Das Schlimmste überstanden?

Folgt auf die Corona- die Milchpreis-Krise? Diese Frage trauen sich derzeit nicht einmal die erfahrensten Analysten klar zu beantworten. Während einige Molkereien von einer deutlich erhöhten Nachfrage aus dem Einzelhandel (LEH) berichten – die DMK Group spricht von Aufträgen aus dem LEH, die zeitweise doppelt so hoch lagen wie in „normalen“ Wochen – leiden andere Molkereien unter dem Wegfall des Gastronomie-Geschäftes (Großgebinde) und fehlenden Exportmöglichkeiten.
Es scheint jedoch, als würden sich die Märkte langsam wieder etwas beruhigen. Die Spotmilchpreise, die nach Ausbruch der Coronakrise im Januar zunächst deutlich nachgegeben haben, stagnierten Ende April auf niedrigem Niveau. Auch der aus europäischer Sicht so wichtige Export nach Fernost läuft langsam wieder an. Preisstabilisierend wirkt auch die Entscheidung der EU, die private Lagerhaltung zuzulassen und Russlands Ankündigung, wieder Milchpulver aus Westeuropa zu importieren.
Wohin der Milchpreis in den kommenden Wochen tendieren wird, dazu wollen sich die Molkereien nicht äußern. „Aufgrund der nach wie vor sehr dynamischen Entwicklungen können wir keine seriösen Prognosen abgeben“, so Oliver Bartelt (Deutsches Milchkontor GmbH, DMK). Einige Molkereien wie zum Beispiel die österreichische Kärntnermilch haben indessen angekündigt, den Milchpreis stabil halten zu wollen. Um das zu erreichen, haben sie eine Mengenreduktion eingeführt. Für die Großen der Branche, Arla und DMK, kommt diese Option derzeit aber nicht infrage.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen