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Weidezäune: Tipps & Tricks

Kurze Zaunzuleitung: Die Zuleitung zwischen Elektrozaungerät und Zaun muss so kurz wie möglich gehalten werden, damit nicht schon die Verluste in der Zuleitung den am Zaun ankommenden Impuls schwächen. Für längere Zuleitungen sind deshalb hochspannungsfeste und widerstandsarme Kabel zu verwenden,

Kurze Zaunzuleitung: Die Zuleitung zwischen Elektrozaungerät und Zaun muss so kurz wie möglich gehalten werden, damit nicht schon die Verluste in der Zuleitung den am Zaun ankommenden Impuls schwächen. Für längere Zuleitungen sind deshalb hochspannungsfeste und widerstandsarme Kabel zu verwenden, die als Zubehör angeboten werden.

Feste Verbindungen: Alle Anschlussklemmen müssen fest mit den stromführenden Teilen verbunden sein. Lose Klemmen sind die Ursache für große Übergangswiderstände, wodurch es zu Leistungsverlusten kommt. Solche Stellen sind oft die Ursache für Störungen an elektrischen Haushaltsgeräten (z.B. Radio und Fernsehgeräte).

Drähte, Litzen, Seile, Bänder: Je nach Einsatzzweck stehen für den Aufbau von Elektrozäunen verschiedene Leitermaterialien zur Verfügung, die anhand der Kriterien Leitungswiderstand, Reißfestigkeit und Biegewechselfestigkeit beurteilt werden. Für stationäre Rinderzäune ist beispielsweise ein verzinkter Stahldraht die funktionell bessere Lösung (niedriger Widerstand, hohe Festigkeit). Für halbstationäre und mobile Zäune sind die im Handel angebotenen Drähte, Litzen, Seile und Bänder zu bevorzugen. Die Gebrauchseigenschaften der Materialien sind vor dem Kauf zu vergleichen.

Leitungswiderstand: Der Leitungswiderstand (Leitfähigkeit des Materials) ist die wichtigste Eigenschaft bei der Beurteilung der Zaunmaterialien und deshalb ein entscheidender Parameter für die Ermittlung der maximal möglichen Zaunlängen.

Er wird in Ohm/Meter angegeben. Der Wert sollte so gering wie möglich sein. Beste Materialien haben einen Widerstand von 0,05 Ohm/Meter, schlechte über 4 Ohm/Meter. Die mögliche Zaunlänge kann mittels Computersimulation, bei der die unterschiedlichsten Bedingungen berücksichtigt werden können, berechnet werden. Die Ergebnisse solcher Berechnungen sind in Tabelle 3 zusammengefasst und können dem Praktiker Anhaltspunkte bieten, welche Zaunlängen mit verschiedenen Materialien und Geräten möglich sind. Untersuchungen haben ergeben, dass zwischen guter Leitfähigkeit, die meist durch Kupferdrähte erreicht wird, und langer Haltbarkeit (NirostaDrähte mit schlechte Leitfähigkeit) ein Kompromiss gesucht werden muss, Kombimaterialien (Leitermaterial aus Kupfer- und Nirosta-Drähten) bieten hier eine gute Alternative.

Reißfestigkeit: Sowohl beim Aufbau der Zäune (Spannen) als auch im Betrieb (Tierberührung) wirken auf das Zaunmaterial Zugkräfte. Leiter- und Trägermaterial müssen diese Zugkräfte ohne Zerstörung aufnehmen können. Deshalb wird ein Mindestwert von 500 Newton (N) für die Reißfestigkeit gefordert. Diese darf auch bei bewittertem Material nur geringfügig nachlassen (höchstens um 10 %).

Biegewechselfestigkeit: Beim Auf- und Abbau von Elektrozäunen und durch Windeinflüsse treten an dem Zaunmaterial Belastungen durch Biegewechsel auf. Damit sichergestellt ist, dass es durch diese Biegewechsel nicht zum Bruch des Leitermaterials kommt, müssen die Materialien eine ausreichende Biegewechselfestigkeit aufweisen. Diese wird im Rahmen einer Materialprüfung ermittelt, indem die Anzahl der Biegevorgänge bis zu einer Beschädigung des Leitermaterials gezählt werden. Werden die geforderten 1.800 Biegewechsel nicht erreicht, ist das Material nur bedingt für einen wiederholten Auf- und Abbau geeignet.

Isolatoren trennen den stromführenden Draht vom Pfahl bzw. vom Erdreich. Es ist immer eine Ausführung zu wählen, bei der die Spannungsfestigkeit über der vom verwendeten Elektrozaungerät bereitgestellten Spannung liegt. Nur so wird verhindert, dass ein Teil der Energie schon über die Isolatoren abgeleitet wird. Für die meisten Isolatoren gilt: je größer der Isolator, umso besser die Isoliereigenschaften. Die beste Isolationswirkung haben Isolatoren mit einem Trockenraum („Glockenprinzip“). Dieser Trockenraum darf nicht mit dem elektrischen Leiter umwickelt werden, weil sonst die Isolationswirkung des Isolators herabgesetzt wird. Entsprechend ihres Verwendungszweckes unterscheidet man Halte- und Führungsisolatoren. Ihre richtige Handhabung entscheidet maßgeblich über die Hütesicherheit.

  • Halteisolatoren werden an den Spannpfählen befestigt und dienen zum Spannen und Halten des Drahtes in der gewünschten Richtung.
  • Für Stahldrähte sind Abspannisolatoren aus Kunststoff oder Porzellan zu verwenden.
  • Für Elektrozaundrähte und –litzen sind bevorzugt Rillenisolatoren mit starker Stütze, für Bänder spezielle Bandisolatoren einzusetzen.
  • Führungsisolatoren werden an die Streckenpfähle montiert. Sie haben lediglich die Aufgabe, den gespannten Draht in der gewünschten Höhe zu „führen“.

Insbesondere bei Verwendung von Kunststoffdrähten und –litzen dürfen die Isolatoren auf keinen Fall fest umwickelt werden. Vielmehr muss der Draht in der Öse des Isolators frei beweglich sein. Dadurch wird der Zaun elastisch. Nur so kann er bei Berührung durch ein Tier nachgeben und ohne zu reißen wieder in seine ursprüngliche Position zurückkehren, nachdem das Tier zurückgewichen ist. Je elastischer ein solcher Elektrozaun also ist, desto sicherer ist er. Auch Stahldrähte müssen in der Öse des Führungsisolators frei beweglich sein, damit ein nachspannen möglich ist. Das gilt auch bei Befestigung des Drahtes mithilfe von Isolierschlauch und Krampen an Holzpfählen oder bei Verwendung von Drahthalterungen an nicht leitenden Pfählen. Die Elastizität kann durch spezielle Spannfedern hergestellt und aufrechterhalten werden. Lediglich bei den windanfälligeren Breitbändern ist der Einsatz von Halteisolatoren in der Zaunstrecke in bestimmten Abständen zweckmäßig.

Zaunpfähle: Je nach Verwendungszweck unterscheidet man Spannpfähle und Streckenpfähle. Spannpfähle dienen in Verbindung mit Halteisolatoren zum Spannen und Halten des Elektrozaundrahtes. Die Setztiefe sollte in Abhängigkeit von der Bodenart und der zu erwartenden Zuglast gewählt werden. Da die Pfähle, besonders bei stationären Festzäunen mit Stahldraht, hohen Zugbelastungen ausgesetzt sind, ist eine Absteifung in Zugrichtung erforderlich. Ein in Zugrichtung 10 Zentimeter unter dem Erdboden verlegter Querbalken von etwa 1 Meter Länge erfüllt den gleichen Zweck. Als Spannpfähle sind Pfähle aus heimischen Gehölzen (z.B. Eiche, Robinie) mit einem Durchmesser von etwa 15 bis 20 Zentimetern und einer Länge von etwa 2 Metern geeignet. Bei ausschließlicher Verwendung von Kunststoffdrähten können diese etwas schwächer ausgelegt werden. Sie sind nach Imprägnierung lange haltbar und mithilfe einer Pfahlramme oder eines Erdlochbohrers leicht zu setzen. Auf ebenem Gelände und in Abhängigkeit des verwendeten Leitermaterials sind Spannstrecken bis 300 Meter möglich.

Streckenpfähle, kombiniert mit Führungsisolatoren, stehen zwischen den Spannpfählen und haben lediglich die Aufgabe, den Draht in der gewünschten Höhe zu führen. Sie sind wesentlich geringeren mechanischen Belastungen ausgesetzt und können im Handel in Form von Metall- oder Kunststoffpfählen in verschiedensten Abmessungen mit den passenden Isolatoren erworben werden. In Abhängigkeit vom Zaunmaterial sind Abstände von 5 bis 30 Metern möglich.