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Lust auf Kühe

So tief beeindruckt wie gerade eben fährt man selten von einem Milchviehbetrieb wieder weg. Welches Potenzial in einem „erweiterten“ Familienbetrieb steckt, das haben uns Hans Eggert und Andrea Rohwer eindrucksvoll nähergebracht.

Dass uns ein top organisierter Betrieb erwarten würde, hatten wir gehofft – was wir aber tatsächlich vorgefunden haben, übertraf dann doch unsere Vorstellungen. Nicht nur, dass die biologischen Leistungen der 350-köpfigen-Milchviehherde passen, beeindruckend ist vor allem die vorbildliche Arbeitsorganisation, die sich in einer extrem hohen Arbeitsproduktivität von 630.000 kg pro AK widerspiegelt. Die hohe Produktivität ist das Zusammenspiel fester Arbeitspläne und intensiv ausgetüftelter Arbeitsroutinen. Um sicherzustellen, dass im Stall auch alles rund läuft, hat Rohwer Tages-, Wochen- und Routinearbeitspläne entwickelt, mit deren Hilfe die Herde gemanagt wird.
Die Bewirtschaftung der 140 Hektar Fläche ist dagegen größtenteils an den Lohnunternehmer abgegeben, der Maschinenpark des Betriebes deshalb auch überschaubar. Der stärkste Schlepper hat nur 95 PS, weniger als der Betriebs-PKW.
Der Betriebsleiter wird von einer festangestellten Melkerin, einem Fütterer und zwei Azubis unterstützt. Hinzu kommt noch Rohwer's Vater, dem die Versorgung der Kälber obliegt. In der 2x8-Fischgräte werden derzeit 2,8 Mio. Liter Milch ermolken. Doch die Tage des 1993 eingebauten Melkstandes sind gezählt, denn das neue, großzügig dimensionierte Melkzentrum, das einen 2x20 Side by Side-Melkstand beherbergt, steht unmittelbar vor der Inbetriebnahme. Durch die neuen Milchleitungen sollen demnächst 3,2 Mio. Liter Milch jährlich fließen. Von der Investition erhofft sich Rohwer nicht nur eine deutliche Verkürzung der täglichen Melkzeiten, sondern auch eine Absicherung des Familienbetriebes. „Wenn mal jemand ausfallen sollte, dann können meine Frau oder meine Kinder jederzeit einspringen und aushelfen. Die Kühe bekommen wir auf jeden Fall gemolken.“
Trotz 350 Kühen (demnächst dürften es 400 sein), stuft der Betriebsleiter sein Unternehmen noch als Familienbetrieb ein. Schließlich habe die Familie noch das Heft des Handelns in der Hand. Bei einem weiteren Herdenwachstum sei dies aber nicht mehr gegeben, weshalb Rohwer künftig auch nicht mehr Kühe melken will – auch wenn er offen einräumt, das er kaum etwas lieber tut als zu melken!


Die website des Milchviehbetriebes finden Sie hier – mehr Infos gibt’s auch in der nächsten Elite!