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Effizient melken

Melken gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Milcherzeugers. Umso wichtiger ist es, dass es mit einer hohen Produktivität und hohen Melkqualität durchgeführt wird. Ihre Melkeffizienz können Sie leicht überprüfen.

Passen die verschiedenen Abläufe nicht zueinander oder passt Ihr Melkstand nicht zur Melkroutine, kann wertvolle Zeit vergeudet werden oder aber der Melker hat soviel Stress, dass die Melkqualität nachlässt. Deshalb sollten Sie regelmäßig Ihre Melkabläufe überprüfen. Ist der Melkprozess optimal aufeinander abgestimmt, geht folgende Formel auf:

Ein- und Austrieb + Rüstzeit = Melkzeit pro Melkstandseite

Z.B. 2 Minuten Ein- und Austrieb plus 7 Minuten für die Rüstzeit ergeben insgesamt 9 Minuten. Beträgt die reine Melkzeit pro Melkstandseite aber nur 6 Minuten, würden die Kühe 3 Minuten unsinnig im Melkstand warten. Ergeben Ein- und Austrieb plus Rüstzeit aber z.B. 7 Minuten und die reine Melkzeit beträgt 8 Minuten, bedeutet dies, dass der Melker nicht ausgelastet ist, bzw. auf die Kühe warten muss.

Die einzelnen Parameter der Formel können sie wie folgt prüfen:

  • Ein- und Austrieb der Kühe: Dies ist die Zeit, in der die erste Kuh den Melkstand betritt bis sie in richtiger Melkposition steht. Der Austrieb wird von dem Augenblick gemessen, indem die erste Kuh sich rausbewegt und endet sobald die letzte Kuh aus dem Melkstand ist.
  • Rüstzeit (Vormelken, Reinigen, Dippen): Die Rüstzeit beginnt sobald Sie mit Ihrer Melkroutine bei der ersten Kuh beginnen und endet sobald das letzte Melkzeug unterhängt. Auch die Zeit nach dem Melken (Dippen, Euterkontrolle, etc.) sollten Sie zu der Rüstzeit rechnen.
  • Reine Melkzeit einer Melkstandseite (ohne Rüstphase): Die reine Melkzeit bemisst die Phase sobald das letzte Melkzeug untergehängt ist bis alle Melkzeuge von den Kühen wieder abgenommen sind.
Ist Ihr Melksystem im Ungleichgewicht, sollten Sie wie folgt reagieren:

Zu langen Rüstzeiten?

Suchen Sie sich einen zweiten Melker oder aber überprüfen Sie, ob der Melker zuviel Zeit in Aktivitäten verschwendet, die mit dem eigentlichen Melkprozess nichts zu tun haben. Falls Sie z.B. 1,5 Ak für eine 16er Fischgräte brauchen, können Sie die freie Zeit des zweiten Melkers evtl. für andere Tätigkeiten, wie das Auffüllen von Dippmitteln, Eutertüchern, etc. nutzen. Auch wenn Sie mit dem Anrüsten beginnen sobald die ersten Kühe in der richtigen Melkposition stehen, kann Zeit eingespart werden. Oft wird Zeit damit verschwendet, dass darauf gewartet wird bis alle Kühe in der richtigen Position stehen. Checken Sie zudem ihre Melkroutine. Haben Sie ein festes System, nachdem sich jeder richten und so Zeit eingespart werden kann?

Zu lange Melkzeiten?

Überprüfen Sie, ob Sie beim Anrüsten Ihre Kühe gut stimuliert haben, um die zügige Milchabgabe der Kuh sicherzustellen. Gewöhnen Sie Ihre Kühe nicht ans manuelle Nachmelken. Melken Sie, wenn möglich, frischmelkende und hochleistende Kühe in einer extra Gruppe.

Zu lange Ein- und Austriebzeiten?

Der Ein- und Austrieb sollte flüssig vonstatten gehen. Versuchen Sie deshalb alle Einflüsse, die den Ablauf behindern könnten, auszuschalten. Negative Einflüsse könnten z.B. Lärm, Hindernisse, kein rutschfester Untergrund, Ablenkungen, etc. sein.

Fazit: Eine genaue Überprüfung des eigenen Melkregimes lohnt sich, um Melkabläufe zu optimieren. Aber stecken Sie Ihre Ziele für eine hohe Durchsatzleistung nicht zu hoch, denn ist der Melker zu sehr im Stress, vermehren sich seine Fehler und die Eutergesundheit könnte leiden.