Elite-Stallgespräch

Praxistipps für den Weg zu längeren Laktationen 

Den Film und die beantworteten Zuschauerfragen zum Stallgespräch „Laktationen bewusst verlängern“ sowie eine Bildergalerie zum Drehtag finden Sie jetzt hier. 

Auch beim dritten Elite-Stallgespräch haben zahlreiche Teilnehmer die Möglichkeit genutzt, den Film und die anschließende Fragerunde live zu verfolgen. Für alle, die den Live-Termin verpasst haben oder sich das Stallgespräch noch einmal ansehen möchten, ist der gesamte Livestream inklusive Film und beantworteter Zuschauerfragen nun online verfügbar. Für Elite-Abonnenten sind die Inhalt kostenfrei abrufbar.  
Hier gelangen Sie zum aufgenommenen Stallgespräch „Film & Fragen zur Verlängerung von Laktationen“ 

Herdenmanager Mathis Benning, Tierarzt André Hüting und Betriebsleiter Markus Hübers.  (Bildquelle: Weerda )

Häufig gestellte Fragen

Eine Verlängerung der Laktation lässt sich nicht „einfach so“ umsetzen und ist weder für jeden Betrieb noch für jede Kuh geeignet. Was muss besonders beachtet werden und welche Erfahrungen hat die LIMA Holstein KG in den vergangen anderthalb Jahren gesammelt? Ein Einblick in häufig gestellte Fragen und entsprechende Antworten von Tierarzt André Hüting und Herdenmanager Mathis Benning: 

1. Ab welcher durchschnittlichen Milchleistung kann ein Betrieb darüber nachdenken, die Laktationen zu verlängern?

Grundvoraussetzungen sind eine gute Fruchtbarkeit und eine homogene Herde. Zur Milchleistung: 10 % der Herde sollten über 50 kg Milch liegen. Die Milchleistung über 200 Laktationstage sollte im Durchschnitt über 30 kg Milch liegen. Auch wenn es zum Teil großen Spannweiten zwischen Einzeltieren geben kann, sollte diese Milchleistung im Durchschnitt erreicht werden, um die Kühe bewusst später zu besamen. 

2. Wie viel Milch sollten Kühe zum Trockenstellen noch mindestens haben, damit es sich rechnet?

Hier ist das Gesamtkonzept entscheidend, d.h. Futterkosten, Stallplätze etc. Grundsätzlich sollte es Ziel sein, dass Kühe maximal 60 Tage trockenstehen. Eine verlängerte freiwillige Wartezeit darf nicht zu einer längeren Trockenstehzeit führen! Bei einer guten Persistenz wird sich diese Frage somit nur noch bei Einzeltieren stellen. Allgemein ist häufig rein betriebswirtschaftlich sinnvoll,  Kühe mit mindestens 20 kg Milch trockenzustellen – bei einem angepassten Fütterungsmanagement mit einer hohen Trogration. Aber: Auch hier immer tierindividuell schauen. Vor zu hohen Leistungen zum Trockenstellen sollte man allgemein keine „Angst“ haben, da man diese Kühe erst einmal haben muss und sie sich dann in der Regel gut managen lassen im Hinblick auf das Trockenstellen. 

3. Welchen Einfluss hat die Einstiegsleistung auf die Persistenz?

Eine hohe Einstiegsleistung ist wichtig, bedeutet aber nicht automatisch eine gute Persistenz (Gruppenwechsel, Fütterung, Gesundheit etc. haben Einfluss). Grundsätzlich kann man aber sagen, dass je höher die Einstiegsleistung bei einer guten Gesundheit ist, desto besser auch die Persistenz hinten raus ist. D.h. sie bedingen sich nicht gegenseitig, dennoch ist eine hohe Einstiegsleistung ein Muss, um die Strategie verlängerter Laktationen in Angriff zu nehmen.  
Und wie ist die Faustformel „Milchleistung an Tag 30 (+/-) mal drei als FWZ“ anzusehen?
Als grobes Muster für den Start funktioniert eine derartige Faustformel. Aber: Es ist nicht die passende Lösung für jeden Betrieb. Besser ist es, weniger pauschal und stattdessen betriebs- und tierindividueller zu entscheiden. Zudem spielen neben der Milchleistung weitere Faktoren eine wichtige Rolle wie zum Beispiel die Kondition (Verfettung) oder die Fruchtbarkeit. 

4. Ist eine Zwischenkalbezeit von 480 bis 500 Tagen in Zukunft vorstellbar?

Entscheidend ist der Einzelbetrieb! Hier kann keine allgemeine Zahl genannt werden, weil jeder Betrieb individuell entscheiden muss, mit welcher Zwischenkalbezeit er gut fährt (Ziel: Mehrwert!). Jede Kuh, die später besamt werden kann, ist eine mehr. Es geht vor allem darum, einen Weg zu finden, schrittweise und...


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