Tierwohl

Die Borchert-Kommission zur Milchkuhhaltung 

Die Nutztierstrategie der Borchert-Kommission betrifft auch Milchkuhbetriebe. Informationen und aktueller Stand. 

An einer weiteren Verbesserung des Tierwohls kommt auch die Milchkuhhaltung nicht mehr vorbei. Höhere Standards kosten jedoch eine Menge Geld, das die Milcherzeuger derzeit allein am Markt nicht erlösen können. Zu diesem Schluss kommt auch das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung unter der Leitung von Jochen Borchert (Borchert-Kommission1)) in seinen Empfehlungen an das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL). Deshalb betont das Kompetenznetzwerk, dass ein finanzieller Ausgleich zwischen dem EU-Standard und künftig höheren Standards in Deutschland durch Tierwohlprämien ausgeglichen werden muss. Dabei sei Planungssicherheit für die Landwirte gefragt.
Was die Bundesregierung aus diesen Vorschlägen machen wird bzw. wie schnell sie sie umsetzt, ist derzeit noch unklar. 

Dreh- und Angelpunkt ist die Tierwohlkennzeichnung

Um einen Umbau der Tierhaltung zu erreichen, empfiehlt die Kommission eine staatliche Förderpolitik, da die Verbraucher höhere Standards an der Ladentheke nicht ausreichend honorieren.
Das Hauptaugenmerk richtet die Borchert-Kommission dabei auf die Etablierung einer zunächst freiwilligen, staatlichen Tierwohlkennzeichnung, die anschließend auf EU-Ebene verpflichtend werden soll. Später (in 10 bis 20 Jahren) sollen dann, nach Vorstellung der Kommission, die Stufe 1 und 2 gesetzlicher Standard werden. Konkret hat die Kommission vorgeschlagen:
  • 2020/21: Einführung einer zunächst freiwilligen Tierwohlkennzeichnung für Schweine und anschließend für Rindfleisch und Milch.
  • 2025: Einführung einer verpflichtenden Tierwohlkennzeichnung auf EU-Ebene. Angestrebt: Mindestens 50% der Tierproduktion in Stufe 1 und 10% in Stufe 2.  
  • 2030: Stufe 1 wird gesetzlicher Mindeststandard für alle Tierarten.
  • 2040: Stufe 2 wird gesetzlicher Mindeststandard. Marktanteil von Stufe 3 soll bei mindestens 10% liegen.

Was wird speziell für den Milchkuhbereich gefordert?

Im Zuge des geplanten tierwohlgerechten Umbaus der Rinderhaltung erarbeitet die sogenannte Arbeitsgruppe (AG) Rind  derzeit für die Milchviehhaltung konkrete Vorschläge und gibt diese an das Kompetenznetzwerk (Borchert-Kommission) weiter. Mitglieder dieses Gremiums sind ca. 30 Personen aus der Praxis, Wissenschaft und Gesellschaft. 

In der Stufe 3 werden rotierende Bürsten für die Kühe gefordert. (Bildquelle: Veauthier)

Bei diesen Vorschlägen geht es u.a. um die Haltung, Bewegungsmöglichkeiten und um die klimatischen Bedingungen unter denen Kühe künftig gehalten werden sollen. Hier einige erste...


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