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Interview - Dünge-VO: Mit Düngung keine Fehler mehr kaschieren Digital Plus

Elite: Mit welchen Änderungen müssen wir im Futterbau rechnen? Wilken: Künftig ist eine Düngebedarfsermittlung zu erstellen. Es gibt bundeseinheitliche Stickstoffbedarfswerte bei denen Zu- und Abschläge in Abhängigkeit vom Ertrag, der Qualität und dem Standort vorzunehmen sind. Beim Phosphor soll ab 20 mg P/100 g Boden nur in Höhe der Abfuhr gedüngt werden dürfen. Die Ausbringobergrenze von 170 kg organischer N/ha im Betriebsdurchschnitt bleibt bestehen, sie wird auf den Gärrest erweitert. Das wird in vieh- und biogasintensiven Regionen die Flächennachfrage erhöhen. Voraussichtlich wird es wieder möglich

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Elite: Mit welchen Änderungen müssen wir im Futterbau rechnen? Wilken: Künftig ist eine Düngebedarfsermittlung zu erstellen. Es gibt bundeseinheitliche Stickstoffbedarfswerte bei denen Zu- und Abschläge in Abhängigkeit vom Ertrag, der Qualität und dem Standort vorzunehmen sind. Beim Phosphor soll ab 20 mg P/100 g Boden nur in Höhe der Abfuhr gedüngt werden dürfen. Die Ausbringobergrenze von 170 kg organischer N/ha im Betriebsdurchschnitt bleibt bestehen, sie wird auf den Gärrest erweitert. Das wird in vieh- und biogasintensiven Regionen die Flächennachfrage erhöhen. Voraussichtlich wird es wieder möglich sein, eine Derogationsregelung (230 kg N) für intensives Grünland zu beantragen. Elite: Im Gespräch ist eine plausibilisierte Feld-Stall-Bilanz. Was ist darunter zu verstehen? Wilken: Bislang wurde anhand der Nutzungsintensität bzw. anhand der Abfuhr durch die Pflanzen der Ertrag geschätzt. Neu ist, dass die Abfuhr „rückwärts“ über die Anzahl und das Leistungsniveau der Tiere berechnet wird. Anhand von Tabellenwerten werden die Grundfutteraufnahmen der Tiere ermittelt. Die Bilanzierung wird genauer, der Rahmen bei der Berechnung enger. Herausforderung für intensive Milchviehbetriebe wird die Absenkung der Kontrollwerte von 60 auf 50 kg N/ha und von 20 auf 10 kg P2O5 /ha ab 2018 sein. Elite: Lässt sich die Ertragsleistung im Grünland und beim Mais noch sicherstellen? Wilken: Über die Düngung lassen sich künftig keine Schwächen in der Produktionstechnik mehr ausgleichen. Im Grünland werden die Narbenpflege und Nachsaaten, beim Mais die ackerbaulichen Maßnahmen wichtiger. Um die Pflanzen ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen, wird eine hohe Effizienz bei der Gülleausbringung unabdingbar. Erreichen lässt sich dieses Ziel durch bodennahe und somit verlustarme Ausbringung, direkte Einarbeitung z.B. als Gülleunterfußdüngung im Mais und durch Gülleausbringung im Frühjahr bzw. im Frühsommer. Diese Maßnahmen entlasten die N-Bilanzen und Ausgaben für Mineraldünger gleichermaßen. Frerich Wilken;LWK Niedersachsen