NMC Kongress 2021

Neues zu Mastitis und Melkroutinen 

Über Sensoren, Melkroutinen und einen neuen ­Impfstoff wurde auf dem NMC-Kongress diskutiert.

Wenn auf Kongressen über das Thema Mastitis gesprochen wird, steht immer seltener die Behandlung infizierter Euter im Fokus, denn mit welchen (antibiotischen) Wirkstoffen den Erregern beizukommen ist, das ist bekannt. Intensiv diskutiert wird hingegen die Frage, wie sich der Einsatz von Antibiotika minimieren lässt – so auch auf der diesjährigen NMC-Jahrestagung.
Ein Ansatz ist das selektive Trockenstellen. Das sich dies „lohnt“, belegt eine Metaanalyse, die Fidèle Kabera von der Universität Montréal präsentierte. Aus den 12 ausgewerteten Feldversuchen geht eindeutig hervor, dass das selektive Trockenstellen in Kombination mit einem internen Zitzenversiegler im Vergleich zum 100%igen Trockensteller-Einsatz zu gleich guten Ergebnissen führt - sowohl bei der Heilungsrate während der Trockenperiode, bei der Neuinfektionsrate vor und nach dem Abkalben bis zum 120. Laktationstag.

Mastitis: Sensoren noch zu ungenau 

Noch besser wäre es, infizierte Kühe aufzuspüren, bevor sich eine Mastitis einstellt. Dies könnte mithilfe auf künstlicher Intelligenz (KI) basierender Früherkennungssystemen erreicht werden. Fieberhaft wird derzeit daran gearbeitet, die von Sensoren erfassten Daten in Informationen umzuwandeln, die dem Melker einen Hinweis auf die bevorstehende Erkrankung geben. Denkbar ist auch, dass die Kühe vor dem Trockenstellen automatisch selektiert werden, in behandlungswürdige und eutergesunde Tiere. Zurzeit hapert es aber noch an der Genauigkeit der Warnsysteme. Als Goldstandard gelten eine Sensitivität > 80 % (% sicher erkrankter Tiere) sowie eine Spezifität > 99 % (% gesunde Kühe als gesund erkannt). Die bisher erreichten Werte der Sensortechnik liegen jedoch noch deutlich darunter. Derzeit erfasst werden die Milchleistung, die Leitfähigkeit und Farbe der Milch, das Enzym Laktat Dehydrogenase (LDH), der Zellgehalt, der BCS, die Aktivität und das Wiederkauen der Kühe. Verbessern lässt sich die...


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