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BERATERBLOG - Maisernte verlangt sorgfältige Planung Digital Plus

Clemens Mauch, Beratungsdienst Milchviehhaltung Biberach/Sigmaringen Die Silomaisernte lässt nicht mehr lange auf sich warten, sodass die Planungen zur Ernte keinen Aufschub mehr dulden. Was ist dabei zu beachten? 1. Planen Sie die Ernte rechtzeitig Es gilt eine optimale Maissilage mit 32 % Gesamttrockenmasse (TM) bzw. eine Trockenmasse des Kolbens von min. 50 % zu erreichen. Zur Berechnung des optimalen Erntezeitpunktes von Silomais kann das von der französischen Association generale des producteurs de mais (AGPM) entwickelte Temperatursummen-Prognosemodell angewandt werden. Dieses Modell geht davon aus, dass Wachstum und Abreife der Maispflanze ganz wesentlich von der Tagestemperatur beeinflusst werden. Das Wachstum und die Reife der Maispflanze erfolgt in einem Temperaturkorridor von 6 °C bis 30 °C. Ist die Umgebungstemperatur höher oder geringer, wird von einem Wachstumsstillstand ausgegangen. Für Silomais: werden nach LfL Bayern folgende Temperatursummen zugrunde gelegt: Frühe Sorten (S 200 bis S 220): 1.430 ° Mittelfrühe Sorten (S 230 bis S 250):1.500 ° Mittelspäte Sorten (S 260 bis S 290): 1.570 ° Bei diesen Werten handelt es sich um Anhaltspunkte. Extreme Bodenverhältnisse können den Bedarf an Tagesgradeinheiten um bis zu 50 0 erhöhen (kal

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Clemens Mauch, Beratungsdienst Milchviehhaltung Biberach/Sigmaringen Die Silomaisernte lässt nicht mehr lange auf sich warten, sodass die Planungen zur Ernte keinen Aufschub mehr dulden. Was ist dabei zu beachten? 1. Planen Sie die Ernte rechtzeitig Es gilt eine optimale Maissilage mit 32 % Gesamttrockenmasse (TM) bzw. eine Trockenmasse des Kolbens von min. 50 % zu erreichen. Zur Berechnung des optimalen Erntezeitpunktes von Silomais kann das von der französischen Association generale des producteurs de mais (AGPM) entwickelte Temperatursummen-Prognosemodell angewandt werden. Dieses Modell geht davon aus, dass Wachstum und Abreife der Maispflanze ganz wesentlich von der Tagestemperatur beeinflusst werden. Das Wachstum und die Reife der Maispflanze erfolgt in einem Temperaturkorridor von 6 °C bis 30 °C. Ist die Umgebungstemperatur höher oder geringer, wird von einem Wachstumsstillstand ausgegangen. Für Silomais: werden nach LfL Bayern folgende Temperatursummen zugrunde gelegt: Frühe Sorten (S 200 bis S 220): 1.430 ° Mittelfrühe Sorten (S 230 bis S 250):1.500 ° Mittelspäte Sorten (S 260 bis S 290): 1.570 ° Bei diesen Werten handelt es sich um Anhaltspunkte. Extreme Bodenverhältnisse können den Bedarf an Tagesgradeinheiten um bis zu 50 0 erhöhen (kalte, verdichtete Böden) oder verringern (leichte, schnell erwärmbare Böden). Wird eine Erhöhung des TM-Gehalts um 1 % angestrebt, ist ein zusätzlicher Bedarf von etwa 27 ° bis 30 ° Tagesgradeinheiten erforderlich. Anhand der Temperaturdaten der örtlichen Wetterstation kann so der optimale Erntetag frühzeitig sehr gut vorausgeplant und die Häckselkette geordert werden (Anzahl Tage seit Aussaat und deren Durchschnittstemperatur addieren). Trockenmassebestimmungen von den unterschiedlichen Sorten oder Schlägen sind von Vorteil, so lässt sich dann der errechnete Erntetag bestätigen oder entsprechend korrigieren. 2. Geplanten Ablauf mit der ganzen Häckslerkette besprechen Um ein optimales Ernteergebnis zu bekommen, sollte der Ernteablauf mit allen Beteiligten im Voraus besprochen werden. So sollten vom Ablauf her die hofnahen vor den entfernteren Flächen geerntet werden, die reiferen Maisbestände vor den frischeren Beständen gehäckselt werden. Die Anzahl der Transportfahrzeuge wird gemäß der Dimensionierung des Silos geordert. Gleiches gilt für den Häcksler, dieser muss der Dimensionierung des Silos entsprechen. Kommt ein 10-reihiger Häcksler zum Einsatz, müssen mindestens zwei Silos gleichzeitig befüllt werden. Die Schnitthöhe des Häckslers sollte auf min. 25 cm Stoppel eingestellt, die Häcksellänge wie folgt eingestellt werden; < 30 % TM: 12 bis 14 mm Häcksellänge 30 – 35 % TM: 10 bis 12 mm Häcksellänge > 35 %: TM 7 bis 8 mm Häcksellänge Der Korncracker ist komplett zu schließen. 3. Das/die richtige/n Walzfahrzeug/e Die Verdichtung im Silo muss mindestens 230 kg TM/m³ betragen. Bei einem 6-Reiher-Häcksler sind zwei, ab einem 10-Reiher drei Walzfahrzeuge einzusetzen. Das Gewicht der Walzfahrzeuge sollte min. ¼ der Bergeleistung in t/h betragen. Der Reifendruck der Walzfahrzeuge sollte min. zwei bar betragen. Max. 20 cm dicke Schichten auftragen! Das Walzfahrzeug darf während der Befüllung das Silo nicht verlassen! Es darf sich kein Transportfahrzeug eingraben. Nicht zu lange nachwalzen; nach „fest“ kommt wieder locker (Sauerstoffeintrag in den Silostock). 4. Häckselgeschwindigkeit und -qualität laufend kontrollieren Wenn zu viel Erntegut im Silo abgeladen wird, Pausen einlegen oder ein Transportfahrzeug aus der Kette nehmen. Die Schnittlänge und das Schnittbild sind laufend zu kontrollieren, ebenso die Crackereinstellung. In einem Liter Siliergut dürfen max. 2 bis 3 unvollständig angeschlagene Körner auffindbar sein. Wenn es nicht passt, sofort Kontakt mit dem Häckslerfahrer aufnehmen; wer zahlt, bestimmt auch! 5. Das Silo sofort nach Walzende abdecken Nach Beendigung der Walzarbeit muss das Silo sofort abgedeckt werden, sonst dringt wieder Sauerstoff (bis zu 30 cm tief) in den Silostock ein, was eine Nacherwärmung nach sich zieht. Das Silo sollte min. sechs Wochen ruhen, bevor es geöffnet wird. Bei der Entnahme ist auf einen Vorschub von min. 1,5 m im Winter und 2,5 m im Sommer zu achten.