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Gute Rendite mit reinen Gülleanlagen (75 kW)

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Seit der Novellierung des EEG werden auch kleine Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu 75-kW installierter Leistung gefördert. Kalkulationen zeigen, dass selbst auf der Basis von 100 % Rindergülle solche Anlagen wirtschaftlich sind.

Durch die Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) zum 1. Januar 2012 werden auch kleinere Biogasanlagen bis zu einer Leistung von 75-kW installierter elektrischer Leistung gefördert.

Im Rahmen einer studentischen Projektarbeit an der Hochschule Osnabrück wurden Angebote von Herstellern von 75-kW-Biogasanlagen unterschiedlichster Bauart für verschiedene Substratkombinationen auf ihre Wirtschaftlichkeit untersucht:

Dazu wurden im Jahr 2011 Angebote von drei Biogasanlagenherstellern für die folgenden Varianten (100 % Rindergülle, 80 % Rindergülle und 20 % Mais bzw. 80 % Schweinegülle und 20 % Mais) eingeholt. In der Ausgangsrechnung wurde angenommen, dass der Mais für 40 €/t frei Anlage und die Gülle zu 0,- €/m3 eingesetzt werden. Zündöl ist zu 1,- €/l und Strom mit 0,17 €/kWh in die Berechnungen eingegangen. Als Kalkulationszins wurde 5 % und beim korrigierten internen Zinsfuß für die Habenzinsen 4 % angesetzt. Die Anlagenkosten lagen zwischen 511.000,- und 812.000,- €. Die eingesetzte Arbeitskraft wurde mit 25,- € je Stunde gerechnet. Auf dieser Grundlage sind die durchschnittlichen Unternehmergewinne, Kapitalwerte, internen Zinsfüße und korrigierten internen Zinsfüße ermittelt worden.

Ergebnisse

Bei allen drei untersuchten Biogasanlagenherstellern ist eine Wirtschaftlichkeit bei Anlagen, bei denen ausschließlich Rindergülle eingesetzt wird, gegeben. Die Kapitalwerte sind in der Ausgangssituation positiv und die Renditen sind auch bei Verwendung des korrigierten internen Zinsfußes jeweils über 7 %. Da aber für einen Betrieb einer Anlage nur mit Rindergülle 8.000 bis 10.500 m3 Gülle verfügbar sein müssen, wurden ergänzend noch Mischvarianten gerechnet. Die Mischvariante mit 80 % Rindergülle und 20 % Mais waren nur bei einem Anlagenhersteller durchgehend wirtschaftlich. Für diesen wurde in der Variante mit 80 % Rindergülle und 20 % Mais Sensitivitätsanalysen für die Substratpreise (Tabelle 1 und 2) durchgeführt. Bei dem Preis für die Rindergülle wurden nur steigende Preise kalkuliert.

1 Sensitivitätsanalyse für eine 75-kW-Biogasanlage (80 % Rindergülle und 20 % Mais)
Veränderung Ausgangssituation Veränderung
Substratpreis Mais (frei Anlage) 30 €/t 35 €/t 40 €/t 45 €/t 50 €/t
Unternehmergewinn 40.949 € 36.244 € 31.994 € 27.744 € 23.494 €
Kapitalwert 504.643 € 451.679 € 398.715 € 345.750 € 292.785 €
korr. Interner Zinsfuß 1) 8,10% 7,81% 7,51% 7,18% 6,84%
1) Habenzins 4,0 %

Die Ergebnisse der Sensitivitätsanalysen mit Mischsubstraten zeigen, dass die Wirtschaftlichkeit entscheidend von den Substratpreisen für Mais und Gülle abhängen.

Quelle: Guido Recke, Simone Polle
Landwirtschaftliche Betriebswirtschaftslehre, Hochschule Osnabrück
Vortrag anlässlich der 52. Jahrestagung der GEWISOLA „Herausforderungen des globalen Wandels für Agrarentwicklung und Welternährung“; Universität Hohenheim, 26. bis 28. September 2012

Schlagworte

Rindergülle, Leistung, Mais, EEG, Novellierung, installierter, internen, korrigierten, Wirtschaftlichkeit, Osnabrück

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