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MEG/BDM mit neuen Forderungen zur Milchpreisentwicklung

Sowohl der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) als auch die Milcherzeugergemeinschaft MEG Milch Board äußerten vergangene Woche die Befürchtung, dass eine Senkung der Handelspreise voll auf die Milchpreise der Landwirte durchschlage.

Der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber appellierte an alle Marktverantwortlichen, in ihrem Bereich wirtschaftliche und soziale Verantwortung zu übernehmen, um eine weitere Talfahrt der Preise zu stoppen.

  • Der Lebensmitteleinzelhandel solle bei den laufenden und für die kommenden Wochen anstehenden Kontraktabschlüssen keine weiteren Preissenkungen für Milchprodukte und sonstige Nahrungsmittel durchzusetzen.
  • Die Molkereiwirtschaft solle Milchprodukte nur zu Preisen zu verkaufen, die die Erzeugungskosten deckten. Gleichzeitig müssten die Verbände der Molkereiwirtschaft dazu beitragen, dass die Verharmlosung der Milchmarktentwicklung ein Ende habe.
  • Die Politik muss ein wirkungsvolles Milchmarkt-Krisenmanagement umsetzen. Es reiche nicht mehr aus, über notwendige und mögliche Krisenmaßnahmen nur zu reden.
  • Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt solle umgehend zu einem Runden Tisch zur „Zukunft einer wirtschaftlichen Milchviehhaltung“ einberufen, an dem auf Bundesebene alle Beteiligten des Milchmarktes sitzen sollten. Es sei dringend notwendig, sich mit den Milchviehhaltern an den Tisch zu setzen und deren Lösungsansätze für die Gestaltung eines wirkungsvollen Sicherheitsnetzes für den EU-Milchmarkt zu erörtern.

Molkereiwirtschaft darf Erzeuger nicht mit Übermengenproblem allein lassen

Milch-Board-Vorstand Peter Guhl befürchtet, dass der Handel die angespannte Lage am Milchmarkt für massive Preissenkungen ausnutzen könnte. Wenn die Molkereien jetzt dem Druck der Markmacht der Discounter nachgäben, sei „mit dem Schlimmsten“ zu rechnen, weil sich die Milchverarbeiter in ähnlichen Marktphasen bisher immer schadlos gehalten und Preissenkungen direkt an die Erzeuger weitergegeben hätten.

Guhl sieht die Molkereien in der Pflicht: „Die Milcherzeuger haben sich in den vergangenen Monaten marktkonform verhalten und die Produktion der Nachfrage angepasst; davon haben alle Seiten profitiert. Lässt die Molkereiwirtschaft jetzt die Erzeuger mit dem Problem der Übermengen allein, vernachlässigt sie ihre Verantwortung gegenüber ihren Lieferanten und Mitgliedern.“

Guhl warnte mit Hinweis auf das Krisenjahr 2009, dass nun für die Milchbauern „die Einschläge näher rücken“ würden. Die Schmerzgrenze sei heute aber eine ganz andere als noch vor fünf Jahren. Wer die Produktionskosten der Erzeuger komplett außer Acht lasse, riskiere die nachhaltige Entwicklung der Milchwirtschaft in Deutschland.

Auch weil die Milchquote in wenigen Monaten ausläuft, sieht Guhl jetzt dringenden Handlungsbedarf: „Die Bündelung der Milcherzeuger reicht in Deutschland noch nicht aus, um kostendeckende Preise auf Augenhöhe zu verhandeln. Was wir jetzt brauchen, sind eine politisch motivierte Bündelungsoffensive und rechtliche Maßnahmen, die das Preisdumping der Discounter im Bereich der Milchprodukte unterbinden.“ (AgE)