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Fremdkörper

Käfigmagnet verhindert schwere Verletzungen

Nägel, Drahtstücke oder Metallsplitter können zu schweren Verletzungen des Netzmagens und anderer Organe führen. Die wirkungsvollste Vorbeuge bleibt die prophylaktische Eingabe von Käfigmagneten.

Kühe können Fremdkörper im Futter wie z.B. Steine, Nägel, Drahtstücke oder abgesplitterte Metallstücke beim Fressen nicht aussortieren. Auch ein Ausspucken derart fremder Bestandteile ist den Tieren kaum möglich. Die Fremdkörperaufnahme kann deshalb für einige Tiere lebensgefährliche Verletzungen mit sich bringen, denn spitze Gegenstände können nicht nur die Netzmagenwand verletzen, sondern auch in der Nähe liegende Organe schädigen. Hiervon können z.B. das Bauchfell, die Milz, die Leber, das Zwerchfell sowie Herz und Lunge betroffen sein. Hinzu kommt, dass die Fremdkörper mit Bakterien besiedelt sind, die zu Entzündungen und Abzessen führen können.

Diagnose: Erhöhte Bauchdeckenspannung

Die Symptome, die durch eine Aufnahme eines Fremdkörpers entstehen, können sehr vielfältig sein. Am Anfang kann sie mit Verdauungsstörungen, Fressunlust, herabgesetzter Wiederkautätigkeit und Zähneknirschen einhergehen. Die Kühe zeigen häufig eine verminderte Leistung. Später können auch ein gekrümmter Rücken, eine Bauchdeckenspannung, stimmloses Stöhnen und Fieber auftreten.

Eine einfache Methode Fremdkörper frühzeitig zu erkennen, ist es die Haut am Widerrist nach dem Einatmen hoch zu ziehen. Kühe mit verschlucktem Fremdkörper drücken dann den Rücken stark nach unten und stöhnen.

Therapie: Käfigmagnet und Antibiose

Ist eine Fremdkörpererkrankung diagnostiziert, sollte ein Käfigmagnet eingegeben werden. Zusätzlich sollte eine Antibiose durchgeführt und Entzündungshemmer und Schmerzmittel verabreicht werden. Auch eine Stabilisierung des Vormagenmilieus und des Energiestoffwechsels ist sinnvoll. Der Magnet verbleibt anschließend im Tier.

Um eine Aufnahme und eine damit verbundene Therapie zu vermeiden, können verschiedene Prophylaxemaßnahmen durchgeführt werden:

  • Absammeln von Fremdkörpern auf der Weide. Bei der Reparatur von Weidezäunen sollte man darauf achten, dass keine Drahtreste etc. liegen bleiben.
  • Siloentnahme bzw. Futtermischwagen auf schadhafte, lose Bauteile überprüfen.
  • Die wirkungsvollste Vorbeuge bleibt die prophylaktische Eingabe von Käfigmagneten. Bei Kosten von ca. 7,50 €/Magnet rechnet sich der Einsatz bei einem 100-Kuhbetrieb bereits, wenn hierdurch die Merzung einer Kuh verhindert werden kann. 
Quelle: Dr. Kathrin Mahlkow-Nerge, LWK Schleswig-Holstein