Auf die Parallelen zwischen Finanz- und Milchmarkt hat das European Milk Board (EMB) hingewiesen. Wie die EMB-Geschäftsführerin Silvia Däberitz auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin erklärte, haben die liberalisierten Kräfte des internationalen Finanzmarktes den Sektor tief in die Krise gestürzt; das gleiche drohe nun dem Milchmarkt. Durch die geplanten Deregulierungen werde der Markt immer weiter „Richtung Abgrund“ gedrängt. Der Trend gehe bei einer ungebremsten Liberalisierung hin zu extrem niedrigen und dabei stark schwankenden Preisen sowie zu einer vermehrten Abhängigkeit der Milcherzeuger von Molkereikonzernen und Banken.
Für die Stärkung ihrer Marktmacht gegenüber den Verarbeitern müssten sowohl Genossenschaftsmitglieder als auch „freie Erzeuger“ die Möglichkeit haben, einer Erzeugerorganisation beizutreten, die für sie gebündelt verhandelte. Für eine marktübergreifende Anpassung des Angebotes an die Nachfrage forderte Däberitz zudem die Schaffung einer „Monitoringstelle“, deren Aufgabe sein soll, wichtige Daten wie Kosten der Produktion, Preise und die nachgefragte und angebotene Menge zu erfassen.
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