IDF Global Dairy Conference 2021

Gute Aussichten für Milchprodukte

Was hält die Zukunft für Milcherzeuger und den Handel mit Milch bereit? Was auf die Branche zukommt, wurde auf dem IDF-Kongress in Kopenhagen diskutiert.

Die Covid-19-Pandemie hat die Zusammenhänge zwischen Gesundheit, Versorgungsketten, Verbrauchsmustern und globalen Grenzen sehr deutlich vor Augen geführt: Internationale Lieferketten brachen zusammen, Rohstoffe und Ersatzteile wurden knapp, die Verbraucher waren zu Hause und kochten wieder vermehrt selbst. Auf einmal waren regionale Produkte heiß begehrt. Wenn es um die Produktion, den Vertrieb und den Verbrauch von Lebensmitteln geht, ist "business as usual" keine Option mehr.
Nicht nur die Ansprüche der Konsumenten in der westlichen Welt verändern die Branche. Auch der Klimawandel und eine wachsende Zahl hungernder Menschen verändern die Produktionsbedingungen für Milch.

Mehr Milch, weniger Kühe

Eine Aussicht, wie sich der globale Milchmarkt verändern könnte, lieferte Torsten Hemme vom Internationalen Forschungszentrum für Milchproduktion in Kiel (IFCN). Er geht davon aus, dass sich der internationale Milchmarkt, das Bevölkerungswachstum und die Nachfrage nach Milchprodukten rasant entwickeln werden.
Bleibt die Entwicklung wie bisher, wird die Milchleistung pro Kuh bis 2030 weiter steigen, aber die Anzahl der Tiere weltweit weiter zurückgehen. Durch die Leistungssteigerungen steigen die produzierten Milchmengen weiter an. Einen deutlichen Rückgang könnte es allerdings bei der Anzahl der Milchkuhbetriebe geben. Die Zahl der Milcherzeuger wird sich voraussichtlich in den kommenden Jahren von  weltweit 117 Millionen (2017) um ca. zehn Millionen verringern.
Auch die Nachfrage entwickelt sich weiter positiv und könnte bis 2030 im Vergleich zu 2020 um 21 % zulegen, prognostiziert Chefanalyst Hemme. Während die letzten zehn Jahre von einem stabilen Nachfrageverhalten bei Milchprodukten geprägt war, sind zukünftig je nach Wirtschaftslage und Entwicklung der Verbraucherpräferenzen auch andere Szenarien möglich: 
  • Reich und wählerisch: Es gibt Geld genug, aber deutlich weniger Menschen, die Milch trinken möchten, sodass der Verbrauch zurückgeht. 
  • Begrenztes Einkommen: Das Geld fehlt, um eigentlich gewünschte Milchprodukte zu kaufen.
  • Rückgang der Wirtschaft: Weder Geld noch Milchprodukte sind ausreichend vorhanden.
Für den Export sind die Aussichten für europäische Milcherzeuger gut: Westeuropa, Nordamerika und Ozeanien werden auch...