Mitarbeiter finden

Gute Mitarbeiter finden – in sechs Schritten

Wachsende Milchkuhbetriebe brauchen Unterstützung. Dabei muss es nicht immer ein ausgebildeter Landwirt sein! Eine einfache Anleitung von der Planung bis zum Arbeitsvertrag. 

Felix Strothmeyer

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Irgendwann ist er da: Der Zeitpunkt, ab dem die Arbeit nicht mehr nur mit Familienmitgliedern zu stemmen ist. Dann ist externe Hilfe in Form von Mitarbeitenden nötig. Doch wie findet man den oder die „Richtige“? Hilfreich ist, den Prozess in sechs einfache Schritte zu unterteilen: 
  1. den Bedarf planen
  2. das eigene Image aufpolieren
  3. den passenden Bewerber suchen
  4. den richtigen Mitarbeiter auswählen…
  5. …und einstellen.
  6. Zufriedenheit herstellen und den/die Neue halten. 

1. Den Bedarf richtig einschätzen

Der erste Reflex ist häufig, jemanden einzustellen, der oder die einem selbst möglichst ähnlich ist (Ausbildung, Fähigkeiten, Einsatzbereitschaft). Doch gerade diese Personen sind teuer und schwierig zu finden. Zudem haben die wenigsten Arbeitnehmer Lust auf „alles“ (Arbeit mit der Kuh, Maschinen fahren, Büroarbeit, Teamleitung, Reparaturarbeiten…). Besser ist es daher, ähnliche Aufgaben zusammenzufassen und zu prüfen, ob man nicht jemanden findet, der genau diese Tätigkeiten abnimmt und dadurch für Erleichterung sorgt. 
Je mehr verschiedene Arbeiten ein Mitarbeiter zu bewältigen hat, desto komplexer werden der Arbeitsplatz bzw. dessen Anforderungen und desto schwieriger ist es, den passenden Arbeitnehmer zu finden („Eierlegende Wollmilchsau“). Daher: einfacher denken! 
Tipps
  • Aufgaben in Tages- oder Wochenpläne einteilen und sich bewusst machen, wie viel Stunden wann dafür anfallen und was jemand wirklich dafür können muss.
  • Ziel: Keine Arbeitstage von morgens bis abends, da dies für Arbeitnehmer zunehmend unattraktiv wird. Möglichst klare Zuständigkeiten und effiziente Abläufe schaffen.
  • Vertretungsmöglichkeiten für Urlaub oder Krankheit einplanen. Dafür ist es notwendig, dass mehrere Mitarbeiter in verschiedenen Arbeitsbereichen eingesetzt werden können.
  • Je nach Betrieb kann es sinnvoll sein, einzelne Arbeiten auszugliedern (Besamung, Klauenpflege). 
Ein Stellenprofil (Beispiel siehe Übersicht 1) fasst Ziele und Aufgaben zusammen und sorgt für eine klare Definition.

Übersicht 1

Anschließend leiten Sie davon ein Anforderungsprofil ab, in dem Sie notieren, welche Qualifikation Sie für die Stelle voraussetzen und welche Fähigkeiten ggfs. nachgeschult werden können. Beides, Stellen- als auch Anforderungsprofil, dienen als Inspiration für die Stellenanzeige und während späterer Bewerbungsgespräche als Arbeitspapier. Daran prüfen Sie, wie weit ein Bewerber mit den ausgearbeiteten Punkten übereinstimmt. 

2. Ein gutes Image: sich selbst richtig darstellen

Sie machen bereits Imagewerbung – 365 Tage im Jahr, bewusst oder unbewusst. Die Außendarstellung eines Betriebs ist weitaus wichtiger, als es vielen bewusst ist. Denn der gute oder schlechte Ruf eines Betriebs ist entscheidend für die Mitarbeitersuche!
Insbesondere potenzielle Arbeitnehmer aus der Region erkundigen sich im Vorhinein über mögliche Arbeitgeber. Neben der Außendarstellung des Betriebs spielt insbesondere der Umgang mit den Mitarbeitern eine entscheidende Rolle. Bietet ein Betrieb gute Arbeitsplätze, spricht sich dies schnell herum.
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