Boxen müssen mitwachsen

Selbst in neuen Ställen lässt sich mit einfachen Maßnahmen noch viel Kuhkomfort herausholen. Eine wichtige Rolle spielt der Nackenriegel – er bildet den Kompromiss aus Sauberkeit und Kuhkomfort.

Herdenmanager können an allen Ecken und Enden optimieren. Manche Maßnahmen haben größere Effekte als andere. Besonders viel Potenzial liegt in einer längeren Liegezeit der Kühe. Sie bringt eine bessere Nährstoffverwertung und höhere Futteraufnahme durch mehr Wiederkauen, mehr Milch durch bessere Durchblutung und weniger Lahmheiten durch eine Entlastung der Klauen! Liegezeit ist also viel zu relevant, um sie als Nebensache abzutun. Neben der Liegeboxenpflege bestimmt die Stalleinrichtung die Liegezeit der Kühe. Bei einem Neu- oder Umbau machen sich Milchkuhhalter viele Gedanken um die Liegeboxen. Während meist zum Einzug eine passende Lösung gefunden ist, schreitet die Zucht voran, die Kühe werden größer und schwerer. Daher kommt es vor, dass selbst in relativ neuen Ställen die Boxenmaße nicht zur Herde passen.

Scheuerstellen zeigen Defizite

Die Boxenlänge reicht in den meisten Fällen aus. Was fehlt, ist Platz zum Einparken, weil das Nackenrohr zu niedrig ist, zu weit in die Box ragt oder die Boxenbügel nicht passen. Das zeigt sich an:
  • Scheuerstellen an Nackenrohr/Boxenbügeln,
  • Kühen, die sich nicht binnen einer Minute ablegen,
  • Kühen, die zwar eine Liegebox berühren, aber nicht korrekt darin liegen (Ziel: 20 %).

Die Einstellung der Liegeboxen ist dabei immer ein Kompromiss zwischen Sauberkeit und Kuhkomfort. Je kürzer und schmaler die Boxen eingestellt sind, desto eher werden auch kleine Kühe und Färsen so geführt, dass sie nur außerhalb der Box urinieren oder abkoten. Große Kühe hingegen haben häufig Schwierigkeiten, sich abzulegen. Sie bleiben lieber stehen.

Für mehr Raum sorgen

Während in Altgebäuden flexible Liegeboxen eine Lösung sein können, um mehr Platz zu schaffen, kostet eine Verbesserung in neueren Ställen eher Arbeit als Geld: das Nackenrohr zurücksetzen, evtl. erhöhen oder durch eine Nackenkette ersetzen (s. Übers. 1). Der Aufwand lohnt sich – vielleicht lässt sich die Arbeit auslagern oder als Tagesaktion gestalten?

Problematisch ist häufig die Höhe des Nackenrohrs, das gerade große Kühe zu sehr einschränkt. (Bildquelle: Dairyland Initiative)

Autor: Clemens Mauch, Berater Bischoff & Hager GbR, Freiburg


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