39. ADSA Discover Konferenz

Fütterung von Transitkühen, ein Update

In einer virtuellen Konferenz tauschten sich Experten aus Kanada und den USA über Neuigkeiten im Fütterungsmanagement für Milchkühe in der Transitphase aus.

Die Transitphase, gemeint ist der acht bis zehn wöchige Zeitraum vom Trockenstellen bis zum 28. Laktationstag, gilt als die kritischste Phase im Leben einer Milchkuh. Denn in dieser sensiblen Übergangsphase werden die Weichen für die Tiergesundheit und das Leistungsvermögen der Kühe in der nachfolgenden Laktation gestellt.
Fehler, die sich in diesen zehn Wochen im Fütterungsmanagement  einschleichen, haben unweigerlich negative Auswirkungen – besonders bei genetisch leistungsstark veranlagten Milchkühen.
Welche Knackpunkte es aus Sicht der Tiergesundheit bei der Versorgung der Kühe während dieser kritischen Phase zu beachten gilt, haben in den USA kürzlich Wissenschaftlern von Universitäten und aus der Industrie während einer dreitägigen Konferenz diskutiert (39TH ADSA DISCOVER CONFERENCE: THE TRANSITION PERIOD - FROM PHYSIOLOGY TO MANAGEMENT). Präsentiert wurden zudem neue Forschungsergebnisse.
Mit der Fütterung und dem Management der Milchkühe in der Trockenphase und in den ersten Laktationswochen werden drei Ziele verfolgt:
  • Optimierung der Tiergesundheit bzw. Minimierung von Krankheitsevents
  • Maximierung der Milchproduktion
  • Verbesserung der Fruchtbarkeitsleistungen
Eine Zusammenstellung über die während der vergangenen 25 Jahre gewonnen Erkenntnisse zum Themenkomplex „Fütterung“, listete Tom Overton von der Cornell Universität auf:  
  1. Durch eine gezielte Zufuhr von anionischen Ergänzungsmitteln (sauren Salzen) zur Verringerung der Kationen Anionen Bilanz (DCAD) oder von synthetischem Zeolith A lässt sich einer postpartalen Hypokalzämie (Milchfieber) wirksam vorbeugen.
  2. Durch eine kontrollierte Energiezufuhr während der Trockenperiode lassen sich die Trockenmasseaufnahme und der Stoffwechsel nach der Kalbung verbessern.
  3. Eine ausreichende Versorgung der hochtragenden Kuh mit metabolisierbarem Protein während der letzten 21 bis 14 Trächtigkeitstage (Close Up) stabilisiert den Stoffwechsel und wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Milchleistung aus. Eine ähnliche Wirkung wird pansengeschütztem Methionin zugeschrieben.
  4. Zu Laktationsbeginn verbessert eine hohe Verdaulichkeit der Futterration den Stoffwechselstatus und lässt mehr Milch erwarten -  solange die Gesundheit des Pansens erhalten bleibt (Stärkegehalt begrenzen!).
  5. Die Transitkuh benötigt wahrscheinlich einige bestimmte Nährstoffe, weshalb die Zugabe Futterzusätze wie z.B. von bestimmten Aminosäuren, Biotin, Cholin, Chrom, Hefen, …) in der Regel zu positiven Ergebnissen führt.

1 | Zeolith A erhöht die Kalzium-Konzentration im Blut

Wenn die Tiergesundheit und/oder die Leistungen der Kühe nach dem Abkalben hinter den Erwartungen zurück bleiben, dann ist dies laut Overton in aller Regel auf einige wenige aber typische Managementfehler zurückzuführen:
  • Das Selektieren der vorgelegten Futterration (als Folge einer ungenügenden Futteraufbereitung, eines mangelhaften Mischvorgangs oder einem zu hohen Trockenmassegehalt).
  •    Auf größere Abweichungen von der Trockensteher- und der Laktationsration, insbesondere beim Stärke- und Fasergehalt.
  • Durch einen unzureichenden Zugang zum Futter (Überbelegung, unterlassenes Nachschieben, zu wenig Futter vorgelegt).
  • Die Futterration wird nicht ständig überprüft und angepasst (wechselnder TM-Gehalt von Silagen).
  • Durch die Verfütterung von Chargen minderwertiger (schimmelhaltiger) Silagen.
Enorm wichtig ist laut Overton, dass Kühe vor und nach dem Abkalben mit der gleichen Menge an NDF versorgt werden....


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