Grasernte

Tipps für späte Grassilagen im Herbst

Durch die Grundfutterknappheit der letzten Jahre haben die späten Aufwüchse mehr Bedeutung bekommen. Empfehlungen dazu, wie die späten Grassilagen gut gelingen.

Die Niederschläge im September und Oktober sorgen für massige Aufwüchse in den Wiesen und im Ackergras, doch qualitativ hochwertige Herbstsilagen daraus herzustellen ist nicht einfach! Denn auch ohne Regenwetter erschweren Tau, hohe Bodenfeuchtigkeit und wenig Sonnenschein das nötige Anwelken erheblich.

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Um mit einer höheren Sicherheit noch gute Qualitäten in den Herbstsilagen zu erzielen, empfehlen Futterbauberater allgemein folgendes Vorgehen.

So gelingen auch späte Silagen noch zufriedenstellend

  • Den Schnittzeitpunkt rechtzeitig wählen (jung, nach Entwicklung Hauptbestandsbildner), bei möglichst abgetrockneten Beständen. 
  • Da ohnehin mit höheren Verschmutzungen und damit Rohaschegehalten zu rechnen ist, muss die Schnitthöhe über 7 cm Stoppelhöhe liegen. 
  • Beachten, dass bei den späten Aufwüchsen häufiger Verpilzungen (Kronenrost) auftreten. Ist eine Infektion erkannt worden, dann den Bestand bei den nächstbesten Anwelkbedingungen ernten, um den Befall nicht weiter aufkeimen zu lassen. 
  • Möglichst auf 30 bis 37% TS anwelken lassen. Da die Bedingungen zum Anwelken durch Tau, Nebel und Bodenfeuchte erschwert werden, sollte mit Aufbereiter gemäht werden. Dennoch können diese Ziele nicht immer erreicht werden. Und länger als 1,5 Tage sollte keinesfalls angewelkt werden! 
  • Bei nassem Gras (Ackergras!) werden längere Häcksel- bzw. Schnittlängen (Ladewagen) empfohlen, um die Sickersaftbildung einzudämmen. In jedem Fall sollte Vorsorge dafür getroffen werden, dass Sickersaft bei Fahrsiloanlagen/Flachmieten ordnungsgemäß aufgefangen wird. Nicht zu unterschätzen ist bezüglich der Häcksellänge auch die physikalische Stabilität der Silagen im Silo. Zu kurze Häcksellängen bei nassem Gras erhöhen das Risiko, dass die Silagen weg- oder auseinander rutschen. Mehr dazu, siehe unten.
  • Können nur Anwelkgrade um 25 bis 30% erreicht werden, ist noch eine Ballensilierung möglich.
  •  Bei TS-Gehalten von lediglich 10 bis 15% im Schnittgut ist eine Ballenbereitung dagegen meist ausgeschlossen. Hier wird empfohlen, Trockenschnitzel zur Bindung von Gärsäften in Kombination mit homofermentativen Milchsäurebakterien im Fahrsilo einzusetzen. 
  • Bei schlechter Gäreignung (Z/PK 2,0; Schmutz, Eiweißgehalte*) den Einsatz von entsprechenden Silierzusätzen erwägen.
  • Grundsätzlich: Möglichst intensive und weidelgrasbetonte Grünlandbestände führen. 
Die Häcksellänge dem Gras anpassen

Je nasser und jünger das Gras, desto länger sollte die Häcksellänge gewählt werden. Neben dem Reduzieren des Saftaustritts geht es darum den nötigen „Grip“ in das Silo zu bringen. Derart kurze Partikellängen wie im Bild sind nicht einfach im Silo zu managen. (Bildquelle: Berkemeier)

Nicht zu unterschätzen ist bezüglich der Häcksellänge bei nassem Material die physikalische Stabilität der Grassilagen im Silo. Sehr kurze Häcksellängen bei nassem Gras erhöhen das Risiko, dass die Silagen weg- oder auseinander rutschen. Es fehlt dann an dem nötigen „Grip“.
Mehr Infos zu diesem Thema und wie Sie die Häcksellänge hier richtig an das Material anpassen gibt es bei uns hier: Die Häcksellänge dem Gras anpassen


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