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Mit Vollgas in die Laktation Digital Plus

Frischabkalber sollten zu Beginn der Laktation beim Fressen richtig „reinhauen“. Eine hohe Futteraufnahme ist die wichtigste Voraussetzung für eine sorgenfreie Laktation. Fressen frischabgekalbte Kühe in den ersten Tagen und Wochen schlecht (zu wenig oder zu hastig), dann hat das unmittelbare Folgen auf die Trockenmasseaufnahme, Pansengesundheit und Verdauung der Kuh. Trevor de Vries von der Universität Guelph (Kanada) erklärt, wie Sie Ihre Kühe während dieser Zeit unterstützen können. Frischmelker können zu Beginn der Laktation nicht genügend Nährstoffe aufnehmen, um Milchproduktion und Erhaltungsbedarf zu decken. Eine negative Energiebilanz lässt sich kaum vermeiden, kann aber durch hohe Trockenmasseaufnahmen abgemildert werden. Wichtig dafür sind stabile pH-Verhältnisse im Pansen. Azidosen können Sie vorbeugen, indem diese Kühe häufig den Futtertisch besuchen und kleinere Mahlzeiten fressen. Aber auch was Kühe fressen, ist von Bedeutung. Wenn Frischmelker ihre TMR sortieren und selektiv fressen, weicht die gefressene Ration stark von der Ration ab, die Sie für diese Kühe zusammengestellt haben. Sortieren Kühe z.B. die effektiven Fasern aus, kann der Pansen-pH sinken und einen niedrigeren Milchfettgehalt als Folge haben. Kühe brauchen Zeit zum Wiederkauen Beim Wiederkauen zerkleinern Kühe die Partikel in der Ration. Das hilft den Pansenmikroben, das Futter zu zersetzen und weiter zu transportieren. Zudem regt das Wiederkauen die Speichelproduktion an, was den Pansen puffert und stabilisiert. Diese Prozesse sind für die Kuh wichtig, um ihr Futter vollständig zu verdauen. Deswegen sollten Sie ihr dafür stets genügend Zeit einräumen (Übersicht 1). Die Wiederkauaktivität können Sie durch Managementmaßnahmen im Stall beeinflussen. Denn Kühe kauen nicht nur nachts wieder, sondern auch tagsüber, jedoch nur, wenn sie Zeit dafür haben. Um Transitkühe außerhalb der Melk- und Fresszeiten nicht beim Wiederkauen zu stören, sollten Sie die Ruhezeiten tags

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Frischabkalber sollten zu Beginn der Laktation beim Fressen richtig „reinhauen“. Eine hohe Futteraufnahme ist die wichtigste Voraussetzung für eine sorgenfreie Laktation. Fressen frischabgekalbte Kühe in den ersten Tagen und Wochen schlecht (zu wenig oder zu hastig), dann hat das unmittelbare Folgen auf die Trockenmasseaufnahme, Pansengesundheit und Verdauung der Kuh. Trevor de Vries von der Universität Guelph (Kanada) erklärt, wie Sie Ihre Kühe während dieser Zeit unterstützen können. Frischmelker können zu Beginn der Laktation nicht genügend Nährstoffe aufnehmen, um Milchproduktion und Erhaltungsbedarf zu decken. Eine negative Energiebilanz lässt sich kaum vermeiden, kann aber durch hohe Trockenmasseaufnahmen abgemildert werden. Wichtig dafür sind stabile pH-Verhältnisse im Pansen. Azidosen können Sie vorbeugen, indem diese Kühe häufig den Futtertisch besuchen und kleinere Mahlzeiten fressen. Aber auch was Kühe fressen, ist von Bedeutung. Wenn Frischmelker ihre TMR sortieren und selektiv fressen, weicht die gefressene Ration stark von der Ration ab, die Sie für diese Kühe zusammengestellt haben. Sortieren Kühe z.B. die effektiven Fasern aus, kann der Pansen-pH sinken und einen niedrigeren Milchfettgehalt als Folge haben. Kühe brauchen Zeit zum Wiederkauen Beim Wiederkauen zerkleinern Kühe die Partikel in der Ration. Das hilft den Pansenmikroben, das Futter zu zersetzen und weiter zu transportieren. Zudem regt das Wiederkauen die Speichelproduktion an, was den Pansen puffert und stabilisiert. Diese Prozesse sind für die Kuh wichtig, um ihr Futter vollständig zu verdauen. Deswegen sollten Sie ihr dafür stets genügend Zeit einräumen (Übersicht 1). Die Wiederkauaktivität können Sie durch Managementmaßnahmen im Stall beeinflussen. Denn Kühe kauen nicht nur nachts wieder, sondern auch tagsüber, jedoch nur, wenn sie Zeit dafür haben. Um Transitkühe außerhalb der Melk- und Fresszeiten nicht beim Wiederkauen zu stören, sollten Sie die Ruhezeiten tagsüber möglichst wenig stören. Sorgen Sie im Stall dafür, dass Ihre Kühe möglichst viel und lange liegen. Dazu gehört auch, dass Liege- und Fressplätze nicht überbelegt sind. Denn auch dann reduzieren sie die Liegezeit und neigen dazu, aus Konkurrenz um das Futter aggressives Verhalten am Futtertisch zu zeigen. Um Konkurrenz um das Futter zu verringern, hilft es, Erstlaktierende zu Beginn der Laktation in separaten Gruppen zu halten. Studien haben gezeigt, dass diese Tiere dann länger und mehr fressen als in einer Gruppe mit Mehrkalbskühen. Zudem liegen Kühe nach der ersten Kalbung länger und weisen geringere Verluste an Körpergewicht auf. Wenn aufgrund von begrenztem Platz kein Bereich für Erstkalbinnen eingerichtet werden kann, ist eine ausreichende Anzahl an Liege- und Fressplätzen umso wichtiger. Krankheiten am Fressen ablesen Das Fressverhalten von Kühen kann Hinweise auf aufkommende Krankheiten liefern. Studien haben gezeigt, dass Kühe, die bis zum siebten Tag nach der Kalbung mit einer subklinischen Ketose diagnostiziert werden, bereits eine Woche vor dem Kalben eine reduzierte Trockenmasseaufnahme aufwiesen. Schon während der Trockenstehzeit können Sie das Fressverhalten beobachten. So kann eine geringere Wiederkauaktivität auf eine geringe Trockenmasseaufnahme hinweisen und damit auf das Risiko einer negativen Energiebilanz nach der Kalbung. Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass abgekalbte Kühe mit mindestens einer klinischen Erkrankung bereits eine Woche vor dem Kalben ihre Wiederkauaktivität reduzieren. Auch die Wiederkauzeit liegt bei erkrankten Frischabkalbern niedriger als bei gesunden Kühen: Kühe mit subklinischen Ketosen verbringen nach der Kalbung weniger Zeit mit dem Wiederkauen. Das reduzierte Wiederkauverhalten zeigt sich ebenfalls etwa sieben Tage vor der Kalbung. Es empfiehlt sich, das Fressverhalten von Transitkühen zu beobachten, um Risikokühe frühzeitig zu identifizieren, auch mithilfe von Aktivitätsmessern. Früh Einfluss auf die Leistung nehmen Faserarme Rationen fressen Kühe schneller und in größeren Mengen pro Mahlzeit. Zudem sortieren die Kühe diese Rationen stärker aus und kauen sie aufgrund der geringeren Rohfasergehalte und Partikelgröße weniger wieder. Den Rationen für Frischmelker können Sie Stroh untermischen, damit sie langsamer fressen und weniger sortieren. Das Stroh sollten Sie vorher jedoch kurz häckseln. Das kann bis zu 76 kg mehr Milch in den ersten 28 Laktationstagen bringen (Übersicht 2). Um sicherzustellen, dass die Kühe weiterhin große Mengen an gut verdaulichem Futter zu sich nehmen, gibt es verschiedene Ansätze. Eine Möglichkeit besteht in Futterzusätzen, die sich positiv auf den Pansen auswirken. Hefe wirkt beim Einsatz in der Ration von Transitkühen ähnlich wie bei hochleistenden Kühen: Sie fressen mehr Futter in kleineren Mahlzeiten. Dieses wiederum erhöht und stabilisiert langfristig den Pansen-pH. Beim Zusatz von lebenden Hefen weisen Kühe zudem längeres Wiederkauen auf. Durch den gleichmäßigeren Nährstofftransport und stabileren Pansen weisen diese Kühe leicht höhere Milchfett-Gehalte und -mengen auf. Daraus ergibt sich also: Fressen Kühe öfter und kleinere Mahlzeiten, schwankt der Pansen weniger und die Verdauung verläuft gleichmäßiger. Das kann sich besonders bei Kühen mit erhöhtem Risiko für Pansenazidosen als nützlich erweisen. Kühe fressen zusammen Die Frischmelker sollen viel fressen, damit sie ihren Bedarf für Milchproduktion und Erhaltung decken können. Sie können ihre Kühe durch gezielte Maßnahmen unterstützen. Denn Kühe lassen sich durch die Futtervorlage zum Fressen stimulieren. Das bedeutet: Wer öfter vorlegt, findet öfter fressende Kühe. Die Länge des Fressens sollten Sie nicht unterschätzen. Eine längere Fresszeit um zehn Minuten kann zu 0,2 kg mehr Milch und einer leicht höheren Trockenmasseaufnahme führen (Übersicht 3). Auch rangniedere Kühe profitieren von einer häufigeren Futtervorlage. Als Alternative zur Futterfrequenz erhöht auch ein angepasster Zeitpunkt die Futteraufnahme. Kühe fressen gerne auf dem Weg zum und vom Melkstand. Um die Frischmelker zu mehr Mahlzeiten zu stimulieren, können Sie die Futtervorlage vom Melken verschieben. Es gibt keine Studien, die einem häufigeren Nachschieben auch eine höhere Futteraufnahme nachweisen. Trotzdem sollten die Kühe zu jedem Tageszeitpunkt Zugang zum Futter haben, damit die Trockenmasseaufnahme nicht limitiert wird. Gerade für die großen Anstürme auf den Futtertisch sollten Sie das Futter nachschieben. Im Vergleich zu einmaligem Nachschieben kann sich außerdem die Liegezeit der Kühe um 0,1 Stunde verlängern. -so-