FrieslandCampina zieht Halbjahresbilanz 2020

FrieslandCampina zieht Bilanz für das Corona-bedingt unnormale erste Halbjahr 2020. Kurz: Umsatz stabil, Gewinn unter Druck, Milchpreise um 3,5 % niedriger.

Das Jahr 2020 war sehr gut gestartet, für die niederländische Genossenschaftmolkerei und ihre Milcherzeuger. So lagen im ersten Quartal (Januar, Februar, März) die Ergebnisse über dem Vorjahr und die Milcherzeugerpreise um die 36 Cent pro kg Standardmilch (3,57% Eiweiß, 4,41% Fett, exkl. MwSt,  jährliche Anlieferungsmenge 850.000 kg Milch). Doch dann, Ende März, begann sich die Corona-Pandemie auf das operative Geschäft und die Unternehmensergebnisse auszuwirken. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Lockdown-Maßnahmen in der ganzen Welt haben dazu geführt, dass die Grundpreise für Milchrohstoffe und bestimmte verarbeitete Produkte stark zurückgingen. Und gleichzeitig bestimmte Kosten gestiegen sind, beispielsweise für den Transport und Hochseecontainer. Der Effekt davon kam etwas zeitverzögert in Form von gesunkenen Milchauszahlungspreisen bei den Milcherzeugern an. Jetzt, für Juli 2020 hat die Genossenschaftsmolkerei wieder einen Anstieg in ihrem Garantiepreis von 0,5 Cent auf 33,0 Cent angekündigt.
Hein Schumacher, CEO von FrieslandCampina, fasst das Geschehen im Bericht (veröffentlicht 23.07.2020) zum ersten halben Geschäftsjahr 2020 wie folgt zusammen: „Die Corona-Pandemie hat im ersten Halbjahr 2020 außergewöhnliche Marktbedingungen geschaffen.“ Er zieht allerdings auch eine positive Bilanz über die schnelle Reaktionsfähigkeit und die professionelle Einstellung aller Milcherzeuger und Mitarbeiter in der Corona-Krise: Alle haben einen super Job gemacht, dazu beigetragen, dass die Liefer-, Verarbeitungs- und Vertriebskette durchgehend aufrecht gehalten werden konnten. Dafür dankt er allen Beteiligten „aus tiefsten Herzen“.

Die wichtigsten Zahlen in Kürze

  • Umsatz stabil (+ 0,3%) bei 5,6 Mrd. €. Auf vergleichbarer Basis ging das Betriebsergebnis gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 um -17,2% und das Ergebnis um -37,2% zurück.
  • Die Unternehmensergebnisse stehen unter dem Druck der Corona-Pandemie. Insbesondere aufgrund eines starken Rückgangs der Außer-Haus-Verkäufe, niedrigerer Grundpreise für Milchprodukte und einem Einbruch der Verkäufe von Säuglingsnahrung in Hongkong aufgrund der geschlossenen Grenzen zu China. Diese Negativ-Einflüsse konnten teilweise durch höhere Gewinne für Verbrauchermilchprodukte und Inhaltsstofferzeugnisse ausgeglichen werden.
  • Der Milchpreis für die Mitglieds-Milcherzeuger sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um  3,5% auf 36,59 € pro 100 kg Milch. Als Hauptursache dafür nennt die Molkerei die Preisrückgänge für die Basis-Milcherzeugnisse. 
  • Die Milchanlieferung stieg aufgrund günstiger Wetterbedingungen um 1,1% auf 5.144 Mio. kg.
  • Ausblick: Die globale Rezession mit einer erwarteten langsamen Erholung erfordert jetzt weitere Eingriffe in die Kostenstruktur des Unternehmens und eine strukturelle Verbesserung der Produktivität.
Quelle: frieslandcampina.com


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