Fütterung

Pressschnitzelsilage: Ideale Ergänzung in der Ration

Pressschnitzel sind durch hohe Energiegehalte bei schlechten Maissilagen gut einsetzbar! Je nach Region sind sie jedoch nur begrenzt verfügbar. Tipps zum Einsatz.

Pressschnitzel (Nassschnitzel) sind extrahierte und abgepresste Zuckerrübenschnitzel, die nicht getrocknet sind. Sie sind energiereich, schmackhaft und ein hoch verdauliches Saftfuttermittel. Wir zeigen Ihnen wie sie in Rationen eingesetzt werden sollten und was bei der Lagerung zu beachten ist.

Isabell Fengels

LWK NRW

Benno Derksen

LWK NRW

Pressschnitzel können Selektion reduzieren

Pressschnitzel weisen zwar keine Stärke und nur wenig Zucker auf, dennoch sind sie sehr energiereich durch hohe Gehalte an Pektinen und Hemicellulosen. Diese Gerüstsubstanzen sind gut verdaulich, werden im Pansen aber nur langsam abgebaut. Dadurch sinkt der pH-Wert deutlich langsamer als beim Stärkeabbau (z.B. Mais oder Getreide), die Fermentation im Pansen wird stabilisiert.

Die Grassilage-Qualitäten des letzten Jahres sind wenig zufriedenstellend. Manchmal kann es Sinn machen, dann Futterfette einzusetzen. Worauf ist zu achten?

Pressschnitzel sind zudem ein schmackhaftes Futter, wodurch die Futteraufnahme angeregt wird. Durch ihren niedrigen Trockenmasse (TM)-Gehalt bleiben mehlförmige Kraftfuttermittel an den Pressschnitzeln haften, was die Selektierbarkeit der Ration verringert.
Ein weiterer Vorteil ist, dass Pressschnitzel eine gleichbleibende Qualität und damit eine gute Planbarkeit für die Rationszusammenstellung aufweisen.  

Passt zu stärkebetonten Rationen

Pressschnitzel passen in eiweißreichen Grassilagerationen, aber vor allem in mais- bzw. stärkebetonten Rationen. Hier wirken sie durch ihre langsame Abbaubarkeit der schnell abbaubaren Stärke entgegen und können Getreide/Kraftfutter bzw. Maissilage ersetzen. Beim Einkauf sollte dennoch immer die Preiswürdigkeit bestimmt werden!

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