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Globuli, Kräuter und Nadeln Digital Plus

Gut verträglich, Immunabwehr stärkend, keine Resistenzbildung: Homöopathie und Co. sind eine interessante Ergänzung zur gängigen Schulmedizin. Gute Ergebnisse lassen sich bei der Behandlung von Husten und Durchfall bei Kälbern erzielen. Homöopathie, Heilpflanzen und auch die Akupunktur bieten zahlreiche Möglichkeiten Kälberkrankheiten zu therapieren. Diese Therapieformen sind nicht nur gut verträglich und fördern keine Resistenzen, sie können das Immunsystem auch nachhaltig stärken. Vorteile in Hülle und Fülle! Deshalb haben wir für Sie verschiedene Therapiemöglichkeiten gegen Durchfall, Atemwegserkrankungen und Lebensschwäche zusammengestellt. 1. Homöopathie: Richtige Wahl treffen Homöopathika werden aus pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Stoffen hergestellt. Aus der Ursubstanz bzw. Urtinktur einer Substanz entstehen über den Vorgang der Verschüttelung die Verdünnungsstufen 1:100 (C – Potenzen) bzw. 1:10 (D – Potenzen). Dabei geht man davon aus, dass mit der Höhe der Potenzen die Wirkung der Arzneimittel steigt. Um das geeignete Mittel gegen Kälberdurchfall zu finden, ist es in der Regel erfolgversprechender das Verhalten der Kälber zu beobachten, als die Farbe oder Konsistenz des Durchfallkots. Denn der Kot ändert sich mit Schwere der Erkrankung und dem Grad der Zerstörung der Darmschleimhaut. Zudem ist er abhängig von der aufgenommenen Nahrung. Neben der notwendigen Gabe von Elektrolyten (!) kommen homöopathisch unter anderem folgende Arzneimittel infrage: Calcium carbonicum C30 bei großen, schweren und ruhigen Kälbern; Calcium phosphoricum C30 bei schlanken und agilen Kälbern; Nux vomica C30 kann nach Aufnahme von verdorbenem Futter helfen. Arsenicum album C30 wird eingesetzt, wenn die Kälber sehr schwach sind, aber dennoch einen unruhigen Eindruck machen. Podophyllum C30 wird bei wässrigem Durchfallkot empfohlen, der unter großem Druck entleert wird. Dulcamara C30 kann bei den Folgen von Durchnässung eingesetzt werden. Das bedeutet, wenn ein Tier der Kälte und Nässe ausgesetzt wird und daraufhin an Durchfall erkrankt, bietet sich dieses Arzneimittel an. Für die einmalige Gabe werden drei Globuli in einer Einwegspritze in Wasser gelöst und ins Maul gegeben. Tritt nach der Anwendung innerhalb weniger Stunden keine Besserung ein, ist die Mittelwahl zu überdenken. Auch bei Atemwegserkrankungen bieten sich verschiedene homöopathische Arzneimittel an. Plötzlich auftretende Lungenentzündungen, die nach Stress oder Zugluft entstanden sind, lassen sich häufig mit einer Gabe Aconitum C200 behandeln. Für die Therapie von Kälberhusten kann Ferrum phosphoricum C30 oder Bryonia C30 (Husten mit grippeähnlichen Symptomen und großem Durst) eingesetzt werden. Trockener Husten kann mit Spongia C30 behandelt werden, während bei krampfhaftem Husten eher Drosera C30 angezeigt sein kann. Husten in Verbindung mit Durchfall kann darauf hinweisen, dass Ipecacuanha C30 das passende Arzneimittel ist. Auch Phosphorus C30 kann bei Atemwegserkrankungen angezeigt sein. Phosphor-Kälber sind sehr neugierig und bewegungsfreudig. Zusammen mit Husten tritt bei Kälbern oft auch Fieber auf. Lachesis und Aconitum sind häufige akute Mittel bei Kälbern mit Fieber. Lachesis wird u.a. bei Fieber mit schnellem Puls und deutlicher Apathie oder Wundfieber eingesetzt. Deshalb kann dieses Mittel bei einer Nabelentzündung passend sein. Aconitum sollte dann zum Einsatz kommen, wenn heftiges Fieber ganz plötzlich auf

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Gut verträglich, Immunabwehr stärkend, keine Resistenzbildung: Homöopathie und Co. sind eine interessante Ergänzung zur gängigen Schulmedizin. Gute Ergebnisse lassen sich bei der Behandlung von Husten und Durchfall bei Kälbern erzielen. Homöopathie, Heilpflanzen und auch die Akupunktur bieten zahlreiche Möglichkeiten Kälberkrankheiten zu therapieren. Diese Therapieformen sind nicht nur gut verträglich und fördern keine Resistenzen, sie können das Immunsystem auch nachhaltig stärken. Vorteile in Hülle und Fülle! Deshalb haben wir für Sie verschiedene Therapiemöglichkeiten gegen Durchfall, Atemwegserkrankungen und Lebensschwäche zusammengestellt. 1. Homöopathie: Richtige Wahl treffen Homöopathika werden aus pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Stoffen hergestellt. Aus der Ursubstanz bzw. Urtinktur einer Substanz entstehen über den Vorgang der Verschüttelung die Verdünnungsstufen 1:100 (C – Potenzen) bzw. 1:10 (D – Potenzen). Dabei geht man davon aus, dass mit der Höhe der Potenzen die Wirkung der Arzneimittel steigt. Um das geeignete Mittel gegen Kälberdurchfall zu finden, ist es in der Regel erfolgversprechender das Verhalten der Kälber zu beobachten, als die Farbe oder Konsistenz des Durchfallkots. Denn der Kot ändert sich mit Schwere der Erkrankung und dem Grad der Zerstörung der Darmschleimhaut. Zudem ist er abhängig von der aufgenommenen Nahrung. Neben der notwendigen Gabe von Elektrolyten (!) kommen homöopathisch unter anderem folgende Arzneimittel infrage: Calcium carbonicum C30 bei großen, schweren und ruhigen Kälbern; Calcium phosphoricum C30 bei schlanken und agilen Kälbern; Nux vomica C30 kann nach Aufnahme von verdorbenem Futter helfen. Arsenicum album C30 wird eingesetzt, wenn die Kälber sehr schwach sind, aber dennoch einen unruhigen Eindruck machen. Podophyllum C30 wird bei wässrigem Durchfallkot empfohlen, der unter großem Druck entleert wird. Dulcamara C30 kann bei den Folgen von Durchnässung eingesetzt werden. Das bedeutet, wenn ein Tier der Kälte und Nässe ausgesetzt wird und daraufhin an Durchfall erkrankt, bietet sich dieses Arzneimittel an. Für die einmalige Gabe werden drei Globuli in einer Einwegspritze in Wasser gelöst und ins Maul gegeben. Tritt nach der Anwendung innerhalb weniger Stunden keine Besserung ein, ist die Mittelwahl zu überdenken. Auch bei Atemwegserkrankungen bieten sich verschiedene homöopathische Arzneimittel an. Plötzlich auftretende Lungenentzündungen, die nach Stress oder Zugluft entstanden sind, lassen sich häufig mit einer Gabe Aconitum C200 behandeln. Für die Therapie von Kälberhusten kann Ferrum phosphoricum C30 oder Bryonia C30 (Husten mit grippeähnlichen Symptomen und großem Durst) eingesetzt werden. Trockener Husten kann mit Spongia C30 behandelt werden, während bei krampfhaftem Husten eher Drosera C30 angezeigt sein kann. Husten in Verbindung mit Durchfall kann darauf hinweisen, dass Ipecacuanha C30 das passende Arzneimittel ist. Auch Phosphorus C30 kann bei Atemwegserkrankungen angezeigt sein. Phosphor-Kälber sind sehr neugierig und bewegungsfreudig. Zusammen mit Husten tritt bei Kälbern oft auch Fieber auf. Lachesis und Aconitum sind häufige akute Mittel bei Kälbern mit Fieber. Lachesis wird u.a. bei Fieber mit schnellem Puls und deutlicher Apathie oder Wundfieber eingesetzt. Deshalb kann dieses Mittel bei einer Nabelentzündung passend sein. Aconitum sollte dann zum Einsatz kommen, wenn heftiges Fieber ganz plötzlich auftaucht, oft nach Zugluft oder Stress. Aconitum-Erkrankungen sind leicht zu erkennen und beim Einsatz des Mittels in der C200er- Potenz zeigt sich innerhalb kürzester Zeit eine Besserung. Aconitum ist daher eines der Mittel, die man unbedingt in der Stallapotheke vorrätig haben sollte. Auch Belladonna wird bei Fieber eingesetzt. Hier sind die Kälber meistens abwehrbereit und zeigen eine starke Hitze. Es ist kein Mittel für schwache Tiere. Lebensschwache neugeborene Kälber erholen sich häufig mit einer Gabe Opium C30. Nach einer Schwergeburt und einem dadurch geschwächten Kalb kann Arnica C200 das passende Arzneimittel sowohl für die Kuh, als auch für das Kalb sein. Mit homöopathischen Arzneimitteln, frühzeitig eingesetzt, können die meisten Krankheiten erfolgreich behandelt werden. Aber auch die Homöopathie hat ihre Grenzen. So muss bei dehydrierten, übersäuerten Durchfallkälbern natürlich ausreichend Flüssigkeit mit Säurepuffer zugeführt werden, sonst wird das Kalb auch mit dem passenden Arzneimittel sterben. Bei hochakuten Erkrankungen, größeren Verletzungen, Organversagen, inneren Verletzungen und lebensbedrohlichen Situationen sollten Homöopathika nur von einem erfahrenen Homöopathen eingesetzt werden und benötigen den Einsatz des Tierarztes. Auch der Anwender selbst kann ein begrenzender Faktor für den Erfolg der Homöopathie sein, da die Auswahl des richtigen Arzneimittels maßgeblich über den Behandlungserfolg entscheidet. Wichtig: Die hier aufgelisteten Homöopathika beinhalten nur einen kleinen Ausschnitt der infrage kommenden Arzneimittel (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Homöopathische Arzneimittel müssen für lebensmittelliefernde Tiere zugelassen sein bzw. vom Tierarzt umgewidmet werden. Ihre Anwendung unterliegt der Dokumentationspflicht im Rahmen der Führung eines Bestandsbuches. 2. Phytotherapie auch zur Prophylaxe Im Gegensatz zur Homöopathie ist der Einsatz von Heilkräutern einfacher, denn hier wirken bestimmte Pflanzen gezielt gegen bestimmte Erkrankungen und können (im Gegensatz zu homöopathischen Mitteln) auch sehr erfolgreich prophylaktisch eingesetzt werden. Milcherzeuger sind berechtigt Kräuter im Großhandel zu erwerben. Heilpflanzen interagieren mit dem Immunsystem. Wird das Immunsystem durch den Einsatz von Heilpflanzen gestärkt, kann es in der Folge auch gut auf eine homöopathische Therapie reagieren. Kälberdurchfall kann erfolgreich mithilfe von Heilpflanzen therapiert werden. Eine Möglichkeit ist hier der Einsatz einer komplexen Diättränke in Kombination mit Kräutern und einem Huminsäurepulver. Huminsäuren wirken stark entgiftend, immunstärkend und heilend auf die Darmschleimhaut. Zudem bieten sich auch getrocknete Brombeerblätter, Salbeiblätter und Fenchelfrüchte an. Sie sollten mit 20 g pro Tier und Tag trocken über das Futter gestreut werden. Ein Aufbrühen der Kräuter ist in einigen Fällen möglich, aber arbeitsaufwendiger. Außerdem besteht die Gefahr, dass wichtige Wirkstoffe verloren gehen. Atemwegserkrankungen bei Kälbern sprechen häufig gut auf die Therapie mit Heilpflanzen an. Über das Futter eingesetzt werden können zum Beispiel Spitzwegerichkraut, Pfefferminzkraut und Kamillenblüten. Diese drei Kräuter werden mit 20 g pro Kalb und Tag über das Futter gegeben. Auch gemahlene Anisfrüchte wirken schleim- und krampflösend und eignen sich für den Einsatz über die Milch. Darin werden sie gerne von den Kälbern aufgenommen. Anispulver sollte mit 15 g pro Tag dosiert werden. Für den Einsatz über das Futter eignet sich Anis nur bedingt, da es in dieser Form häufig nicht gerne von den Kälbern aufgenommen wird. Ein Aufgießen ist bei diesen vier genannten Kräutern nicht sinnvoll! Süßholzwurzel kann für die Therapie von Atemwegserkrankungen ebenfalls genutzt werden. Bestimmte Inhaltsstoffe der Wurzel regen die Bronchialschleimhaut dazu an, mehr dünnflüssiges Sekret zu bilden. Dadurch lässt sich zäher Schleim leichter abhusten. Dazu kocht man 400 g geschnittene ungeschälte Süßholzwurzel in 5 l Wasser auf, lässt die Flüssigkeit für 12 Stunden stehen, seiht dann die Wurzelstücke ab und lagert den so entstandenen Hustensaft im Kühlschrank. Dosierung: Pro Kalb 2x täglich 10 ml über das Futter oder in die Milch geben. Für lebensschwache Kälber sind Phytotherapeutika nicht geeignet. Ein neugeborenes, lebensschwaches Kalb ist nicht in der Lage Heilpflanzen aufzunehmen, zudem ist der Darm in den ersten 3 Lebenstagen einzig auf die Aufnahme von Kolostrum ausgerichtet. Hier sind homöopathische Arzneimittel die bessere Option, denn darauf kann der Körper schon zu diesem Zeitpunkt reagieren. Auch Phytotherapeutika haben ihre Grenzen. So können sie bei sehr schweren Erkrankungen häufig eher immunstärkend und zur Unterstützung anderer Therapien eingesetzt werden. Bei leichtem Husten können sie jedoch allein für eine Heilung ausreichen. 3. Akupunktur braucht Übung Die Akupunktur ist Teil der traditionellen, chinesichen Medizin (TCM). Bei der Akupunktur geht man davon aus, dass Krankheiten durch ein Ungleichgewicht der Energien im Körper der Tiere ausgelöst werden. Diese Energie fließt über Bahnen (Meridiane) durch den Körper. Durch die Stimulation (gezielter Stich) bestimmter Akupunkturpunkte auf diesen Meridianen soll der Energiefluss wiederhergestellt und die Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Insgesamt gibt es zwölf Hauptmeridiane, die die Akupunkturpunkte gleicher Wirkrichtung verbinden. Sie sind paarig auf beiden Körperseiten angeordnet und befinden sich in der Nähe von Lymphgefäßen, Blut- und Nervenbahnen. Jeder Punkt hat eine Nummer und die Abkürzung des Meridians, auf dem er liegt. Die Herausforderung ist es, die richtigen Punkte zu finden. Für Kälber ist es in der Regel ausreichend, die Nadeln einige wenige Minuten in dem Akupunkturpunkt verweilen zu lassen. Akupunktiert wird mit sterilen Akupunktur-Nadeln, die nach einmaliger Anwendung im Hausmüll in einem stichfesten Behälter entsorgt werden können. Injektionsnadeln sollten nicht genutzt werden. Denn sie sind innen hohl, sodass die Gefahr besteht, dass sie abbrechen. Um erfolgreich Diagnosen stellen und den passenden Akupunkturpunkt finden zu können, bedarf es viel Übung. Bei der Akupunktur ist es deshalb sinnvoll das notwendige Wissen in speziellen Kursen zu erlernen. Allerdings können einige grundlegende Anwendungen auch im Sinne eines „Nadelrezepts“ bei bestimmten Erkrankungen angewendet werden. Bei lebensschwachen, neugeborenen Kälbern (Atemstillstand/-depression) bietet sich die Kombination aus zwei Akupunkturpunkten an (siehe Übersichtsbild, Seite 54): Du Mai 26: Der Punkt liegt in der Mitte des Nasenspiegels auf dem Flotzmaul. Chui Zhu: Hierbei sollte die Akupunkturnadel direkt senkrecht in die Schwanzspitze in die Quaste gestochen werden. Aber auch bei Saugschwäche (sofern das Kalb anatomisch gesund ist und keine zentralnervösen Störungen vorliegen) bietet sich die Akupunktur an: Ma 6: Dieser Punkt liegt auf dem Kaumuskel über dem Kieferwinkel und wirkt gegen eine Kiefersperre. Le 3: Hierbei wird die Nadel in die Innenseite des Hinterbeins, etwa in der Mitte zwischen Sprung- und Fesselgelenk gestochen. Die Nadel kann nur schräg in die Haut eingestochen werden. Dieser Punkt wirkt entspannend und ist bei Trinkschwäche angezeigt. Extrapunkt nach Kothbauer: Vor der tastbaren Schulterblattgräte, etwa in der Mitte der tastbaren Erhöhung durch den Grat, sollte die Nadel gestochen werden. Diese drei Punkte sollten zusammen eingesetzt werden. Die Nadel wird soweit eingestochen, dass sie fest im Gewebe steht (0,5 – 1 cm). Nadeln auf einer Körperseite sind ausreichend. Diese Kombination sollte bei Trinkschwäche innerhalb weniger Stunden wirksam sein. Bei Lebensschwäche wird nochmals im Abstand von fünf bis sieben Tagen akupunktiert. Auch die Akupunktur hat ihre Grenzen. Sie ist nicht geeignet bei schweren Infektionskrankheiten, Krankheiten mit seuchenhaftem Verlauf, schweren irreversiblen Erkrankungen mit Gewebezerstörung und lebensbedrohlichen Zuständen (Ausnahme Atemstillstand bei neugeborenen Kälbern).-os-