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Perfektionismus hilft sparen Digital Plus

Seit September 2017 ist die neue Düngeverordnung in Kraft. Wer jetzt clever füttert, kann mehr Großvieheinheiten auf seinem Betrieb halten. Doch welche Faktoren müssen dabei konkret beachtet werden? Die neue Düngeverordnung bringt viele Änderungen mit sich und verschärft die bisher geltenden Vorschriften deutlich. Hintergrund der nachfolgend vorgestellten Untersuchungen ist, wie der Landwirt zukünftig die Ration seiner Milchkühe optimieren kann, sodass seine Tiere weniger Stickstoff (N) ausscheiden. Denn er muss gegenüber der für Landesrecht zuständigen Stelle belegen, dass die Menge an N durch Haltungs- und Fütterungsbedingungen reduziert werden konnte. Dafür muss der Proteingehalt in der Ration sowie die Menge an Ausscheidungen aufgezeichnet werden. Auf diesem Weg darf der Landwirt ggf. für seinen Wirtschaftsdünger aus tierischer Herkunft niedrigere Werte verwenden und auch seine bisher gehaltenen Großvieheinheiten (GVE) neu berechnen. N-Ausscheidung positiv beeinflussen Die Proteinversorgung von Milchkühen hat großen Einfluss auf die Menge an Stickstoff, die sie ausscheiden. Daher ist es wichtig, Kühe nicht übermäßig mit Stickstoff zu versorgen, denn überschüssiges Protein muss in der Leber unter Aufwendung von Energie zu Harnstoff umgewandelt werden. Dieser wird anschließend über Milch und Urin ausgeschieden. Proteinüberschüsse in der Ration sind nicht nur unnötig, sondern beeinflussen auch die N-Bilanz des Betriebes negativ. Ein empfehlenswerter Proteingehalt im Futter von 160 g pro kg TMR ist auch für hochleistende Kühe, die bis zu 45 kg Milch pro Tag geben, ausreichend (Übersicht 1). Kontrollieren lässt sich die Stickstoffausscheidung über den Harnstoffgehalt in der Milch. Dieser sollte sich bei 180 bis 220 mg pro kg einpendeln.

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Seit September 2017 ist die neue Düngeverordnung in Kraft. Wer jetzt clever füttert, kann mehr Großvieheinheiten auf seinem Betrieb halten. Doch welche Faktoren müssen dabei konkret beachtet werden? Die neue Düngeverordnung bringt viele Änderungen mit sich und verschärft die bisher geltenden Vorschriften deutlich. Hintergrund der nachfolgend vorgestellten Untersuchungen ist, wie der Landwirt zukünftig die Ration seiner Milchkühe optimieren kann, sodass seine Tiere weniger Stickstoff (N) ausscheiden. Denn er muss gegenüber der für Landesrecht zuständigen Stelle belegen, dass die Menge an N durch Haltungs- und Fütterungsbedingungen reduziert werden konnte. Dafür muss der Proteingehalt in der Ration sowie die Menge an Ausscheidungen aufgezeichnet werden. Auf diesem Weg darf der Landwirt ggf. für seinen Wirtschaftsdünger aus tierischer Herkunft niedrigere Werte verwenden und auch seine bisher gehaltenen Großvieheinheiten (GVE) neu berechnen. N-Ausscheidung positiv beeinflussen Die Proteinversorgung von Milchkühen hat großen Einfluss auf die Menge an Stickstoff, die sie ausscheiden. Daher ist es wichtig, Kühe nicht übermäßig mit Stickstoff zu versorgen, denn überschüssiges Protein muss in der Leber unter Aufwendung von Energie zu Harnstoff umgewandelt werden. Dieser wird anschließend über Milch und Urin ausgeschieden. Proteinüberschüsse in der Ration sind nicht nur unnötig, sondern beeinflussen auch die N-Bilanz des Betriebes negativ. Ein empfehlenswerter Proteingehalt im Futter von 160 g pro kg TMR ist auch für hochleistende Kühe, die bis zu 45 kg Milch pro Tag geben, ausreichend (Übersicht 1). Kontrollieren lässt sich die Stickstoffausscheidung über den Harnstoffgehalt in der Milch. Dieser sollte sich bei 180 bis 220 mg pro kg einpendeln. Eine Möglichkeit, um den Proteingehalt in der Milchviehration und somit auch die N-Ausscheidungen zu reduzieren, kann der Ersatz von Soja- (SES) durch Rapsextraktionsschrot (RES) als Proteinlieferant sein. Das haben Versuche am Zentrum für Tierhaltung und Technik (ZTT) Iden in Sachsen-Anhalt und ein Versuch am Haus Riswick in Nordrhein-Westfalen zeigen können. Als ein Ergebnis der Versuche konnte festgehalten werden, dass in den Kuhgruppen, deren Ration RES enthielt, gleich gute oder zum Teil sogar bessere Milchleistungen erzielt wurden im Vergleich zu jenen, deren Ration SES als Proteinkonzentrat zugefügt war. Mit Aminosäuren Protein einsparen Auch zum Einsparpotenzial von Proteinen wurde am ZTT ein Versuch durchgeführt. Ziel war es herauszufinden, wie stark der Proteingehalt der Ration für eine gleichbleibend hohe Milchleistung reduziert werden kann. Eine 700 kg schwere Kuh, die am Tag 30 kg Milch mit einem Eiweißgehalt von 3,4 % gibt, hat einen Tagesbedarf an nutzbarem Rohprotein (nXP) von 3.020 g. Bei einer Milchleistung von 40 kg täglich beliefe sich der Bedarf auf 3.870 g an nutzbarem Rohprotein. Umgerechnet auf eine angenommene Futteraufnahme von 21 bis 23 kg sind 144 g nXP bzw. 168 g nXP für eine bedarfsdeckende und leistungsgerechte Versorgung nötig. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass mit beiden Versuchsrationen im Vergleich zur Kontrolle die N-Ausscheidungen verringert werden konnten: Im ersten Versuch wurden 72 g pro Kuh und Tag eingespart (303 g vs. 375 g), im zweiten Versuch waren es 20 g pro Kuh und Tag (371 g vs. 391 g). Für eine Herde von 100 Kühen mit einer durchschnittlichen Tagesmilchmenge von 30 kg bedeutet das eine Einsparung von 767 kg bzw. 219 kg N im Jahr. Absenken lässt sich der XP-Gehalt in der Ration durch Zugabe der Aminosäure Methionin bei gleichzeitiger Reduzierung der Proteinzugabe. Insgesamt kann so eine Verbesserung der N-Effizienz bei der Milchproduktion um mehr als 20 % erreicht werden. Ein Versuch des US Dairy Forage Research Center in Madison, Wisconsin, lieferte folgende Ergebnisse: Auch in Rationen für hochleistende Kühe, die eine Milchleistung von 40 kg und mehr pro Tag haben, können Proteinträger wie SES teilweise durch AS wie pansengeschütztes Methionin und stärkehaltige Futtermittel ersetzt werden, ohne dass sich die Milchleistung verringert (Übersicht 3). Entscheidend dabei ist eine ausbalancierte Ration, die die Kuh ihren Bedürfnissen entsprechend versorgt. Phosphor nicht vorhalten Doch nicht allein die Stickstoffgehalte im organischen Dünger, sondern auch die zulässigen Phosphatgehalte werden in der Düngeverordnung neu geregelt. Ist der Gehalt dieses Minerals im Futter zu gering, kann das zur Unterversorgung der Milchkuh führen, die wiederum in sinkender Futteraufnahme, verringerter Milchleistung und Milcheiweißgehalt sowie Fruchtbarkeitsproblemen resultiert. Ein Sicherheitszuschlag ist jedoch überflüssig. Um eine optimale Versorgung sicherzustellen, wird empfohlen, Grundfutter wie Mais- und Grassilage zu beproben und auf ihren Phosphor- bzw. ihren Mineralgehalt hin untersuchen zu lassen. Im Versuch mit Raps in der Ration konnte sogar gezeigt werden, dass das Zusetzen eines Mineralfutters nicht notwendig war, da das RES bereits ausreichend Phosphor enthielt. In einem weiteren Versuch des ZTT wurden an zwei Gruppen mit je 35 Kühen ab der Kalbung bis zur 16. Laktationswoche zwei nahezu identische Rationen verfüttert. Diese unterschieden sich nur darin, dass der Ration für eine Gruppe ein P-haltiges Mineralfutter hinzugefügt wurde, das Mineralfutter für die andere Gruppe enthielt keinen zusätzlichen Phosphor. Bei der Kotuntersuchung zeigten sich folgende Unterschiede: Bei der Gruppe ohne P-Ergänzung in der Ration wurde eine Ausscheidung von 33,0 g pro Tier und Tag ermittelt. In der Gruppe mit P-Ergänzung waren es 47,4 g P-Ausscheidung je Tier und Tag, es ergab sich also ein deutlich messbarer Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Für eine Milchviehherde mit einer täglichen Leistung von 30 kg Milch bedeutet die gemessene Einsparung von knapp 15 g Phosphor am Tag eine Verringerung von 164,25 kg Phosphat im Jahr.K. Kortendieck