Erstversorgung

Mehr Eisen für Kälber!

Trotz optimaler Versorgung mit Kolostrum können Kälber erkranken und in ihrer Entwicklung gestört werden. Ein möglicher Grund dafür kann Eisenmangel sein.

Nach der Geburt sollen Kälber möglichst schnell und gut mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt werden. Empfohlen wird, als erste Mahlzeit in den ersten 60 Minuten nach der Geburt Kolostrum ad libitum oder mindestens drei Liter in guter Qualität zu tränken. Aber auch wenn diese Empfehlungen vollständig umgesetzt werden, so kann das Kalb trotz guter Versorgung mit Immunglobulinen erkranken. Dies liegt vor allem daran, dass Kälber ohne relevante Eisenreserven zur Welt kommen und im Kolostrum kaum Eisen enthalten ist.

Während eine Eisengabe bei neugeborenen Schweinen bereits als Standard etabliert ist, fehlt sie in der Kälberaufzucht häufig. Das kann schwerwiegende Folgen haben. Denn Eisen ist ein zentrales Element in der Immunabwehr und u.a. für die Hämoglobinbildung und Sauerstoffversorgung zuständig. Bei Eisenmangel wird die Blutbildung und Antikörperproduktion gestört. Dann kann die Krankheitsanfälligkeit steigen, was zudem mit geringeren Tageszunahmen korreliert.

Wie viel Eisen bringen Kälber mit?

Am zweiten Lebenstag soll sich im Blut von Kälbern der Eisengehalt bei mindestens 20 µmol/l einpendeln, so die Empfehlungen. Untersuchungen an der Fachhochschule Soest zeigten, dass Kälber den empfohlenen Mindestgehalt von Eisen im Blut nicht erreichen. Dafür wurden auf sieben Milchkuhbetrieben zusammen mit den Hoftierärzten über 180 Kälber untersucht. Nur eins von drei Kälbern war ausreichend mit Eisen versorgt. Zwei Drittel der Kälber hatten einen leichten bzw. schweren Eisenmangel. Einige der Kälber hatten nur ein Sechstel des empfohlenen Eisengehaltes im Blut. Diese Daten decken sich mit anderen Untersuchungen (Bostedt 2002, Hofgut Neumühle 2011).

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