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Neuseeland: Molkereibranche befürchtet Produktionsverlagerung

Im neuseeländischen Parlament ist am vergangenen Mittwoch (8.5.2019) ein Gesetzentwurf vorgestellt worden, nach welchem das Land bis in das Jahr 2050 klimaneutral werden soll. Der fossile CO2-Ausstoß soll auf Nettonull gesenkt werden und für die landwirtschaftlichen Methanemissionen wird - ausgehend von 2017 - bis 2030 eine Reduktion von 10% und bis 2050 eine noch festzulegende Senkung zwischen 24% und 47% vorgeschrieben. Der neuseeländische Milcherzeugerverband DairyNZ und der Molkereiverband DCANZ übten Kritik. Sie bekräftigten zwar beide, weiterhin die Treibhausemmission senken zu wollen und die Regierung bei ihrem Ziel der Klimaneutralität zu unterstützen, doch sie erklärten auch, dass gut bedacht gehandelt werden müsse.

So forderte DairyNZ-Geschäftsführer Tim Mackle einen wissenschaftsbasierten Ansatz, bei dem die Reduktionsziele aufgrund der Wirkung auf die Erwärmung festgelegt werden. Die Einsparung von Methan in einem Bereich von 24 % bis 47 % bis zum Jahr 2050 basiere nämlich auf globalen Szenarien, die nicht zu Neuseeland passten und über wissenschaftliche Empfehlungen hinausgingen.

Der Molkereiverband DCANZ erklärte, dass die Methan-Ziele über das erforderliche Maß hinausgingen und Technologien zur Zielerreichung derzeit nicht verfügbar seien. Die DCANZ-Geschäftsführerin Kimberly Crewther wies darauf hin, dass Neuseeland bei der emissionsarmen Milcherzeugung "bereits weltweit führend" sei. Man wolle keinen „Freibrief“, falls jedoch über das wissenschaftlich fundierte Ziel der Methaneinsparung hinausgeschossen und der Viehsektor zu stark belastet werde, „wird unsere Produktion an Orte mit höheren Emissionen verlagert, was weltweit zu mehr Methan führt", so Crewther. Das hätte weitreichende Konsequenzen, denn die Milchexporte machten 20 % der neuseeländischen Exporterlöse aus und der Milchsektor sei ein wichtiger Wirtschaftsbereich.

Quelle: AgE