Wiederkauen: Kranke Kühe früh(er) erkennen Plus

Kann ein Melkroboter bei Erkrankungen frühzeitig Alarm schlagen? Lars Heiner und Prof. Steffen Hoy, Universität Gießen, sind der Frage nachgegangen.

Das Ziel eines jeden Herdenmanagers muss sein, Gesundheitsstörungen möglichst früh zu erkennen und zu behandeln, um den durch Erkrankungen auftretenden wirtschaftlichen Verlust so gering wie möglich zu halten und um die Kuh vor Schmerzen zu schützen. Kann der Melkroboter hier Hilfestellung leisten? Schließlich sammelt ein Melkroboter kontinuierlich viele Daten (Aktivität, Wiederkauen, Tagesmilchmenge, Milchtemperatur, Melkgeschwindigkeit, Anzahl Melkungen, elektrische Leitfähigkeit der Milch), die sich eventuell zur Früherkennung von Erkrankungen nutzen lassen.

Datenauswertung durch AMS

In einer Studie, die auf fünf Milchkuhbetrieben durchgeführt wurden die oben genannten Daten erhoben. Die Daten stammten ausschließlich von Lely-Melkrobotern (1x A3 sowie 7x A4). Die mittlere Tagesmilchleistung der Kühe betrug 32,5 kg. Es wurden jeweils fünf Tage vor und nach einer aufgetretenen Erkrankung (= Behandlung) ausgewertet. Insgesamt wurden 2.486 Datensätze erfasst. Wiederkaudauer und Aktivität wurden mittels Qwes HR-Halsbänder erfasst. Die Tagesmilchmenge wurde jeweils kuhbezogen gewogen. Milchtemperatur, Melkgeschwindigkeit und Leitfähigkeit der Milch werden durch das Milchqualitätskontrollsystem (MQC) im Roboterarm gemessen. Kuh- und Laktationsnummer sowie die Anzahl Melkungen wurden aus dem Managementprogramm T4C ausgelesen. Die Erkrankungen wurden vom Tierarzt oder vom Stallpersonal erfasst. Es wurden ausschließlich behandelte Kühe ausgewertet.

Große Unterschiede in allen Parametern zwischen den Betrieben

  • Bei einer mittleren Wiederkaudauer von 506 min/Tag schwankten die Mittelwerte zwischen 421 und 571 Minuten. 
  • Die durchschnittliche Aktivität reichte von 35,3 bis 48,0. 
  • Die Melkgeschwindigkeit reichte von 2,52 bis 3,91 kg/min (nur erkrankte Kühe). Es wurden zwischen 2,5 und 2,9 Melkungen je Tag festgestellt. 
  • Die Leitfähigkeit variierte deutlich (Mittelwerte im vorderen rechten Viertel zwischen 7,7 und 73,1 mS/dm). 
  • Die Unterschiede in der Milchtemperatur waren hingegen nur  gering (38,3 bis 38,9...


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