Molkerei

DMK kündigt einen wettbewerbsfähigen Milchpreis an

Die größte Molkereigenossenschaft, DMK, sieht sich auf Kurs. Umsatz und Gewinn waren im Corona-Jahr 2020 nahezu stabil. Der Milchpreis stieg auf 32 Cent.

In einem durch die Corona-Pandemie gekennzeichneten Jahr hat die DMK Group nach eigenen Angaben „geliefert“:
  • Die Auszahlungsleistung der DMK für ihre Genossen erreichte 2020 mit Milchauszahlungspreisen von im Schnitt 32,05 Cent/Kilo erstmals das Wettbewerbsniveau (und lag somit deutlich besser als noch in 2019).
  • Der Umsatz unserer Molkerei liegt mit 5,6 Mrd. Euro auf dem Vorjahresniveau, die Eigenkapitalquote bleibt mit rund 30 % stabil. Das Ergebnis erreichte mit 24,9 Mio. Euro das Vorjahresniveau von 24,5 Mio. Euro.
  • Die verarbeitete Milchmenge sank dagegen von 7,1 Milliarden auf 6,6 Milliarden Kilogramm.
Das zeigt, dass wir uns auf dem richtigen Kurs befinden!
Ingo Müller (CEO)
„2020 hat uns coronaseitig gefordert, aber nicht vom Kurs abgebracht“, erklärte DMK-Chef Ingo Müller. Spätestens mit dem ersten Corona-Lockdown habe die Molkerei mit gleich zwei großen Herausforderungen zu kämpfen gehabt: Zum einen sei im Lebensmitteleinzelhandel die Nachfrage zwischenzeitlich schlagartig um 30 Prozent gestiegen. Zum anderen seien die Umsätze im Gastronomie-Bereich eingebrochen.

Strukturmaßnahmen abgeschlossen

Zum Erfolg beigetragen habe laut DMK Maßnahmen letztlich auch der Abschluss vieler Strukturmaßnahmen wie der Bau des Babynahrungswerks in Strückhausen, der Neubau eines Pulverturms bei der DP Supply in Beesten, die Verschlankung der Eissparte oder die Übernahme der Traditionsmarke Alete.
Um unabhängiger von den starken Preisschwankungen bei Standardware zu werden, stellt das DMK das Portfolio sukzessive auf Produkte mit höherer Wertschöpfung um.

Russland und China im Visier

Auch im laufenden Jahr 2021 sieht sich der Molkereikonzern auf dem richtigen Kurs: Im gesamten Unternehmen habe man sich effizienter aufgestellt und spare Kosten. Die langfristig angelegte Strategie verstärkt auf Produkte mit hoher Wertschöpfung sowie Nachhaltigkeit und Innovationen zu setzen, will DMK auch 2021 fortsetzen. So würden in China stetig steigende Absätze von H-Milch verzeichnet und auch der Neubau des zweiten Werks in Russland werde dafür sorgen, dass die Molkerei ihre Kapazitäten im Jahr 2021 auf dem russischen Markt deutlich wird erhöhen können. 

Aktuell 35,3 Cent

Für Juni hat die Molkerei die Auszahlung um 1,3 Cent/Kilo angehoben, sie zahlt nun inklusive Zuschlägen 35,3 Cent/Kilo aus (inkl. Bonus für GVO-freie Milch von 1,0 Ct/kg, Milkmaster-Bonus von 0,4 Ct/kg und Logistik/Kühlkosten-Bonus von 0,4Ct/kg).
Seit September 2020 können Milcherzeuger bereits bis zu 30 % der durchschnittlichen monatlichen Milchmenge über DMK an der Warenterminbörse zu einem garantierten Preis absichern („Fixed Price“ Modell zur Festpreisabsicherung). Unsere Festpreisabsicherung bietet Planungssicherheit und verringert das Liquiditätsrisiko der teilnehmenden Landwirte.

LEH ist schuld an geringen Milchpreisen

Mit Blick auf die Demonstration von Landwirten für höhere Milchpreise in der vergangenen Woche vor mehreren Molkereien (u.a. bei DMK in Edewecht), erklärte ein DMK-Sprecher: „Ja, die Preise für Milchprodukte in Deutschland entsprechen bei weitem nicht ihrem eigentlichen Wert und sie honorieren auch bei weitem nicht in angemessener Weise die Arbeit und das Engagement der Landwirtinnen und Landwirte. Aber die Hauptadressaten für eine berechtigte Kritik an dieser seit Jahrzehnten bestehenden, höchst unbefriedigenden Situation sind auf keinen Fall eine einzelne genossenschaftlich organisierte Molkerei.“ Ursächlich verantwortlich für diese Situation sei die Stärke des Lebensmitteleinzelhandels sowie die Gesetzmäßigkeit von Angebot und Nachfrage. „Eine Verbesserung der Situation kann nur über die bereits eingeschlagenen Wege wie dem Agrardialog, der Zukunftskommission Landwirtschaft oder einer gemeinsamen Branchenkommunikation gelingen, in dem sich alle Beteiligten einbringen.“
Quelle: DMK, NWZonline
 


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