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485 Tage Zwischenkalbezeit als Lösung? Digital Plus

Familie Karch bewirtschaftet einen Milchkuhbetrieb in Rheinland-Pfalz. Die Milchleistung der 170 Kühe liegt bei rund 11.500 kg. Gerd und Sohn Luca Karch sind leidenschaftliche Züchter und beschäftigen sich intensiv mit ihrer hochleistenden Herde, so auch in dem Bereich, der von ihnen als Exit-Phase bezeichnet wird. Ihr Lösungsweg, um die Umstellung von der Laktation in die Trockenstehphase zu entschärfen: eine verlängerte Zwischenkalbezeit.

Mit rund 485 Tagen ZKZ gibt Gerd Karch seinen Kühen „mehr Herbst“. Trotz der insgesamt sehr hohen Leistung haben die Kühe so automatisch weniger Milch zum Trockenstellen. In der Regel werden die Kühe mit rund 20 kg Milch trockengestellt. Um eine extrem hohe Einstiegsleistung zu...

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Familie Karch bewirtschaftet einen Milchkuhbetrieb in Rheinland-Pfalz. Die Milchleistung der 170 Kühe liegt bei rund 11.500 kg. Gerd und Sohn Luca Karch sind leidenschaftliche Züchter und beschäftigen sich intensiv mit ihrer hochleistenden Herde, so auch in dem Bereich, der von ihnen als Exit-Phase bezeichnet wird. Ihr Lösungsweg, um die Umstellung von der Laktation in die Trockenstehphase zu entschärfen: eine verlängerte Zwischenkalbezeit. Mit rund 485 Tagen ZKZ gibt Gerd Karch seinen Kühen „mehr Herbst“. Trotz der insgesamt sehr hohen Leistung haben die Kühe so automatisch weniger Milch zum Trockenstellen. In der Regel werden die Kühe mit rund 20 kg Milch trockengestellt. Um eine extrem hohe Einstiegsleistung zu verhindern, gibt Karch sehr hochleistenden Kühen etwas weniger Zeit. Kühe, die zur Verfettung neigen, stehen wenn möglich etwas länger trocken, um durch die energieärmere Fütterung noch etwas an Kondition zu verlieren. Gerd Karch versucht zudem, immer vier bis fünf Tiere gleichzeitig trockenzustellen. Die Trockensteher sind in einem großen Strohstall untergebracht und bekommen eine entsprechende Ration angeboten. Je nach Witterung haben Sie zudem freien Zugang zur Weide. Die laktierenden Kühe sind in zwei Fütterungsgruppen unterteilt. Die Ration für die Hochleistenden ist auf 37 kg Milch ausgelegt. Zudem werden bis zu 1,5 kg Kraftfutter individuell über eine Transponderstation gefüttert. Die niederleistenden Kühe bekommen eine Ration für ca. 26 kg. Hier bekommt eine Einzelkuh je nach Leistung bis zu fünf kg Kraftfutter per Transponder. Auf diese Weise kann er Schritt für Schritt Energie herausnehmen und auf die Exit-Phase zusteuern. Da den Kühen auch im Trockensteherstall weiterhin eine TMR vorgelegt wird, ist der Futterwechsel somit sehr schonend. Für Gerd Karch ist die Tierkontrolle ein entscheidender Faktor! Da er seine Kühe gut kennt und das gesamte Fruchtbarkeitsmanagement selbst übernimmt, funktioniert die Strategie. Zum einen kontrolliert er regelmäßig die Kondition der Kühe, um ein Verfetten zu vermeiden. Zum anderen nutzt er eine Aktivitätsmessung, um die Kühe vor allem zu dem späteren Zeitpunkt auch erfolgreich zu besamen. In der Zucht legt er besonders viel Wert auf hochleistende, gesunde und ruhige Tiere. Für die Zukunft wünscht sich Karch einen Zuchtwert für Persistenz, um weiter an seiner Strategie zu feilen. K. Hilbk-Kortenbruck