - allerdings eben auf einem festen Preisniveau …
Quellen: VMB, ZMB, topagrar Milchpreisbarometer