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AMS: Leitfähigkeit nur bedingt aussagefähig Digital Plus

Eine Differenzierung zwischen gesunden und subklinisch infizierten Eutern ist nicht immer möglich. In automatischen Melksystemen (AMS) entfällt die visuelle Kontrolle des Gemelks. Deshalb wird hier häufig auf technische Hilfsmittel zurückgegriffen. Die meisten AMS nutzen Sensoren zur Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit der Milch, um Kühe mit klinischen Mastitiden aufzuspüren. Bei einer Euterinfektion nimmt, bedingt durch den Anstieg des Zellgehaltes, die Anzahl der Na+- und Cl–-Ionen in der Milch zu. In einer von der Universität Wien initiierten Studie wurde überprüft, inwiefern sich die Leitfähigkeitsmessung in AMS zur Diagnose subklinischer Mastitiden

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Eine Differenzierung zwischen gesunden und subklinisch infizierten Eutern ist nicht immer möglich. In automatischen Melksystemen (AMS) entfällt die visuelle Kontrolle des Gemelks. Deshalb wird hier häufig auf technische Hilfsmittel zurückgegriffen. Die meisten AMS nutzen Sensoren zur Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit der Milch, um Kühe mit klinischen Mastitiden aufzuspüren. Bei einer Euterinfektion nimmt, bedingt durch den Anstieg des Zellgehaltes, die Anzahl der Na+- und Cl–-Ionen in der Milch zu. In einer von der Universität Wien initiierten Studie wurde überprüft, inwiefern sich die Leitfähigkeitsmessung in AMS zur Diagnose subklinischer Mastitiden eignet. Dazu wurden auf zehn Milchkuhbetrieben Milchproben (Vorgemelk) von 24 Kühen aseptisch gewonnen. Die Milch wurde bakteriologisch untersucht sowie der Zell, Laktose- und Amyloid A-Gehalt bestimmt. Die wichtigsten Ergebnisse: Bei normaler Sekretion (gesunde Euter) wurde im Durchschnitt eine elektrische Leitfähigkeit von 4,52 milliSiemens (mS) gemessen, bei einer latenten Infektion 4,58 mS, bei einer unspezifischen Mastitis 4,85 mS, bei einer subklinischen Mastitis 4,98 mS (Übersicht 4). Ein deutlicher Anstieg der Leitfähigkeit war nur bei einer S. aureus-Infektion zu beobachten. Dagegen ergaben sich bei bei durch Umwelt-Streptokokken und KNS hervorgerufenen Infektionen keine Abweichungen bei der elektrischen Leitfähigkeit. Obwohl die elektrische Leitfähigkeit bei normaler und latenter Sekretion im Mittel geringer ausgefallen ist, fiel die Beziehung zu den anderen untersuchten Parametern (Zellgeghalt, Lactose, Amyloid A) nur gering aus. Eine Differenzierung zwischen gesunden und subklinisch infizierten Eutern konnte deshalb auch nicht zufriedenstellend erfolgen. Ein genauerer Hinweis auf den Gesundheitsstatus des Euters wäre möglich, sofern die Messung der Leitfähigkeit pro Euterviertel im Vorgemelk und nicht während des Hauptgemelks erfolgen würde, merken die Autoren der Studie an. Im Hauptgemelk „verschwinden“ die Unterschiede aufgrund des höheren Anteils an Milchinhaltsstoffen. Eine bessere Aussage ließe sich auch erreichen, sofern in die Auswertung Daten zum Laktationsstand und zum allgemeinen Gesundheitsstatus der Kuh einfließen würden.