Fütterung

Futterrest – teuer, aber wichtig! 

Ein großzügig kalkulierter Futterrest kann die Futteraufnahme von ­Kühen positiv beeinflussen. Viel Rest bedeutet aber auch mehr Kosten und Arbeitsaufwand! 

Stefan Neumann

Agrarberatung Koesling Anderson 

Peter  Meutes

Milcherzeuger

Die Fütterung von Milchkühen wird stetig teurer. Neben kostspieligen Kraftfutter-Komponenten ist vor allem das Grundfutter ein wachsender Kostenfaktor. Das große Ziel, Kühe satt zu füttern und ihnen über 24 Stunden dieselbe, hochwertige Ration anzubieten, gilt nach wie vor! Dennoch sollte der Faktor Futterrest auch aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet werden. Wie viel Überschuss lohnt sich wirklich?

Wie viel Überschuss ist notwendig? Entscheidend ist unter anderem die Möglichkeiten der Zweitverwertung.  (Bildquelle: Stöcker-Gamigliano )

9 Cent pro kg Futter

Ganztägige Verfügbarkeit, steigende Futteraufnahme, bessere Energieversorgung und höhere Milchleistung sprechen für viel Futterrest. Dagegen sprechen die hohen Kosten, vor allem, wenn die Reste nicht verwertet werden, zum Beispiel bei ausgelagerter Jungviehaufzucht.
Kosten: Eine Kuh frisst etwa 50 kg Frischmasse pro Tag. Eine Voll-TMR kostet 4 bis 5 Euro pro Kuh und Tag. Folglich kostet 1 kg Futter durchschnittlich 9 Cent und 1 t Futter 90 Euro. Bei 200 Kühen, einer Futtervorlage von 10 t und einem Rest von 5 %, ergeben sich 500 kg Futterrest, der 45 Euro pro Tag oder 16.500 Euro pro Jahr kostet. Bei 1.000 Kühen kann das bis zu 80.000 Euro Verlust bedeuten, wenn die Reste nicht verwertet werden können.

Mindestens 3 bis 7 % Futterrest

Eine Reduzierung der Restmenge ist aber keine pauschale Lösung! Bei Fütterung einer Voll-TMR ist ein Futter-Überschuss von 3 bis 7 % empfehlenswert, da die Futteraufnahme pro Tag um 3 bis 5 % schwankt. Das heißt, dieser Anteil, berechnet an der Gesamtmenge, wird „on top” gefüttert. Voraussetzung ist, dass einmal täglich frisch gefüttert und das Futter regelmäßig rangeschoben wird.
Da bei automatischer Fütterung mehrmals täglich gefüttert wird, kann weniger Rest eingeplant werden. Die Futtervorlage sollte dem Fressverhalten der Kühe angepasst und die Reste einmal täglich geräumt werden. Mit unterschiedlichem Restanteil je Gruppe zu arbeiten (Frischmelker mehr, Altmelker weniger), kann wirtschaftlich sinnvoll sein, ist praktisch aber schwierig umzusetzen. Eine ausreichende Futtervorlage ist über alle Laktationsstadien wichtig (Trockenstehzeit!), deshalb sollten alle Gruppen gleich behandelt werden.

Regelmäßiges anschieben wird bei wenig Futterrest noch wichtiger. Im Gegensatz zu einem Anschieberoboter kann man das Futter bei „beweglichem“ Anschieben auch für den Futtertisch verteilen.  ...



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