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Das richtige Elektrozaungerät

Das wichtigste Element des Elektrozaunes ist das Elektrozaungerät. Es gibt eine große Auswahl an Geräten mit unterschiedlichen Leistungsstufen und Stromquellen – Geräte mit Netzanschluss (230 Volt Netzspannung), 12-Volt-Akkugeräte und 9-Volt-Batteriegeräte. Geräte mit Netzanschluss haben eine

Das wichtigste Element des Elektrozaunes ist das Elektrozaungerät. Es gibt eine große Auswahl an Geräten mit unterschiedlichen Leistungsstufen und Stromquellen – Geräte mit Netzanschluss (230 Volt Netzspannung), 12-Volt-Akkugeräte und 9-Volt-Batteriegeräte.

Geräte mit Netzanschluss haben eine uneingeschränkte Hütedauer. Sie sind in allen benötigten Leistungsklassen verfügbar und können an langen Zäunen die notwendige Energie am besten zur Verfügung stellen. Auch bei stärkerem Bewuchs stellen sie noch ausreichend Energie für den Zaun bereit. Ihr Nachteil ist, dass sie nur dort eingesetzt werden können, wo ein Netzanschluss vorhanden ist. Außerdem ist bei einem Netzausfall der gesamte Zaun stromlos. Trotzdem sollten Netzgeräten, wo immer ihr Einsatz möglich ist, der Vorzug gegeben werden.

Bei Zäunen mit netzbetriebenen Geräten ist die Installation einer Blitzschutzeinrichtung (s. Abb.) zu empfehlen, da diese Zäune erfahrungsgemäß besonders anfällig gegen Blitzeinschläge sind, die dann das Gerät zerstören und im Extremfall Brände an Gebäuden verursachen können. Geeignete Blitzschutzeinrichtungen werden von allen Herstellern angeboten – auf vorschriftsmäßige Blitzschutzerdung ist zu achten.

12-Volt-Akkugeräte sind für Weiden ohne Netzanschluss eine gute Alternative. Die Kapazität des Akkus kann der Leistungsaufnahme des Gerätes angepasst werden. Akkumulatoren sind nachladbar. Es sollte aber ein Wechselakku zur Verfügung stehen. Eine gute Ergänzung sind Solarmodule, die in verschiedenen Leistungsklassen angeboten werden und Sonnenenergie in Strom umwandeln. Durch ihren Einsatz kann der systembedingt höhere Aufwand für die Wartung und Nachladen der Akkumulatoren gesenkt werden.

9-Volt-Trockenbatteriegeräte bieten nur geringe Impulsenergien. Es kann eine Hütedauer von mehreren Monaten bis zu einer Saison erreicht werden. Die Einsatzmöglichkeit dieser Geräte kann man mit Solarmodulen die Hütedauer verlängern. Allerdings wird dabei nur die Stromversorgung zwischen Batterie und Solarmodul umgeschaltet. Ein Nachladen dieser Batterien ist nicht möglich.

Zwei elektrische Ausgangsgrößen des Elektrozaungerätes sind für den Betrieb des Zaunes wichtig:

  • Impuls-Zaunspannung (Volt)
  • Impulsenergie (Joule)

Aus den Unterlagen der Hersteller können die jeweiligen Werte für Spannung und Energie für die einzelnen Gerätetypen entnommen werden.

Der Spitzenwert der Zaunspannung liegt zwischen etwa 2.000 und 10.000 Volt, die Impulsenergie zwischen 0,1 und 5 Joule, in Sonderfällen auch darüber (Übersicht 1). Energie in Joule ist Strom (in Ampere) mal Zeit (in Sekunden). Eine hohe Spannung wird gebraucht, um das an sich isolierende Fell des Tieres mit einem Funken zu durchschlagen und somit dem Strom und der Energie den Weg freizumachen. Die Mindestspannung ist dabei etwa 2.000 Volt, bei langhaarigen Tieren 3.000 bis 4.000 Volt. Die Höhe der Impulsspannung ist für die Gefährdung unkritisch – im Prinzip je höher desto besser.

Eine zu hohe Impulsenergie kann eventuell zu gesundheitlichen Schäden beim Menschen, insbesondere bei Kindern oder Kranken, führen. Nach VDE gibt es Grenzwerte für die abgegebene Energie, die nicht überschritten werden dürfen. Nach der derzeitigen Vorschrift liegt dieser Wert bei 5 Joule. Für die Hütewirkung bei gut isolierten Zäunen sind weniger Joule absolut ausreichend – bis 1 Joule. Eine höhere Energie wird gebracht bei Zäunen mit Bewuchs – je höher die Energie und die Spannung, desto besser kann auch bei Bewuchs die Hütewirkung sichergestellt werden. Gräser werden braun und verlieren ihre Leitfähigkeit, so dass weniger Impulsenergie zum Boden abgeleitet wird, was die Hütewirkung erhöht.

Um eine eventuelle Gefährdung bei so hohen Werten auszuschließen, wurde die sogenannte delay-Technik entwickelt, bei der bei Berührung zunächst mit niedriger Energie operiert wird und wobei nach einer Verzögerungszeit von bis zu 1 Minute eine höhere Energie – bis maximal 15 Joule zugeschaltet wird. Während der delay-Zeit kann sich das Tier oder eine Person vom Zaun entfernen, danach kommt dann die volle Energie zur Wirkung, um die Ableitungen durch den Bewuchs auszugleichen.

Nach der zukünftigen Norm müssen Elektrozaungeräte mit Einrichtungen zur visuellen und akustischen Alarmierung versehen sein, wenn Impulsenergien von mehr als 5 Joule abgegeben werden, wobei auch die Impulsfolge von normal etwa 1 Sekunde auf 3 Sekunden verlängert wird. Diese Einrichtung dient neben dem delay-Prinzip auch der Sicherung von Personen gegen Unfälle. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Kontroll- und Zusatzgeräten, die den Landwirt informieren, wenn der Zaun nicht ordnungsgemäß betrieben wird (z.B. Spannungsabfall, Zaundrahtunterbrechung usw.). Die Störungen können am Gerät abgelesen oder auch optional per SMS auf Handy fernübertragen werden.