Kuhsignale
Woran erkennt man gute Liegeboxen?
08.12.2011
Kühe simulieren nie – wer zufriedene Kühe hat, hat auch mehr Erfolg im Stall. Achten Sie auf die Signale, welche die Kühe aussenden und begutachten Sie Ihren Stall, ob er der Kuh "genehm" ist.
Woran erkennt man gute Liegeboxen? Ganz einfach:
- Liegen mindestens 80 % der Kühe oder stehen vermehrt Kühe untätig im Laufgang herum? Letzteres ist ein sicheres Anzeichen, dass die Liegeboxen vermutlich nicht dem Kuhkomfort entsprechen.
- Hundesitz: Gibt es ein Rohr zwischen zwei gegenständigen Boxen, so dass die Kuh zum Aufstehen den Kopf nicht weit genug nach vorne schwingen kann. Stattdessen das Aufstehen unterbricht, im Hundesitz verbleibt, in die Box kotet, bevor sie den Kopf nach oben streckt und sich mit größter Anstrengung erhebt.
- Beulen an der Wirbelsäule: Glänzt Metall an den Liegeboxenrohren, so kommen die Tiere damit häufig in Berührung. Die Boxenmaßen stimmen nicht. Einige Kühe haben dann punktuell Schwellungen an der Wirbelsäule, da sie sich beim Hinlegen an den Seitenabtrennungen stoßen. Dies lässt sich durch Versetzen der Nackenrohre oder durch die Nutzung eines flexiblen Spanngurtes vermeiden.
- Geschwollene Gelenke: Sind die Gelenke einiger Kühe leicht angeschwollen, so ist die Liegefläche zu hart, oder Kühe kommen mit dem Betonboden in Berührung. Die Strohmatratze ist nicht gut genug.
Die schwächste Kuh ist die wichtigste Kuh im Stall
Frisch abgekalbte Kühe sind vom Stress der Geburt und dem Stoffwechsel oft müde. Diese Kühe kommen in der Gesamtherde unter, da sie z.B. leicht vom Futtertisch weggedrängt werden. Deshalb sollte diesen Tieren eine geräumige Bucht mit Tiefstreu geboten werden, wo sie bequem liegen und aufstehen kann. Trotzdem sollte der Sichtkontakt zur Herde bestehen bleiben. Denn kommen sie zurück in die Herde, müssen sonst Rangkämpfe ausgefochten werden.
Je mehr Technik eingesetzt wird, umso wichtiger wird das genaue Beobachten der Tiere. Denn bisher kann noch keine Maschine das Beobachten ersetzen. Der Blick, die Stellung/Haltung der Ohren und des Schwanzes geben Hinweise auf das Wohlbefinden der Kuh. Je länger man nicht das Problem beseitigt umso mehr setzt eine "Abwärtsspirale" bei der Kuh ein.
Quelle: Dr. Michael Götz
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