Solarstrom zur Milchkühlung einsetzen Plus

Selbst erzeugter Strom von Photovoltaik-Anlagen kann Eis für Eiswasserkühlanlagen erzeugen. Auf der Versuchsstation Grub der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wurde untersucht, in welchem Umfang der eigene Solarstrom dazu genutzt werden kann.
Seit die Einspeisevergütung für Solarstrom niedriger ist als der Bezugspreis für Strom, bietet sich die Nutzung selbst erzeugter Energie an. Wird z. B. Solarstrom vom eigenen Betrieb genutzt, lassen sich Energiekosten senken. Stromspeicher können die Verwendung des erzeugten Stroms optimieren und Leistungsspitzen glätten. Akkus oder Batterien sind jedoch in einer entsprechenden Größe noch zu teuer.
Eiswasserkühlanlagen bieten eine praktikable Lösung für die Zwischenspeicherung von Solarstrom. Hierbei wird unabhängig von den Melkzeiten in einem separaten Eisspeicher ein Kältevorrat aufgebaut, der bei Bedarf nach dem Melken zur Kühlung der Milch zur Verfügung steht. Bei herkömmlichen Kühlanlagen beginnt das Runterkühlen der Milch während des Melkprozesses und benötigt etwa fünf bis sechs Stunden. Der Energieaufwand für die Milchkühlung am Vormittag kann durch Strom aus einer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) annähernd abgedeckt werden, während für den Abend Strom aus dem Stromnetz bezogen werden muss. Mit einem Eisspeicher könnte dieser Energieeinsatz in Zeiten verlagert werden, in denen die PV-Anlage Strom liefert.

So funktioniert die Kühlmethode

Die Milch wird im dreistufigen System zuerst mit Brunnenwasser (Stufe 1) und anschließend mit Eiswasser (Stufe 2) über einen Plattenkühler auf Lagertemperatur heruntergekühlt (eine Übersicht über die kombinierte Anlage finden Sie im Internet unter ElitePLUS). Das so angewärmte Brunnenwasser steht den Milchkühen als Tränkwasser zur Verfügung. Sofern die installierte Photovoltaik-Anlage ausreichend Strom erzeugt, wird Eiswasser produziert. Steht kein Eiswasser zur Verfügung, wird die Milch im Direktkühlverfahren (Stufe 3) im Tank auf Lagertemperatur heruntergekühlt. Eine Regeleinheit gewährleistet, dass erst ab einer bestimmten PV-Leistung Eiswasser produziert wird. Bei zu geringer Einstrahlung schaltet sich die Anlage so nicht ständig ein und aus. Steuer- und Last­relais schalten die Umwälz- und Förderpumpen.
Auf der Versuchsstation Grub der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wurde untersucht, in welchem Umfang der Solarstrom der PV-Versuchsanlage (44 kWp, Erzeugung von 38.640 kWh/Jahr) genutzt werden kann, um Eiswasser zur Milchkühlung zu erzeugen. Etwas über die Hälfte der Kühe (65 Tiere) wird mit einem Automatischen Melksystem (AMS) gemolken. Die Abkühlung der Milch erfolgt im Direktkühlverfahren (Milchtank AMS: Tankinhalt 5.000 l; Baujahr 2009). In der Vergleichsgruppe werden 55 Kühe in einem Fischgrätenmelkstand (FG) gemolken.
Anfang 2014 wurde die Milchkühltechnik des Melkstandbereichs komplett erneuert und auf eine kombinierte Kühlanlage umgerüstet. Installiert wurden ein Vorkühler, ein neuer Milchtank (Tankinhalt 5.000 l; Baujahr 2013) sowie eine separate Eiswasserbank (Icebuilder 70 KW) mit einem Speichervolumen für insgesamt vier Herdengemelke (Ø Milchleistung: 9.600 kg Milch/Kuh/Jahr).

Im Praxistest: 2.630 € jährlich gespart

Eventuelle monetäre Vorteile zeigen die Kennwerte Eigenstromnutzung und -deckung. Die...

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