
Swing-Over-Melkstände verursachen aufgrund ihrer hohen Arbeitseffizienz die geringsten Investitionskosten je Kuhplatz. Bis zu 240 Kühe lassen sich in zwei Stunden in den einseitig bestückten Gruppenmelkständen durchschleusen.
In Wachstumsbetrieben drängt sich immer öfter die Frage nach dem geeigneten Melksystem auf. Neben den automatischen Melksystemen konkurrieren derzeit vier verschiedene Melkstandformen (Fischgräte, Side-by-Side, Swing-Over und Karussell) miteinander. Bei der Investitionsentscheidung sollten neben arbeitswirtschaftliche Aspekte, wie Durchsatzleistung (gemolkene Kühe/Stunde) und Arbeitsleistung (Kühe/Arbeitskraftstunde (Akh) auch die Gebäude- und Technikkosten miteinbezogen werden.
Im Rahmen einer Studie der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen (HfWU) und der Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft Schwäbisch Gmünd (LEL), wurde auf 19 Milchviehbetrieben die Arbeitseffizienz moderner Melksysteme in größeren Milchviehbeständen erfasst. Ergebnis:
Die höchste Arbeitseffizienz (9,4 AKh je Kuh und Jahr) war in den Swing Over-Melkständen zu erkennen. Die einseitig bestückten Gruppenmelkstände haben dabai sogar etwas beser abgeschnitten als die Melkkarusselle (10,1 Akh). Die beiden Gruppenmelkstände FGM und Side-by-Side benötigen je Bestandstier 14,9 bzw. 13,9 Akh für´s Melken. Vor- und Nacharbeit schwankten nur geringfügig.
| Melkstand | Kühe/Betrieb | Melkzeuge je Ak | Akh/Kuh und Jahr | Durchsatz Kühe in 2 h |
|---|---|---|---|---|
| Fischgräte | 112 | 12,5 | 14,9 | 120 |
| Side by Side | 146 | 12,3 | 13,9 | 124 |
| Swing Over | 144 | 15,4 | 9,4 | 203 |
| Karussell | 139 | 18,4 | 10,1 | 179 |
In den Gesamtinvestitionskosten werden aber weder die Melkstandgröße noch die Durchsatzleistung (gemolkene Kühe/h) berücksichtigt. Daher wurden der Investitionsbedarf und die Arbeitsproduktivität kombiniert kalkuliert. Über die reine Melkarbeit in Stunden je Kuh und Jahr wurde errechnet, wie viel Kühe in zwei Stunden im jeweiligen Melksystem gemolken werden können. Aus dieser Durchsatzleistung und den Gesamtkosten für Gebäude und Technik wurde ermittelt, was je Kuhplatz bei einer vorgegebenen Melkzeit von zwei Stunden investiert werden muss.
Die Swing-Over-Melkstände verursachten insbesondere aufgrund ihrer höheren Arbeitseffizienz die geringsten Investitionskosten je Kuhplatz und 2h. An zweiter Stelle folgte der FGM, mit größerem Abstand dann die investitionsaufwändigeren SbS- und Karussellmelkstände.
Jedes der vier untersuchten Melksysteme hat seine Stärken und Schwächen. Wichtig ist: Art und Größe des Melksystems müssen zur Herde und zur (mittelfristigen) Bestandsgröße passen.
Alle an der Untersuchung beteiligten Milchviehbetriebe haben zwischen 2004 und 2010 ein neues Melksystem installiert. Bei der Auswahl der Betriebe wurde auf ein sinnvolles Verhältnis von Kuhzahl und Größe des Melksystems sowie eine effiziente Arbeitsorganisation beim Melken Wert gelegt.
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