Grasernte: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser Plus

Die Grasernte wird auf vielen Milcherzeuger­betrieben im Lohn erledigt. Als Auftraggeber müssen Sie aber dennoch darauf achten, dass beim Grassilieren alles glattläuft.
Um Silagen von (sehr) guten Qualitäten zu erzielen, zählt neben einer passenden Wetterlage vor allem eins: Schlagkraft, um die Ernte innerhalb von 24 bis 36 Stunden abzuschließen. Von der Mahd bis zur Verdichtung ist die gesamte Silagebereitung mittlerweile ein hoch technisierter Prozess. Die notwendigen Maschinen rechnen sich allerdings in den seltensten Fällen für den eigenen Betrieb, daher arbeitet das Gros der Betriebe mit Lohnunternehmen (Maschinenringen) zusammen. Eines ist klar, die Grasernte ist eine große logistische Herausforderung. Der Lohnunternehmer trägt zwar die Verantwortung für die technische Abwicklung, doch auch hier gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Um Überraschungen nach dem Öffnen des Silos auszuschließen, sollten Sie folgende Punkte beachten und bei der Ernte prüfen:

1. Gemeinsame Planung

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit beginnt mit einer genauen Absprache und der Klärung der Verantwortlichkeiten. Verschaffen Sie Ihrem Dienstleister spätestens bei der Terminabsprache einen Überblick über die zu erntenden Flächen (Entfernung, Aufwuchs, Lage) und sprechen Sie ab, ob in Etappen siliert wird und welche Silogröße/-art zu befüllen ist. Nur so kann der Lohnbetrieb seine Erntekette optimal auf Ihren Auftrag abstimmen. Auch muss klar geregelt werden, welche Arbeiten noch mit Arbeitskräften und Maschinen aus dem Betrieb abgedeckt werden können. Vereinbaren Sie gemeinsam auch einen Plan B für den Fall, dass der Erntetermin z. B. wegen schlechter Witterungsverhältnisse verschoben werden muss.
Tipp: Bei Schauerwetter zu mähen, kann die bessere Entscheidung sein, als erst eine Woche später zu mähen, der Bestand altert schnell! Bei 28 % TM Siliermitteleinsatz einplanen!

2. Schnitthöhe kontrollieren

Wenn das Mähen (teilweise) das Lohnunternehmen übernimmt, kontrollieren Sie die Schnittlänge! Schauen Sie sich während des Mähens, möglichst gleich zu Beginn die frisch gemähte Grasnarbe an. Bemerken Sie einen zu tiefen Schnitt schon auf dem ersten Schlag, bleibt Ihnen noch die Zeit, einzuschreiten. Wird der Grasbestand zu kurz geschnitten ( 8 cm), ist die verbleibende Photosyntheseleistung der Pflanzen stark geschwächt. Das erwünschte weitere, zügige Wachstum für den Folgeschnitt wird unnötig gestört. Auch ist der Nährstoffgehalt der Silage durch einen zu tiefen Schnitt gefährdet: Im unteren Teil der Grashalme (3 bis 5 cm) sind die Rohproteingehalte deutlich geringer. Wird zu tief gemäht, tritt ein Verdünnungseffekt ein. Zudem nimmt der Schmutzeintrag zu.
Durch die Ablage des Grases auf den 8 cm hohen Stoppeln kommt es kaum mit dem mineralischen Boden in Berührung. Zudem sorgt sie für ein schnelleres und gleichmäßigeres Anwelken, die Luft zirkuliert frei zwischen den Stoppeln unter dem Schnittgut hindurch. Auch ein Reinregnen in den gemähten Bestand ist dann besser zu verkraften. Ist das Erntegut abgefahren, spenden die längeren Stoppeln dem Boden Schatten und verringern damit Trockenschäden der Grasnarbe.
Tipp: Für den 1. und 2. Schnitt ist die Schwad­ablage in der Regel nicht geeignet, da das Gras durch den hohen Ertrag kaum ausreichend anwelken kann.

3. Optimalen TM-Gehalt schaffen

Wenn mit Aufbereiter gemäht wurde, erübrigt sich bei trockener, sonniger, windiger Witterung das Wenden in der Regel. Hier trocknet das Gras vor allem beim Ernten von großen Beständen oftmals eher zu stark aus (TM-Gehalte 40 %). Unter normalen Anwelkbedingungen beträgt die Zunahme des TM-Gehaltes bei mit Aufbereiter gemähtem Gras 3 bis 4 % je Stunde. Das heißt, bei einem Ausgangstrockenmassegehalt des frisch gemähten Grases von etwa 12 % ist der Ziel-TM-Gehalt von 35 % nach dem Anwelken bereits nach sieben bis acht Stunden erreicht. Jetzt sollte das Einfahren ins Silo beginnen!
Achtung: Zum 1. Schnitt liegt der TM-Gehalt im Frischgras bei etwa 12 %. Zum 2. Schnitt beträgt er jedoch 17 bis 18 %. Auch sind die Trocknungsbedingungen häufig besser (höhere Temperaturen, längere Haupttrocknungsphase). Beides sollte bei der Mahd bzw. Feldlagerzeit mit...

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