Passt Ihr Tränkemanagement?

Tägliche Zunahmen von 800 g und mehr lassen sich nur erreichen, wenn das gesamte Tränkemanagement im Kälberstall stimmt. Die wichtigsten Eckpunkte. 

Schaut man in Betriebe mit niedrigen Kälberverlusten, stellt man immer wieder eines fest: Sie tränken ihre Kälber meist sehr intensiv, fahren ein konsequentes Hygienemanagement und überwachen die Gesundheit und das Wachstum ihrer Tiere ganz genau.

Worauf kommt es Tag für Tag an?

Tränkemenge: Je mehr – desto besser: Zehn Prozent vom Körpergewicht, mindestens aber zwei Liter qualitativ hochwertige Biestmilch pro Kalb (bitte vorher testen!) sollten Sie direkt nach der Kalbung vertränkt bekommen. Wenn das Neugeborene nicht eigenständig trinkt, ist ein einmaliges Drenchen des Kolostrums sinnvoll. Danach steigen Sie auf Transitmilch um. Sie ist ebenfalls noch förderlich für den Magen-Darm-Trakt und den Stoffwechsel des Tieres. Ideal ist dabei die Milch des eigenen Muttertieres, aber auch eine Mischung der Milch von mehreren frischabgekalbten Tieren ist möglich.

Schnell gemacht: Die Testung der Biestmilch-Qualität per Refraktometer.  (Bildquelle: Kraus, Johannes)

Für möglichst hohe Tageszunahmen durch gesunde, fitte Kälber sollten sie intensiv mit mindestens zehn Litern pro Tag getränkt werden. Diese intensive Tränke ist rasseunabhängig! Noch besser wäre die Variante der ad libitum-Tränke. Dabei können die Kälber über den ganzen Tag verteilt von der angesäuerten Tränke so viel aufnehmen, wie sie wollen. Dieses System ist dem natürlichen Tränkeverhalten am ähnlichsten.

Menge sinkt linear

Die Entwöhnung der Kälber sollte kontinuierlich und langsam und nicht zu „ruckartig“ stattfinden. Zu schnelle Umstellungsphasen bedeuten immer Stress und führen zu Wachstumsdepressionen. Der Labmagen, der Pansen und auch das Kalb müssen sich immer auf neue Fütterungsperioden einstellen können. Kälber sollten im konventionellen Betrieb nicht vor der 14. Lebenswoche abgetränkt werden. Eine lineare Senkung der...


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