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Grundfuttervorräte mit GPS absichern

Fehlende Niederschläge in der ersten Vegetationshälfte können in einigen Regionen zu Engpässen in der Grundfutterversorgung führen. Damit im Winter ausreichende Futterreserven zur Verfügung stehen, bietet es sich an, Getreide frühzeitig zu häckseln und zu silieren.

Getreide-Ganzpflanzensilage (GPS) ist ein energiereiches aber eiweißarmes Grobfutter. Für die Silierung kommen besonders Gerste, Weizen und auch Triticale in Frage, denn sie weisen bereits im Korn eine hohe Energiedichte auf. Zudem ist bei diesen Arten das Verhältnis zwischen Korn und Stroh deutlich geringer als bei Roggen. Um eine hohe Energiedichte auch im Siliergut zu bekommen, sollte der Kornanteil bei mindestens 50 % liegen. Nur so kann ein Energiegehalt von mindestens 6,0 MJ NEL/kg TM gewährleistet werden (Übersicht 1). Die Höhe des Kornanteils wiederum lässt sich über die Schnitthöhe beeinflussen. Sie sollte zwischen 20 und 40 cm liegen.

Anfang Teigreife ernten

Um ein hoch verdauliches, energiereiches Futter ernten zu können, muss das Getreide aber auch zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden:

  • Die Ernte sollte zum Ende der Milch- bzw. Anfang der Teigreife erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich das Korn mit dem Fingernagel noch leicht eindrücken. In diesem Stadium können die Körner im Häcksler gut aufgeschlossen werden.
  • Die Blätter beginnen sich gerade leicht gelb zu verfärben.
  • Der optimale Erntetermin liegt ca. zwei bis drei Wochen vor dem Dreschtermin.
Eine gute Verdichtung ist das A und O

Da Ganzpflanzensilage nicht so leicht silierbar ist wie Mais (zwischen den Halmen hält sich die Luft),  müssen folgende Punkte beim Silieren beachtet werden:

  • Für die Verarbeitung der Pflanze sollte ein Exakthäcksler mit Schneidwerk, eingebautem Corn-Cräcker und Reibboden eingesetzt werden.
  • Die Häcksellänge sollte zwischen 6 und 8 mm liegen.
  • Die Silage muss mit schwerem Walzgerät verdichtet werden. Nach der Verdichtung sollte die Silage schnellstmöglich abgedeckt werden.
  • Durch die niedrigen Nitratgehalte in der GPS wird eine Buttersäurebildung begünstigt. Deshalb sollte man ein von der DLG geprüftes Siliermittel mit der Wirkungsrichtung 2 einsetzen.
  • Zuckerhaltige Silierzusätze sind nicht nötig, da die GPS bereits einen hohen Anteil an Stärke aufweist.
Wird das Getreide kurz gehäckselt, schnell einsiliert und stark verdichtet, lässt sich mit der GPS ein gutes Grobfutter mit einer mittleren Energiedichte erzeugen (Übersicht 2). Dieses kann besonders gut in der Jungvieh- und Trockensteherfütterung eingesetzt werden. Dabei kann der GPS-Anteil in der Ration 10 bis 15 kg betragen. So lassen sich sowohl Mais als auch Gras teilweise ersetzen.

Quelle: Christoph Holloh, Landwirtschaftskammer NRW